Zum goldenen Jubiläum der Kita Gundelsdorf gab es einen Festgottesdienst, der von Pater Waldemar Brysch vor der St.-Josef- Kapelle zelebriert wurde. Dort hatten auch die Kinder ihre Jubiläumsfeier vorbereitet. Ihre Erkenntnis aus einem Märchenspiel: "Im Dorf lebt man glücklicher als in der Großstadt."

Der Musikverein Glosberg unter Leitung von Edmund Mark gestaltete den musikalischen Rahmen. Unter dem Motto "Wir knüpfen das bunte Netz des Lebens" stand die Feier. Dazu spielten die Kinder "das Märchen vom bunten Netz". Sie zeigten die Sehnsüchte von Menschen auf dem Land, die unbedingt in die Großstadt ziehen wollen, um was zu erleben, denn es verbreitete sich das Gerücht, dass die Menschen in der Großstadt glücklicher leben als die im Dorf mit dem Namen "Farbenfroh".
Da wollten immer mehr in die Großstadt. Aber daran hinderte sie ihr schönes buntes Netz, von dem ihr Dorf umgeben war.

Da half die Idee, ein Loch ins Netz zu schneiden, das es einigen Dorfbewohnern ermöglichte, in die nahe gelegene Großstadt zu gelangen. Die kleinen und die großen Leute von "Farbenfroh" waren auf der Suche nach dem Glück. Doch bald kam die Erleuchtung, denn die Menschen hatten auf einmal keine Zeit mehr füreinander. Alle waren nur noch mit sich selbst beschäftigt: Neid und Streit griffen immer mehr um sich.

Bald dachten sie an ihr schönes kleines Dorf und an das bunte Netz,durch das sie Schutz in ihrem Dorf fanden. Sie sahen wie die Sonne strahlte und funkelte. So kehrten viele auch wieder zurück und machten sich heimlich daran, das Netz wieder zu knüpfen.
Da kehrte auch das Glück wieder zurück ins Dorf. Einige träumten davon, dass solch ein buntes Netz auch eines Tages über der Großstadt geknüpft sein wird und alle Menschen glücklich wären.

Pater Waldemar Brysch griff dieses gespielte Märchen in seine Ansprache auf. Er deutete die bunten Fäden nach ihren Farben, die Liebe, Treue, Hoffnung, Freude aber auch Trauer und Verzeihung ausdrückten. "Wer hält eigentlich die Fäden dieses Netzes?", fragte der Pater.

Es sei ein unsichtbarer Faden, der vom Himmel herunterreiche, den Gott schenke. "Wenn wir diesen Faden nicht ergreifen, nützt das Knüpfen wenig, dann fällt das Netz zusammen", gab Pater Waldemar zu bedenken.

Kindergartenleiterin Birgit Eisentraudt schaute auf 50 Jahre Kindergarten zurück. Das seien viele Situationen mit Kinderlachen, manchmal auch mit Tränen gewesen. Es gab viele kleine und große Sternstunden.

Im Kindergarten sei viel Sozialkompetenz nötig. Es waren Veränderungen und Beständigkeit nahe beieinander, Fortschritt und Innovation ebenso wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mit vielen Menschen habe man es zu tun: außer den Kindern mit Eltern, Erzieherinnen, Elternbeirat, Förderverein, dem Träger, der katholischen Kirchenstiftung "Mariä Geburt Glosberg", der Kirchenverwaltung, der Geschäftsführung und vielen mehr.

Doch das goldene Jubiläum sei ein Grund zum Dank und zur Feier. "Wir feiern heut ein Fest" klang es auch aus den Kinderkehlen voller Freude. Als besonderen Ehrengast konnte die Kindergartenfamilie Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann willkommen heißen, die zum Jubiläum gratulierte und an die weitsichtige Entscheidung vor fünf Jahrzehnten erinnerte, in Gundelsdorf einen Kindergarten einzurichten. Es sei die richtige Reaktion auf den Wandel der Zeit gewesen, denn schließlich konnte man mit 80 Kindern beginnen.

Heute sind es 38 Kinder. Die Kindertagesstätte wurde ständig weiterentwickelt und integrierte als erster Kindergarten im Stadtgebiet schon 2007 eine Kinderkrippe. Nun steht die Kindertagesstätte bald vor einer Generalsanierung: Dazu muss man für einige Zeit in das Pfarrheim Glosberg umziehen.