Georg Beitzinger trug mit Freunden die beiden von einer Holzbildbauerin geschaffenen Balken auf die Spitze des Guggenbergs. Dort hat man das Bergkreuz aufgerichtet und fest im Fels eingepflanzt. Ein Gipfelbuch trägt bereits Namen und Gedanken der Besucher des Gipfelkreuzes - so auch von Bergfreunden aus der Heimat des Stifters des Bergkreuzes, dem Frankenwald.

"Es war mein Anliegen, in meiner neuen Heimat Südtirol ein sichtbares Zeichen meiner Dankbarkeit für meinen bisherigen Lebenslauf und meine Verbundenheit mit der Bergwelt rund um Bruneck zu setzen", erklärt Georg Beitzinger, der auf die für ihn hohe Symbolik des Kreuzes verweist. Der Rothenkirchner lebt seit 2010 in Bruneck in Südtirol.



Die Bedeutung des Kreuzes


Das Kreuz ist das Symbol der Christenheit und stellt das Siegeszeichen des Gottessohns über den Tod am Kreuz dem Betrachter vor Augen. Das Kreuz - bestehend aus einem senkrechten und waagrechten Balken - ist ein altes Hinrichtungswerkzeug, als Schandmal auf Bergeshöhen errichtet, an dem Übeltäter mit Händen und Füßen mit Eisennägeln angenagelt oder mit Stricken festgebunden wurden. Der Tod trat langsam durch Ersticken ein. "Der Gottessohn starb unschuldig für die Menschheit als Erlöser am Schandpfahl und wurde so zum Retter und Heiler - Heiland, zum Mittler zwischen Gott und der Menschheit", erklärt Georg Beitzinger.

Die Christen sehen sich als Erlöste durch Jesus Christus, der ihre Erlösung durch den Tod am Kreuz und durch seine Auferstehung erwirkt habe. Christliche Völker schauen auf zum Kreuz, dem Zeichen ihrer Erlösung. Sie errichten Zeichen ihres Glaubens, sichtbar auf den Turmspitzen ihrer Gotteshäuser, an Wegesrändern und auf Bergspitzen. Gläubige Christen errichten Bildstöcke, Martern und Feldkreuze an Stellen von Unglücksfällen zum Innehalten im Gebet für den oder die Verunglückten.

"Ije Kinne, wje wölln schtenn blej und füe die Verunglücktn bejt, denn dou is woas Schlimmes passiert!", erinnert sich der Rothenkirchener Josef Beitzinger an die Worte seiner Mutter, wenn sie mit ihren Kindern an einem Bildstock oder einem Feldkreuz vorbeikam. Josef Beitzinger ist der Vater des Stifters Georg Beitzinger: "Noch größer ist die Nähe zum Himmel unter einem Gipfelkreuz. Solche Stellen bieten sich besonders an zum Anhalten und Nachdenken: Ich nenne es beten."