150 Jahre ATSV - wie hat der zweitgrößte Verein im Landkreis Kronach mit rund 860 Mitgliedern sein Jubiläum gefeiert?
Christian Popp: 150 Jahre müssen natürlich ansprechend gewürdigt werden, deshalb haben wir über das ganze Jahr verschiedene Veranstaltungen und Festivitäten organisiert. Zwischendurch haben auch unsere einzelnen Abteilungen noch verschiedene Veranstaltungen durchgeführt. So feierte die Basketballabteilung ihr 50-jähriges Bestehen, die Turnerfamilie traf sich bei uns zum Gausporttag 30plus, die Schützen kürten einen Jubiläumskönig und die Kegelabteilung veranstaltete ein Mannschaftsturnier für die ganze Ortschaft. Dies sind nur einige Beispiele für unsere vielfältigen Aktionen im Jubiläumsjahr.

Wie zufriedenstellend war die Resonanz?
Natürlich gab es Veranstaltungen die besser besucht waren als andere, aber alles in allem waren wir mit der Resonanz bei unseren Veranstaltungen zufrieden.

Hat so ein Jubiläum noch denselben Stellenwert im Verein und in der Bevölkerung wie früher?
Da ich noch nicht so alt bin und keine früheren großen Vereinsjubiläen erlebt habe, fehlt mir die Erfahrung, um hierzu eine Bewertung abzugeben. Für uns war es jedoch der Höhepunkt in unserem aktuellen Vereinsleben.

Was bedeutete für Sie, speziell als junger Vereinsvorsitzender, dieses Jubiläumsjahr?
Für mich als "Junger" war es natürlich eine Ehre, unseren ATSV durch dieses Jubiläum zu führen. Es war allerdings auch eine Herausforderung, sowohl das große Ganze als auch die Details im Auge zu behalten und gleichfalls den laufenden Betrieb nicht zu vernachlässigen. Für viele von uns war es die erste Organisation eines solchen Festaktes. Ich selbst habe auf jeden Fall viele Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln können.

Was waren die Höhepunkte, was die weniger erfolgreichen Punkte im Jahresprogramm?
Ein Highlight war das Spielleutetreffen an unserem Festwochenende in voll besetzter Halle. Nicht so erfolgreich hingegen war unsere Jugendveranstaltung. Hier hat insbesondere der Besuch von außerhalb gefehlt.

So ein Jubiläum bedeutet schon bei der Vorbereitung viel Arbeit. Wie hat der Verein diese bewältigt?
Das war in der Tat ein Kraftakt, vor allem für unseren Vereinsausschuss mit dem Vorstand. Es gab so viele Einzelheiten zu beachten. Es fanden über zwei Jahre Dutzende von Zusammenkünften in verschiedenen Arbeitsgruppen statt. Besonders gut hat mir hierbei das Zusammenspiel zwischen den jungen und den älteren Verantwortlichen des Vereins gefallen. So ist es uns gelungen, den Verein modern, dynamisch, aber auch traditionsbewusst zu präsentieren. Das alles war nur durch Teamwork und gegenseitige Unterstützung möglich.

Wie geht es weiter mit dem ATSV nach dem Jubiläumsjahr, sportlich und gesellschaftlich?
Wir haben mit den Sportschützen und der Trampolinturn-Abteilung zwei aktive Wettkampfsparten, dazu aktive Leichtathleten mit guten Ergebnissen. Auch die Basketballer wollen an ihre große Tradition anknüpfen. Hier ist es uns in Zusammenarbeit mit der Grundschule Nordhalben und den Brose Baskets Bamberg gelungen, wieder junge Leute für diesen wunderschönen Sport zu begeistern. Einen Hype erlebt auch unsere Gymnastik-Abteilung mit ihren verschiedenen Gruppen.
Der Spielmannszug wird weiterhin den guten Ruf unseres Vereins musikalisch verbreiten. Im Gemeinschaftsleben Nordhalbens bleibt der ATSV sicher auch in Zukunft eine der stärksten Säulen. Gesellschaftlich müssen wir einige Kompromisse eingehen, da das Volumen der Verpflichtungen für uns Ehrenamtliche immer schwerer zu bewältigen ist. Doch auch hier haben wir meiner Meinung nach bereits die richtigen Entscheidungen getroffen, um das Ganze manövrierfähig und vor allem zukunftsfähig zu gestalten.

Deine persönlichen Wünsche für das neue Vereinsjahr?
Aus sportlicher Sicht wünsche ich mir ein Revival unserer Basketballabteilung und für den organisatorischen Bereich weiterhin eine so gute Zusammenarbeit zwischen den jungen und älteren Vereinsmitgliedern.