Ein Bild der Verwüstung, die neue Küche kaum wiederzuerkennen, das Mobiliar weitestgehend unbrauchbar - das Feuer, das letzten Freitagabend in einem Einfamilienhaus in Wildenberg wütete, hat ganze Arbeit geleistet. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar.

Bei der betroffenen Familie Karoline und Christian Müller liegen die Nerven blank. Der Schock, der durch den Brand buchstäblich über die Familien hereinbrach, ist noch nicht verarbeitet. "Die Bilder vom Brand gehen nicht aus dem Kopf", so Christian Müller.


Abriss wahrscheinlich

Der Dachstuhl ist einsturzgefährdet. Wahrscheinlich muss das Haus abgerissen werden. Der materielle Schaden sei eher zweitrangig, versichert Christian Müller. "Wir sind ja versichert!" Viel schwerer wiegt neben der Belastung, sich um die Instandsetzung des Hauses kümmern zu müssen, die Suche nach einer neuen Bleibe.

Während des Gesprächs steht das Telefon von Christian Müller nicht still. Es muss vieles geregelt werden, beispielsweise mit dem Gutachter, der Versicherung, den Handwerkern, zudem mit den Kunden. Christian Müller ist selbstständig.

Er erzählt vom vergangenen Freitag, als die Familie beim Abendessen saß und plötzlich Rauch durch die Tür kam. Innerhalb von 15 Minuten stand das Haus in Flammen. "Das ging alles so schnell, dass man es gar nicht nachvollziehen kann." Mittlerweile geht man bezüglich der Brandursache von einem Elektrodefekt aus.

Das Schlimmste sei, so Karoline Müller, dass ihr Mann und sie nicht wissen, wohin sie mit ihren drei Enkelkindern ziehen sollen. Zurzeit hat die Familie bei einem Nachbarn Unterschlupf gefunden. Dort teilt sich das Ehepaar, zusammen mit Enkel Luca, zurzeit ein Schlafzimmer. Die anderen beiden Enkel haben Unterschlupf bei ihrer Urgroßmutter außerhalb des Landkreises gefunden. Von der Schule waren sie ein paar Tage befreit. Das sei aber keine Alternative, erklärt Karoline Müller. Die Kinder müssen in die Schule und schnell wieder ihren gewohnten Tagesablauf haben.


Vor wenigen Jahren gekauft und renoviert

Auch sie will so schnell als möglich wieder in ihren Beruf einsteigen. Die vergangene Woche sei dies aber unmöglich gewesen, erklärt Karoline Müller. Da war der Schock, die Fassungslosigkeit. "Es ist schlimm, wenn man binnen weniger Minuten sein Zuhause verliert!" Erst vor wenigen Jahren hat die Familie Müller das Haus gekauft, renoviert und neu eingerichtet. Im Haus war Platz für die ganze Familie und für ihren Berner Sennenhund.

Alle möglichen Hebel hat Familie Müller in Bewegung gesetzt. "Wir greifen nach jedem Strohhalm", so Karoline Müller. Sie wären erleichtert, wenn sie in ein Haus oder in eine größere Wohnung einziehen könnten - nicht auf Dauer, sondern nur solange, bis ihr Haus wieder bewohnbar ist. Auch eine Ferienwohnung könnte es sein, meint Christian Müller. Sie haben danach Ausschau gehalten. Das Problem sei aber, dass die in der Regel von Monteuren belegt sind.

Auch stehen die Müllers mit der Gemeinde in Verbindung. Sie wären glücklich, wenn ihnen ein Wohnungs- oder Hauseigentümer vorübergehend eine Bleibe geben könnte. Und das am Besten in der näheren Umgebung von Wildenberg. Denn in den nächsten Wochen stehen viele Arbeiten, wie eventuell Abbruch, Sanierung, Neubau etc. an. Da wäre es sinnvoll, wenn er schnell an seiner Baustelle wäre, so Müller. Zudem geht es auch darum, dass die Kinder wie gewohnt in die Schule gehen können.


Kontakt

Wer also der Familie Müller eine Wohnung geben könnte, kann sich telefonisch unter 0160/5637086 bei Christian Müller melden.