Eine Frau bricht ihr altes Leben ab, zieht zurück in die ländliche Heimat und trifft dort auf ihre Jugendliebe. Sie durchlebt einige Schicksalsmomente, ehe sie zum Happy End hin ein Café am Wasser eröffnet.

Die Geschichte von Melani Buchmann ist der klassische Stoff eines Rosamunde-Pilcher-Films. Der einzige Unterschied: Schauplatz der Erzählung ist nicht irgendeine schwedische britische Küstenlandschaft, sondern die Kronacher Innenstadt. Und ob es wirklich ein Happy End gibt, ist zumindest bezüglich des Geschäftlichen noch nicht sicher.


Eröffnung September/Oktober

Denn das Bistro-Café Sorgenlos, das Buchmann gründen will, gibt es noch nicht. Zwar hängt bereits die Ladenwerbung an der Immobilie in der Schwedenstraße 31, die zuletzt der vor seinem Umzug benachbarte Fahrradladen Dressel als Lager genutzt hatte. Innen befindet sich die mitsamt Küchenräumen und Toiletten 93 Quadratmeter große Fläche aber noch voll im Umbau. Die Eröffnung ist für Ende September/Anfang Oktober geplant.

Für Melani ("Die einzige in Deutschland ohne e") Buchmann schließt sich damit ein Kreis, bei dem auch eine Treppe und ein Stau eine große Rolle spielten. 23 Jahre lang lebte die aus Unterrodach stammende 47-Jährige in Nordrhein-Westfalens Großstädten. Dort sammelte sie über 30 Jahre lang Gastronomieerfahrung in Hotels und mit einem eigenen Bistro. 2015 jedoch brach sie dort die Zelte ab und zog nach Kronach. "Jetzt im Alter schätze ich es, im Frankenwald zu leben", sagt Buchmann.

Und dann kam es, wie es bei Rosamunde Pilcher eben so kommt. Eines abends hat Buchmann in der "Alten Torwache - Weinstuben" zufällig ihre alte Jugendliebe wieder getroffen. Er wollte gerade die steile Treppe hinunter gehen, als er seinen Augen nicht traute. Mittlerweile sind die beiden verheiratet.

Der zweite Zufall: Als sie in Kronach in der Schwedenstraße im Stau stand, fiel ihr das Schild auf: "Zu vermieten". "Da ich einige schlechte berufliche Erfahrungen hinter mir hatte und schon immer selbstständig sein wollte, war das Interesse groß", erinnert sich Buchmann. Ihr Mann unterstützt sie - und seit kurzem ist es spruchreif. Melani Buchmann hat zugeschlagen und ist Inhaberin des zukünftigen Bistros und Cafés direkt an der Haßlach.


Fränkisch und frisch soll es sein

"Es soll fränkisch-deutsche Küche geben - ausschließlich mit frischen Zutaten", betont Buchmann. Sie will Frühstück, Mittagstisch mit Tagesgericht und Kaffee anbieten. An den Wochenenden ist auch abends geöffnet. Am Sonntagnachmittag soll es Kuchenbüffet geben. Außerdem kann man bei ihr Feiern für bis zu 40 Personen buchen.

"Ich werde 90 Prozent von allem, was raus geht, selbst herstellen. Mir ist wichtig, dass alles frisch ist", sagt Buchmann über ihr Konzept mit regionalen Produkten. Wurst und Fleisch will sie von der Metzgerei Hanna aus Friesen, Kuchen von der Kronacher Bäckerei Osterlein beziehen. Fränkische Brotzeiten gibt es ebenso auf der Karte wie Ofenkartoffeln. Bräten allerdings nicht. "Mittags gibt es zum Beispiel Gulasch mit Nudeln oder Hackfleischklößchen mit Salat", plant Buchmann.
Die Einrichtung soll im Shabby-Look gehalten sein, bei dem eine Mischung aus Erbstücken, Flohmarktkäufen und Selbstgemachtem sowie Möbel und Gegenstände mit Gebrauchsspuren zum Konzept gehören. "Es soll Eckbänke und dunkle Tischplatten geben", erzählt Buchmann über ihr Konzept für den barrierefreien Laden.


Haßlach-Garten als Hingucker

Einen weiteren Hingucker soll der neue Laden dann ab Frühjahr 2019 erhalten, wenn die dazugehörige Gartenterrasse eröffnet werden soll. Wunderschön idyllisch direkt neben der Haßlach gelegen, könnte dies zu einem echten Hingucker werden. Dort soll es Stehtische und ein Strandeck mit Liegestühlen geben. "Das wird richtig urig mit einer schönen Beleuchtung und der plätschernden Haßlach", verspricht Buchmann, die in der Rolle der Gastgeberin aufgehen will. "Mein Mann und ich machen das, weil wir es wollen."


Neuer Italien-Imbiss in der Spitalstraße - Snacks und Kaffee am Bahnhof


Die Imbiss-Auswahl in der Kronacher Innenstadt wird bald um zwei neue Angebote erweitert.
Zum 1. September eröffnen Piero Mazzei und seine Frau in der Spitalstraße das "La qualita". An Werktagen werden Pizzastücke, Salate und zweimal die Woche Pasta-Gerichte angeboten. Außerdem werden Spezialitäten aus Kalabrien, der Heimat Mazzeis angeboten.


Koch und Imbiss-Betreiber

Der 54-Jährige, der in Kronach vor allem als Koch des Ristorante "Mamma Piera" bekannt ist, lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Nun will er in der Immobilie, in der bis 13. Juli noch das "Esszimmer" gewesen war, etwas Eigenes aufbauen. Von 8.30 bis 16 Uhr soll der Imbiss, in dem es zehn Sitzplätze gibt, geöffnet haben. In den Morgenstunden will Piero Mazzei selbst vor Ort sein und alles vorbereiten. Danach übernimmt seine Frau und er geht ins "Mamma Piera".

"Ich habe früh Zeit und meine Frau und ich haben Lust auf ein kleines und gemütliches Lokal", berichtet Mazzei über seine neue Herausforderung. "Ich freue mich sehr, dass wir einen schnellen Übergang hinbekommen haben", sagt Heinz Schmidt, der Besitzer der Immobilie. "Mir war es wichtig, dass es im Viertel weiter eine Auswahl an kulinarischen Angeboten gibt", sagt er auch mit Blick auf die benachbarte Filiale des Backhauses Müller und das gegenüberliegende Café "Riverside". Diese Immobilien gehören Schmidt ebenfalls.

Ebenfalls ins Gastronomiegeschäft einsteigen wird der Buchhandlung im Bahnhofsgebäude. Vom 30. Juli an wird das Geschäft, das die umfangreichste Auswahl an Presse und Zeitschriften in der Stadt anbietet, geschlossen sein. Der Grund: ein Umbau.


Snacks zum Sofortverzehr

"Wir nehmen den Sofortverzehr neu in unser Angebot auf", begründet Adrienne Schmidthals von der Valora Holding aus Hamburg, zu der der Laden gehört.

Künftig können die Kunden Brötchen, Laugenprodukten, Hot Dogs und ähnliches erwerben. Zusätzlich soll es ein Kaffeemodul mit sämtlichen Kaffeespezialitäten geben. Darüber hinaus ist geplant, den Kassentresen zu erneuern.

Schmidthals: "Am 6. August erfolgt die Abnahme durch die Bahn. Planmäßig werden wir noch am selben Tag um 14 Uhr die Filiale wiedereröffnen. Darauf freuen wir uns schon und sind gespannt, wie die Neuheiten bei den Besuchern ankommen."


Produktpalette bleibt bestehen

An der Verkaufsfläche wird sich nichts ändern, auch die bisherige Produktpalette bleibt bestehen. "Wir haben bereits zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, die zurzeit angelernt und eingearbeitet werden, so dass sie den Kunden bei allen Fragen und Wünschen kompetent beraten können."