Wer kennt sie nicht, die Filme über den Priester Don Camillo und den kommunistischen Bürgermeister Peppone. Die Romane von Giovannino Guareschi spielen in einer ländlichen Region in Italien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen den beiden Protagonisten kommt es zum erbitterten Glaubenskampf. Trotz ihr Differenzen können sie nicht ohne einander. Dieses Jahr streiten sich die zwei Kultfiguren auf der Festung Rosenberg um das Wohl der Gemeinde.


Interpretationsmöglichkeiten

"Für uns war das Interessante, aber auch Schwierige, wo wir die Schwerpunkte in dem Theaterstück legen und welche Interpretationsmöglichkeiten es gibt", erzählt Stefan Haufe, der für die Inszenierung von Don Camillo und Peppone verantwortlich ist. Die neun Schauspieler arbeiten gut zusammen. Haufe sagt: "Wir haben ein hervorragendes Ensemble, das harmoniert."

Die Welt und die Gesellschaft hat sich seit 1952 rasant verändert. Deshalb war es Haufe sehr wichtig , ein frisches und lebendiges Stück zu gestalten. Bei Haufe besteht zudem der Wunsch, aktuelle Themen in den Filmklassiker einzubinden.

Mit den beiden Schauspielern Gregor Nöllen als Don Camillo und Lutz Leyh, der Peppone verkörpert, wurden die Rollen der Hauptfiguren ausgezeichnet besetzt. Die beiden kennen sich schon lange. So lange, dass sie nicht mehr genau wissen, wann sie das erste Mal zusammen auf der Bühne standen. Leyh hat sich sogar extra für seine Rolle den Bart wachsen lassen, erzählt er lachend.

Über die Beziehung zwischen den zwei Protagonisten sagt Gregor Nöllen: "Obwohl sich ihre Verbindung als freundschaftliche Feindschaft bezeichnen lässt, haben sie ein gemeinsames Ziel: Camillo will das Beste für seine Schäfchen und Peppone ebenso für seine Gemeinde."


Sehr aktuell

Leyh findet, dass das Stück momentan wieder sehr aktuell ist. Mit Blick nach China zeige sich, dass der Kommunismus immer noch zur Gegenwart gehört.
Leyh und Nöllen sind ein eingespieltes Team, aber bei der Vorbereitung zu Don Camillo und Peppone gingen beide auf unterschiedliche Weise vor: Lutz Leyh hatte sich die Filme angesehen, Gregor Nöllen hingegen nicht. "Mir war es wichtig, dass ich unvoreingenommen in meine Rolle schlüpfen kann", sagt Nöllen.

Kerstin Löw, Betriebsleiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs der Lucas-Cranach-Stadt Kronach, freut sich ebenfalls über die gute Zusammenarbeit im Ensemble. Für die Festspiele wünscht sie sich noch mehr Zuschauer. "Wir haben an der Technik viel verbessert, die Tonanlage ist jetzt zum Beispiel in den Bühnen integriert." Über die Zukunft der Festspiele verrät sie, dass in den nächsten Jahren weitere Erneuerungen durchgeführt werden sollen. Ziel ist zudem die Vergrößerung der Veranstaltung.


Einige Überraschungen

Lutz Leyh sagt abschließend: "In erster Linie wollen wir für unsere Zuschauer einen unterhaltsamen und schönen Abend gestalten." Einige Überraschungen hat das Schauspieler-Team trotz der bekannten Geschichte in petto. Das verraten sie jetzt natürlich noch nicht. Aber das lässt sich ganz einfach auf der Festung bei den Vorstellungen (siehe www.rosenbergfestspiele.de) herausfinden.