Zweimal im Jahr stehen Sonne, Erde und Mond in genau einer Linie: Der Mond leuchtet dadurch in einem unheimlichen Rot. Morgen ist es auch wieder soweit. Mit dem kleinen Unterschied, dass morgen zwei besondere Naturschauspiele gleichzeitig am Himmel zu bestaunen sind. Stefan Weiss, Hobbyfotograf und Co-Inhaber des Bekleidungsgeschäfts "Womanswear und Meanswear" in der Kronacher Rosenau, ist darauf schon besonders gespannt.

Er bezeichnet sich selbst nicht als Hobbyastronomen - trotzdem fotografiert er besonders Sonne und Mond gerne. "Bei Vollmond kann ich nicht schlafen", sagt er lachend, "aber ich finde den Mond faszinierend."


Vorfreude bei Astronomen

Der Mond verfärbt sich rot, weil er in den Schatten der Erde wandert. Unser Planet schirmt den Mond dadurch gegen Sonnenlicht ab und es kommt zu einer totalen Mondfinsternis. Ein Teil des Sonnenlichtes wird jedoch trotzdem noch durch die Erdatmosphäre hin zum Mond abgelenkt.

Die langwelligen Rotanteile im Licht führen schließlich dazu, dass der Trabant in blutig rotem Licht am Horizont leuchtet. Und dieses Naturschauspiel ist bei wolkenlosem Himmel in ganz Deutschland zu verfolgen. Darauf freuen sich neben Weiss auch noch einige andere Astronomen.

Wie auch bei Matthias Steiner, der ein Mitglied des Astrostammtisches Mitwitz ist. Er hat sich für heute Abend schon ein passendes Plätzchen ausgesucht, um sich das Spektakel anzusehen. "Wir vom Stammtisch sind bei der Sternwarte Rotheul. Dort ist extra eine Veranstaltung für dieses außergewöhnliche Ereignis", sagt Steiner, bei dem die Vorfreude schon sehr groß ist.


Höhepunkt um 22.22 Uhr

Ein paar Tipps kann Matthias Steiner allen Hobbyastronomen und Sternguckern für diesen Abend mitgeben: Am wichtigsten sei ein Ort mit freiem Blick Richtung Südosten, der weit genug von Städten und anderen Lichtquellen entfernt ist. Um die Mondfinsternis gut beobachten zu können, empfiehlt er ein normales Fernglas.

Um 20.24 Uhr tritt der Mond langsam in den Schatten der Erde ein. Um 22.22 Uhr erreicht das Naturschauspiel schließlich seinen Höhepunkt, wenn der Mond genau hinter der Erde und zusammen mit ihr und der Sonne exakt in einer Linie steht.

Insgesamt dauert die totale Mondfinsternis eine Stunde und 43 Minuten. Dabei handelt es sich um die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts.


Auch Mars gut zu sehen

Der kupferrote Trabant bekommt trotzdem Konkurrenz: vom Planeten Mars. Dieser ist nämlich ebenfalls sehr gut zu sehen, leuchtet heller am Nachthimmel als sonst und das sogar die ganze Nacht. So nahe wie heute ist er sonst nie an der Erde.

Der Mars hat nur einen Nebenbuhler, den Jupiter, der ihm jedoch in dieser Nacht nicht das Wasser reichen kann.

Sowohl Stefan Weiss als auch Matthias Steinert wissen, dass ein Naturschauspiel wie heute Nacht nicht mehr so schnell zu beobachten ist. Alle 105 000 Jahre passiert es, dass zeitgleich ein Blutmond ist und sich der Mars so nah wie sonst nicht an der Erde befindet. Weiss sagt lachend: "Bei mir ist alles vorbereitet: Kamera überprüft und Akkus geladen."