Die Mitglieder des Floßvereins Unterrodach mussten in den vergangenen Wochen fest anpacken, um ihr "Flößermuseum" für die neue Saison herauszuputzen. Innen wie außen mussten die Bewahrer und Förderer der Flößertradition Hand anlegen - freiwillig versteht sich - um die Unikate im Museum und das Außenareal zu reinigen und wieder alle Utensilien an den richtigen Platz zu bringen.

Es bedürfe viel Idealismus, dieses Schmuckstück und Kleinod der vergangenen Flößerei aufrecht zu erhalten. Doch momentan seien noch genug Traditionswahrer da, um das zu bewerkstelligen, sagt Schatzmeister Hubert Dietl, der sich auch zu Führungen außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten zur Verfügung stellt.

Das Flößermuseum in Unterrodach wurde 1981 als Spezialmuseum der Flößerei im Frankenwald errichtet. Es wird seither von ehrenamtlichen Mitgliedern des Floßvereins 1864 Unterrodach betreut, Träger ist die Marktgemeinde Marktrodach.


Die Gefahren der Flößer

In diesem Museum wird die Erinnerung an die Flößerei im Frankenwald wieder lebendig. Es vermittelt einen Einblick in die harte und gefährliche Arbeitswelt der Flößer und in ihren Anteil am Leben von Unterrodach und des Frankenwaldes.

Es zeigt Werkzeuge und Gerätschaften, Schriftgut sowie Modelle von Floßen. Außerdem geben große Schautafeln Informationen über die Historie und die Bedeutung der Flößerei. Es stellt die wichtigsten Aspekte des Flößereigewerbes in zehn Räumen dar. Zahlreiche Fotographien, Modelle und Werkzeuge veranschaulichen die Arbeit der Flößer.

Die Flößerei war wichtigste Einnahmequelle in der Region und veränderte nicht nur die Landschaft, sondern prägte auch die Menschen und das Erscheinungsbild der Dörfer und ihre soziale Struktur.

Das Museum bietet einen Einblick in die Besonderheit der Frankenwaldflößerei und einen Überblick über die Landschaft des Frankenwalds. Wald und Waldarbeit, Trift- und Schneidmühlen werden vorgestellt. Die Flößerei auf den Floßbächen und auf dem Main wird nachskizziert. In den Räumlichkeiten des Museums will man vor allem der Jugend und den Touristen zeigen, welchen Beruf einst die Männer des Frankenwaldes ausübten - nämlich einen überaus harten, schweren und gefährlichen Beruf, der einen Schlag prägte.


Bereit für die Besucher

In diesen Tagen wurden die letzten Arbeiten am Außenarsenal getätigt. Sogar die siebenjährige Marie Ehrlich hat dabei viel geholfen. Um den Besuchern möglichst den Zugang zum Flößermuseum zu gewähren, steht Hubert Dietl täglich zur Verfügung.