Nach dem Gerichtsverfahren über die Klage unter anderem des Bundes Naturschutz gegen die Lerchenhoftrasse, in dem noch kein Urteil gefallen ist (der FT berichtete), nimmt nun der Bund Naturschutz (BN) Stellung zum aktuellen Stand.

Der BN verweist noch einmal darauf, dass das Bayerische Verwaltungsgericht vor allem Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der notwendigen Abwägung zwischen den möglichen Baualternativen durch die Planungsbehörden hat erkennen lassen. Das Verfahren wird nun schriftlich weitergeführt.

"Wir halten den vierspurigen Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach für völlig verfehlt. Er ist angesichts der zurückgehenden Bevölkerungszahlen und des abnehmenden KFZ-Verkehrs in Zeiten des Klimawandels das falsche Signal. Die dreispurig geplante Lerchenhoftrasse im Zuge der B 303, die von Westen her an die B 173 bei Johannisthal anbinden soll, ist noch unnötiger, weil es mit der bestehenden Staatsstraße zwischen Beikheim und dem Anschluss nördlich Johannisthal bereits eine Straße gibt, die umweltverträglich ausgebaut werden könnte. Auch die B 173 bei Johannistahl wäre mit zwei Spuren und eventuellen Überhol-Abschnitten im 2+1-Querschnitt völlig ausreichend dimensioniert", teilt Elisabeth Hoffmann als BN-Kreisvorsitzende mit.


Angst vor Hochwasser

Ingeborg Seidel, Sprecherin der Bürgerinitiative Johannisthal, ergänzt: "Der geplante riesige Knoten zwischen B 173 und B 303 soll im Hochwasserbereich des Rodachtals gebaut worden. Den Johannisthalern und den Bewohnern von Au bei Küps drohen damit Verschärfungen des Hochwassers. Es ist schon heute schlimm genug. Die Rodach darf nicht weiter verbaut werden. Mit den enormen Brückenbauwerken und der Autobahn wären wir in Johannisthal auch noch völlig umzingelt."

Das Staatliche Bauamt Bamberg plant laut BN derzeit den dreistreifigen Neubau einer Trasse der B 303 zwischen Schmölz und Johannisthal auf einer Länge von 2,8 Kilometer auf der Lerchenhoftrasse. Damit zusammen plant das Bauamt den vierstreifigen Neubau der B 173 zwischen Küps und Johannisthal auf 2,9 Kilometer. Weil die beiden neuen Straßenabschnitte als Kraftfahrstraßen geplant werden, sollen die bestehenden Straßen B 173 und St 2200 erhalten bleiben sowie eine Vielzahl weiterer Straßen und Anbindungen umgebaut werden. Insgesamt wären es 19 Kilometer Straßenbau.
69 Hektar landwirtschaftliche Fläche würden für dieses Projekt beansprucht. Der Bund Naturschutz und die Bürgerinitiative lehnen die Planung unter anderem aus Gründen des gigantischen Landschaftsverbrauchs und der nichtausgleichbaren Eingriffe in den Naturhaushalt ab.