Mobilitätskonzept, Tourismusverband und die Bestuhlung der Kulturhalle standen im Fokus der Gemeinderatsitzung.
Wie bereits des Öfteren berichtet, arbeitet das Regionalmanagement Kronach seit 2014 daran, den öffentlichen Nahverkehr zu optimieren und bedarfsorientiert durch das ÖPNV-System bedarfsgerecht und kosteneffizient auszubauen und zu verbessern. Das Konzept ist sowohl auf Einheimische als auch auf den Tourismus ausgerichtet. Auch am Wochenende erhalte man dadurch ein deutlich verbessertes Angebot für Fahrten durch die ÖPNV. Der Landkreis werde in zwölf Sektoren aufgeteilt, wobei Steinwiesen in den Sektor zehn falle. Dies heißt, dass zusammen mit dem bisherigen Fahrplan dann die Möglichkeit besteht, 58 Fahrten je Woche durchzuführen. Hier sind dann 65 Haltestellen eingebunden, davon 22 neue Bedarfshaltestellen.


"Verbesserte Erreichbarkeit"

In Steinwiesen heißt das vor allem verbesserte Erreichbarkeit von Steinwiesen, Kronach und Wilhelmsthal, eine innergemeindliche Erschließung von Steinwiesen und Wilhelmsthal, Erschließung von touristischen Destinationen und der Bahnanschluss in Kronach. Für Steinwiesen wären empfohlene neue Bedarfshaltestellen in Schlegelshaid (Ortsmitte), Steinwiesen Rögnitz, Nordhalbener Straße 10 - 25 für Arzt und Apotheke, Blumenstraße Höhe Zahnarzt und Anbindung Nahkauf. Das Ziel sei, dass nicht mehr als 200 Meter gelaufen werden müsse, um zum Arzt oder Supermarkt zu kommen.


"Fahrtwunschzentrale"

Die Bedarfsfahrten müssen spätestens 60 Minuten vor Abfahrt angemeldet werden, entweder telefonisch oder online bei der Fahrtwunschzentrale in Nürnberg, einer Tochter der Deutschen Bahn. Fahrzeiten sind laut Fahrplan vorgegeben. Es werden Orte eingebunden, die bisher keine Möglichkeit hatten, mit dem ÖPNV zu fahren. Linienbusse fahren die Bedarfshaltestellen nicht an. Zusätzliche 721 Fahrten pro Woche im gesamten Landkreis ermöglichen eine bessere Mobilität wochentags aber auch am Samstag und Sonntag. Die Fahrpreise werden nicht höher sein als beim bestehenden Linienverkehr, aber das Ziel soll sein, günstigere Fahrpreise anzubieten. "Das Ziel ist es, die Fahrten günstiger und bezahlbar zu machen und den Komfort und die Flexibilität von Taxis mit den klaren Strukturen der Busse zu verbinden", erklärte Michaela Morhard vom Landratsamt Kronach. Die Gemeinden können bei den Bedarfshaltestellen mitreden und den Standort mitbestimmen.


"Auch mit Rollstuhl"

Brigitte Geiger (SPD) fragte nach, ob es auch möglich sei, Rollstuhlfahrer, Rollatoren oder Kinderwagen mitzunehmen. Morhard bestätigte, dass Rollstuhlfahrer jederzeit mitfahren können, es muss nur angemeldet sein, dann käme ein Rollstuhl-gerechtes Fahrzeug. Für Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) war das Mobilitätskonzept eine sinnvolle Geschichte, die Bürger profitieren davon und der ländliche Raum bleibt dadurch attraktiv, da die Anbindung an andere Verkehrswege funktionieren würde. Auf Nachfrage von Josef Schuberth (CSU), wie lange die Bedarfslinien abends im Einsatz sind, sagte Morhard, dass die letzten Fahrten bis 20 Uhr stattfinden, anmelden kann man in der Zeit von 6.30 bis 21.30 Uhr, also abends rechtzeitig für morgens buchen. Jürgen Eckert (CSU) und Jürgen Deuerling (SPD) wollten wissen, wie es mit den Fahrten in Orte in anderen Sektoren aussieht. Hier war die Antwort von Morhard, dass dann ohne Umsteigen nichts geht, jedoch darauf geachtet werde, dass man nicht lange auf den Anschluss warten muss. Dies gilt auch für die Verbindung Steinwiesen - Wallenfels, denn Wallenfels liegt im Sektor neun.


Morhard: Start im September

Michaela Morhard gab an, dass der geplante Start des Mobilitätskonzeptes im September 2016 sei, geschuldet dem neuen Fahrplan der Bahn, der am 4. September in Kraft tritt. Es ist ein flexibles System, dessen Bedarf in verschiedenen Abständen überprüft werde. "Aber die Voraussetzung, dass alles gut funktioniert, ist, dass sich die Leute auch melden und mitfahren. Es wird sich in den nächsten Jahren nach und nach aufbauen und anpassen", betonte Morhard.
Bürgermeister-Info Der Pinguinbrunnen beim Kindergarten wurde vom Bauhof neu gestaltet, Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) dankte vor allem den Ideengeber Stefan Kolb und die Mitarbeiter des Bauhofs. Die Maisitzung des Gemeinderates wird voraussichtlich auf Montag, den 30. Mai vorverlegt. Die Besichtigung durch den Marktgemeinderat in den Ortsteilen findet am 24. Juni statt. Hauptaugenmerk sind diesmal die gemeindlichen Anwesen. sd