Nach dem vom Freistaat Bayern geförderten Abriss von zwei Wohnhäusern ist in Wallenfels freie Sicht auf die Kirche St. Thomas. Dort soll jetzt im abschüssigen Bereich mit einer Wasserrutsche eine besondere Attraktion entstehen. Landschaftsarchitekt Tobias Baldauf vom beauftragten Büro Bauchplan zeigte sich von der Idee der Wallenfelser sehr angetan. "Mit einer Abenteuerrutsche, die zumindest in Teilbereichen als Tunnelrutsche vorstellbar wäre, könnte man ein Alleinstellungsmerkmal erreichen.


Neue "Wasserstelle"

Ziel sei es vom Anfang an gewesen in dem freigelegten Streifen zwischen den Privatwohnhäusern eine visuelle Anbindung der Kirche zu erreichen. Die Fläche am Marktplatz sollte erweitert werden und neue Parkplätze entstehen. Um den Marktplatz attraktiver zu machen, ist ein Wiedererlebbarmachen des offenen Wassers das zentrale Element. Gleichzeitig soll die Wasserfläche der "Schaltraum" am Marktplatz sein.

Dazu soll der Wasserstand im "Ausläufer" der Wilden Rodach nach oben gerückt werden. Wichtig für das Planungsbüro ist es auch, die neue "Wasserstelle" von beiden Seiten begehbar zu machen. Der Planer zeigte sich fest überzeugt, dass ein anheben des Wasserspiegels den gesamten Platz attraktiver erscheinen lassen wird.

Nach der Planung in diesem Jahr will man sich bei der Ausführung im kommenden Jahr bei der Erstmaßnahme auf das Kerngebiet konzentrieren. Bei der Materialauswahl spiele die Vielfalt der Geologie eine wichtige Rolle, diese solle sich im Materialkonzept wieder spiegeln.


Wohlfühlatmosphäre durch Licht

Mit der Bushaltestelle, die mehr als Warten auf den Bus sein soll und einen entsprechenden Beleuchtungskonzept sprach Baldauf zwei weitere Punkte an. Mit der entsprechenden Beleuchtung will man auch ein Zeichen setzen und zwischen "alt" und "neu" unterscheiden. Mit neuen Lampen und einer entsprechenden Beleuchtung kann auch eine entsprechende Wohlfühlatmosphäre für die Abend- und Nachtstunden geschaffen werden.

Für Bürgermeister Jens Korn (CSU) war es wichtig, die weiterentwickelte Planung dem Stadtrat vorzustellen. Erfreut zeigte er sich auch über das rege Interesse der Anwohner, die dann auch Stellung nehmen konnten. Er erinnerte, dass man bereits vor fünf Jahren mit den vorbereitenden Untersuchungen begonnen hat. Jetzt, nach dem Abriss der Gebäude, müsse man die dringend notwendige Umgestaltung vorantreiben. Der Marktplatz könnte durch digitales Flößen interaktiv bereichert werden. Auch könne er sich vorstellen im dortigen Bereich den Ausgangspunkt für Wanderrouten des Naturparks Frankenwald zu setzen.

Auch wenn das Anlegen von Parkplätzen ein wesentliches Anliegen von den Bürgern war, so sollte man nicht alles mit Stellplätzen zupflastern, meinte Stadtrat Matthias Zeitler (CSU). Außerdem sah er beim geplanten Bushaltehäuschen noch Möglichkeiten, die jungen Menschen sehr nachhaltig mitzunehmen. Er schlug vor eine zeitgemäße Verbindung vom Holz zum digitalen Element zu schaffen.

Tina Müller-Gei (CSU) regte an, einen Parkplatz für Elektroautos mit vorzusehen. Sven Hofmann (CSU) stand den sechs neuen Parkplätzen auch skeptisch gegenüber. Den geöffneten Marktplatz jetzt wieder unnötig einengen bringt nicht viel, meinte er.

Der direkte Nachbar Bernhard Schlee forderte größere Einbiegeradien an den Abzweigungen. Um Platz zu schaffen, hätte er einen Teil der Wasserstelle gerne verrohrt. Rosi Hentschel regte an, das nach Allgäuer Stil verbretterte Haus mit Schiefer zu versehen, was für Wallenfels typischer ist.


Bürgergespräche geplant

Der Planer Tobias Baldauf meinte, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch über alles reden könne. Man wolle niemanden etwas aufdrücken oder ein Ei vor die Haustür setzen, deshalb werde es auch noch Bürgergespräche geben. Von einer Verrohrung des Grabens sollte man aber Abstand nehmen. "Das offene Wasser, von beiden Seiten zugänglich, gibt uns die Möglichkeit einen Wow-Effekt zu erreichen", meinte er fest überzeugt.

Geschäftsleiter Frank Jakob berichtete über die Abnahme der Teerarbeiten im Bereich des Breitbandausbaues. Wie er sagte, habe man den gesamten Ortsbereich von Wallenfels abgelaufen. Die notwendigen Nachbesserungsmaßnahmen wurden schriftlich festgelegt. Auch gilt es, bis Ende September noch einige "Behelfslösungen" wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzten. Anfang September erfolgt dann eine weitere Begehung und Abnahme.

Bürgermeister Jens Korn informierte den Stadtrat über das Förderprogramm "Mobilfunkmasten". Damit sollen ein durchgängiger Mobilfunkempfang gewährleistet werden. Um die "weißen Flecken" im Bereich Geuser und Wellesmühle von der Karte zu bekommen, legte man eine entsprechende Interessenbekundung ab. Der Bürgermeister verwies darauf, dass die aufgezeigten Flecken auf der vorgelegten Karte rein rechnerische Daten sind. Weitere wirkliche schwache Stellen sollten nachgemeldet werden.


Schlimmer Zustand

Fraktionssprecher Bernd Stöcker (CSU) sprach den erbärmlichen Zustand des Buswartehäuschens in Schnappenhammer, wo wöchentlich hunderte Floßgäste starten, an. Tina Müller-Gei wollte die Feuerwehrzufahrtszone an der Schule besser gekennzeichnet haben. Mit beiden und weiteren Punkten wird sich der Bauausschuss in der kommenden Woche befassen.

Bürgermeister Jens Korn lud zur Kirchweih am kommenden Wochenende ein. Kernpunkt sei die Floßfahrt Rodach in Flammen, aufgrund der derzeitigen Wasserlage könne man noch keine 100- prozentige Aussage tätigen. Man sei aber sehr optimistisch, dass Rodach in Flammen im herkömmlichen Rahmen stattfinden kann. Auch das Feuerwerkt sei fest eingeplant.

Der Bürgermeister informierte über den Kabinettsbeschluss, wonach Kronach als Hochschulstandort ausgebaut werden soll. Seit einigen Jahren arbeite man in Wallenfels auf einer Hochschule im Bereich Holz, Forst und Wald hin. Man sei deshalb sehr zuversichtlich, dass Wallenfels diesbezüglich die erste Wahl ist und ein großes Stück vom Kuchen abbekommt.

Die Stadt Wallenfels hat die rechtsaufsichtliche Genehmigung für ihren Haushalt bekommen. Dies sei sehr wichtig, weil er auch eine Kreditaufnahme und Verpflichtungsermächtigungen für 2019 vorsieht, sagte Korn. Bei einigen Punkten sei man zum weiteren Sparen angehalten worden, dies besonders bei den kostenrechnenden Einrichtungen wie dem Schwimmbad.