Für die mit circa 2,7 Millionen Euro größte laufende Investition der Gemeinde Stockheim, den Umbau und die Sanierung der Rentei, wurde eigens ein Workshop einberufen. Hierzu konnte Bürgermeister Rainer Detsch zahlreiche Vertreter von Vereinen, Verbänden aus Kirche und Schule, begrüßen.

Die Teilnehmerzahl von fast 30 Bürgern, sei ein Indiz für das große Interesse, aber auch für die Bedeutung dieses Projekts. Ein Ergebnis des Treffens soll es sein, die Planungen für die Rentei als Kultur- und Begegnungsstätte zu konkretisieren. Alles unter den Aspekten "Gemeinschaftlich" und "Bürgerengagement". Die Art der Nutzung bestimmt die Anforderungen an Ausbau und Ausstattung.

Vorstellbar sind diverse Angebote für ein breites Publikum, Veranstaltungen, Wechselausstellungen, Projekte, Feste und Feiern, schickte der Bürgermeister voraus und bat um Ideen auf Basis des Wissens der kompetenten Vertreter, aber auch einiger zusätzlich geladener Gäste, wie zum Beispiel Kreiskulturreferentin Gisela Lang, Museologe Alexander Süß, Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann. Auch das Planungsbüro und das für die Durchführung verantwortliche Ingenieure/Architektenbüro 3 D Detsch aus Kronach war mit Jörg Detsch, Kerstin Förtsch (Bauleitung) und Claudia Herzog-Detsch stark vertreten. Durch den Workshop führten als Moderatorinnen, Sabine Nuber und Sabine Baumgartner vom Kommunalmarketing Plus Kronach Creativ professionell durch die über dreistündige Arbeitstagung.

Sustanzerhalt hat Priorität

Diplom-Ingenieur Jörg Detsch gab einen Sachstandsbericht. Geradezu leidenschaftlich trug er die großen Herausforderungen vor, die das 1847 errichtete Gebäude an die Architekten und Handwerker stellt. Priorität habe dabei, die Bausubstanz des denkmalgeschützten Gebäudes soweit irgendwie möglich zu erhalten. An der Bilderpräsentation machte er deutlich, wie kompliziert und schwierig sich diese Aufgabe sich darstellt, wenn man über 170-jährige Baustoffe mit neuen Baumaterialien verbindet. Aber es geht, zeigte er erleichtert an einigen Fotos und ist überzeugt, hier einen besonderen Charme in die Kultur- und Begegnungsstätte zu bringen.

In die Rolle eines Arztes versetzt, meinte Jörg Detsch, "wir hatten es mit einem fast aussichtslosem Patienten zu tun, den wir intensiv behandelt haben und nun in die Reha schicken." Es werde am Engagement der Bürger und Verantwortlichen liegen, dem Gebäude entsprechendes Leben einzuhauchen.

Der Brandschutz spielt bei solch einer Maßnahme eine wichtige Rolle. Neben Barrierefreiheit durch einen Aufzug sind auch behindertengerechte WCs eingerichtet. Ein Fluchtweg nach außen war von allen Stockwerken aus gefordert. Die jetzige Konstruktion einer Fluchttreppe erinnert stark an den einstigen Förderturm der Katharinenzeche.

Kleinkunst, Konzerte, Vorträge

Mit viel Engagement und Interesse ging es dann in vier Arbeitsgruppen an die Arbeit. An sogenannten Marktständen waren auf großen Tafeln die Grundrisse der vier Stockwerke skizziert und die bisherigen Nutzungsvorschläge eingetragen. Die Gruppen brachten weiter Anregungen ein.

Das Gemeindeoberhaupt sah als Fazit, dass durch die Beiträge der Teilnehmer untermauert wurde, das Gebäude als Begegnungsstätte für die gesamte Stockheimer Bevölkerung zu konzipieren.

Wechselnde Ausstellungen auf bis zu zwei Etagen, Kleinkunstbühne, musikalische Darbietungen im kleinen Rahmen, Lesungen, Vorträge zu bestimmten Themen, auch in Verbindung mit Ausstellungen, Seminare, Workshops, Jugend-, Seniorentreff, Standesamt-, Trauungszimmer, Infozentrum Haßlachtal, Musikprobenraum, Schulungen, Videoinstallationen und vieles mehr, sagte der Rathauschef, und es kamen viele Ideen auch für Installation neuester Technik und Medien. Detsch: "Wir arbeiten alle daran und freuen uns über die Fortschritte auf der Baustelle".

Dabei erinnerte Rainer Detsch aber auch nochmals an die Anfänge. Im Jahr 2017, kurz nach Bekanntwerden eines Förderprogramms "Nordostbayernoffensive" sprach er persönlich im Amt für ländliche Entwicklung (ALE) vor. Schon bei diesem ersten Gespräch, in dem der Bürgermeister das große Potenzial des Hauses vorgetragen hat, signalisierte das ALE die Unterstützung und Förderung des Projekts. Nun drei Jahre später steht man, nach rund einem Jahr Bauzeit, vor dem Innenausbau und der Gestaltung der Räume.

Neue Sichtweisen

Der Arbeitstitel für das Projekt lautet "Kultur- und Begegnungsstätte". Unter diesem Titel wurde in mehreren Arbeitskreissitzungen eine mögliche Nutzung diskutiert und Alternativen entwickelt. Mit dem Workshop am Freitag sollte das bisher entwickelte Konzept auf breitere Basis konkretisiert werden und auch neue Ideen und Sichtweisen aufgenommen werden. "Wir sind da guter Dinge, dass uns das auch gelingen wird, in einer starken Gemeinschaft- gemeinschaftlich!", so Bürgermeister Rainer Detsch voller Zuversicht.