"Kreuzen, kreuzen, drehen, drehen - ist ganz einfach", flink und geschickt hantiert Beate Atgen, die Leiterin der Nordhalbener Klöppelschule mit den kleinen Holzspindeln. Die Zuschauer lachen. Soviel verstehen alle von Handarbeit, um einschätzen zu können, dass der routinierte Umgang mit den Klöppeln das Ergebnis jahrelanger Erfahrung und großen Geschicks ist.
Der Besuch im Klöppelmuseum war die letzte Station der agrotouristischen Erkundungsfahrt "Wald und Weide im Frankenwald", dem vierten Modul einer Exkursionsreihe, die unter der Führung von Klaus Schaumberg vom Agrotourismus im Frankenwald entstand. Ziel war der Obere Frankenwald: die Höhen von Nurn, Birnbaum, Wolfersgrün und Nordhalben, die Täler von Steinwiesen und die Langenau.
Die Expedition in die Landschaft von heute führte unweigerlich auch in die Vergangenheit, denn jeder Programmpunkt offenbarte den engen Zusammenhang zwischen Natur und Mensch. Zum Beispiel im Flößermuseum in Unterrodach, wo der Tag begann. Anschaulich und spannend erzählte Hubert Dietl vom Floßverein über das harte Leben der Flößer zwischen Waldarbeit im Winter und Flößerei im Sommer; von Männern, die monatelang unterwegs waren und - hier schließt sich der Kreis - ihren Frauen, die in Heimatarbeit zum Lebensunterhalt beitrugen.
Etwa mit dem Klöppeln wertvoller Spitzen. Wie die Flößerei ist auch das Klöppeln von Hand heute nur noch ein Hobby, denn die beiden ehemaligen Erwerbszweige sind nicht mehr rentabel. Die Museen halten das kulturelle Erbe in Ehren, das in der Region identitätsstiftend ist und bewahren gleichzeitig den Wissensschatz. "Solche aufwändigen Spitzen wie früher machen wir nicht mehr", sagt Beate Atgen. "Aber wir wissen, wie es gehen würde."
Eigentlich wäre der Frankenwald eine Hochebene, wären da nicht die charakteristischen tief eingeschnittenen Täler mit den steilen bewaldeten Flanken. Landwirtschaft auf den lichten Höhen war früher mühsam und ist es heute auch noch. Vor etwa 15 Jahren fragte sich Josef Hader aus Nurn, wie er mit seinen 30 Hektar Ackerfläche Geld verdienen könnte. Er setzte auf Qualität statt auf Masse, wandelte die Felder in Wiesen um. Hader begann mit der Zucht von schottischen Hochlandrindern und kam über fränkisches Gelbvieh und Angus zum japanischen Wagyu-Rind. "Unsere Kunden sollen gleich beim ersten Bissen ein Feuerwerk im Mund spüren", sagt er, "dann kommen sie auch wieder." Hader vertreibt das Fleisch direkt ab Hof, denn "es ist viel zu kostbar, als dass es irgendwo anders verwurstelt wird."
Der 20 Teilnehmer waren bunt gemischt aus Bauernverband, Landwirtschaft, Naturschutz, Gastronomie, Touristik, aber auch Privatleute waren dabei, die ihre Heimatkenntnis erweitern wollten. Sie alle eint das Interesse am Frankenwald, so ergaben sich im munteren Austausch neue Kontakte und Fachgespräche. Etwa über den Zuzug des Wolfs, die Vorzüge einer Weideschlachtung oder die problematische Verbreitung des giftigen Jakob-Kreuzkrautes, das zur Zeit sehr hübsch blüht. Der Mensch habe schon viel zu viel in die Natur eingegriffen, als dass er sie nun sich selbst überlassen könne. So arbeiten beim Naturschutzprojekt "Wilde Weide"Naturschutz, Landwirtschaft, Straßenbauverwaltung und Kommune eng zusamme:. Die Herde Galloway-Rinder von Bernhard Beetz freut es, sie genießen einen reichhaltigen Speiseplan auf der naturbelassenen Weide.
Mittagessen im Floßherrenhaus "Goldner Anker" in Steinwiesen, ein Spaziergang mit fantastischen Ausblicken und eine gesunde Erfrischung an der Max-Marien-Quelle in der Langenau waren einige weitere Highlights dieses Tages, der für einige Urlaub war, für andere sich nur so anfühlte. Wie für Klaus Schaumberg zum Beispiel.
"Wir schnüren touristische Erlebnispakete und suchen nun nach Partnern, die sie durchführen", sagt er und denkt dabei an Tourismusbetriebe und Reiseveranstalter. Die Teilnehmer haben nach dem Genuss der Fahrt daher noch eine wichtige Aufgabe: Sie müssen ein ehrliches Feedback zu Ablauf, Organisation und Inhalt geben. Sorgen wird sich der Organisator deshalb keine machen müssen. Auch nach zehn Stunden dichtgedrängtem Programm hieß es: "Wir könnten noch weitermachen. Die Zeit verging wie im Flug!"
"Grün mit Geschmack" heißt die nächste agrotouristische Erkundungsfahrt am Mittwoch, 27. Juni. Mit einem 20-Sitzer-Bus geht es ab Kronach zu landwirtschaftlichen, kulinarischen, naturräumlichen aber auch kulturhistorischen Kostbarkeiten in der Rennsteigregion. Anmeldung bis 22. Juni bei Klaus Schaumberg, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Tel. 09261/6044-600.
Der Besuch im Klöppelmuseum war die letzte Station der agrotouristischen Erkundungsfahrt "Wald und Weide im Frankenwald", dem vierten Modul einer Exkursionsreihe, die unter der Führung von Klaus Schaumberg vom Agrotourismus im Frankenwald entstand. Ziel war der Obere Frankenwald: die Höhen von Nurn, Birnbaum, Wolfersgrün und Nordhalben, die Täler von Steinwiesen und die Langenau.
Die Expedition in die Landschaft von heute führte unweigerlich auch in die Vergangenheit, denn jeder Programmpunkt offenbarte den engen Zusammenhang zwischen Natur und Mensch. Zum Beispiel im Flößermuseum in Unterrodach, wo der Tag begann. Anschaulich und spannend erzählte Hubert Dietl vom Floßverein über das harte Leben der Flößer zwischen Waldarbeit im Winter und Flößerei im Sommer; von Männern, die monatelang unterwegs waren und - hier schließt sich der Kreis - ihren Frauen, die in Heimatarbeit zum Lebensunterhalt beitrugen.
Etwa mit dem Klöppeln wertvoller Spitzen. Wie die Flößerei ist auch das Klöppeln von Hand heute nur noch ein Hobby, denn die beiden ehemaligen Erwerbszweige sind nicht mehr rentabel. Die Museen halten das kulturelle Erbe in Ehren, das in der Region identitätsstiftend ist und bewahren gleichzeitig den Wissensschatz. "Solche aufwändigen Spitzen wie früher machen wir nicht mehr", sagt Beate Atgen. "Aber wir wissen, wie es gehen würde."
Eigentlich wäre der Frankenwald eine Hochebene, wären da nicht die charakteristischen tief eingeschnittenen Täler mit den steilen bewaldeten Flanken. Landwirtschaft auf den lichten Höhen war früher mühsam und ist es heute auch noch. Vor etwa 15 Jahren fragte sich Josef Hader aus Nurn, wie er mit seinen 30 Hektar Ackerfläche Geld verdienen könnte. Er setzte auf Qualität statt auf Masse, wandelte die Felder in Wiesen um. Hader begann mit der Zucht von schottischen Hochlandrindern und kam über fränkisches Gelbvieh und Angus zum japanischen Wagyu-Rind. "Unsere Kunden sollen gleich beim ersten Bissen ein Feuerwerk im Mund spüren", sagt er, "dann kommen sie auch wieder." Hader vertreibt das Fleisch direkt ab Hof, denn "es ist viel zu kostbar, als dass es irgendwo anders verwurstelt wird."
Der 20 Teilnehmer waren bunt gemischt aus Bauernverband, Landwirtschaft, Naturschutz, Gastronomie, Touristik, aber auch Privatleute waren dabei, die ihre Heimatkenntnis erweitern wollten. Sie alle eint das Interesse am Frankenwald, so ergaben sich im munteren Austausch neue Kontakte und Fachgespräche. Etwa über den Zuzug des Wolfs, die Vorzüge einer Weideschlachtung oder die problematische Verbreitung des giftigen Jakob-Kreuzkrautes, das zur Zeit sehr hübsch blüht. Der Mensch habe schon viel zu viel in die Natur eingegriffen, als dass er sie nun sich selbst überlassen könne. So arbeiten beim Naturschutzprojekt "Wilde Weide"Naturschutz, Landwirtschaft, Straßenbauverwaltung und Kommune eng zusamme:. Die Herde Galloway-Rinder von Bernhard Beetz freut es, sie genießen einen reichhaltigen Speiseplan auf der naturbelassenen Weide.
Mittagessen im Floßherrenhaus "Goldner Anker" in Steinwiesen, ein Spaziergang mit fantastischen Ausblicken und eine gesunde Erfrischung an der Max-Marien-Quelle in der Langenau waren einige weitere Highlights dieses Tages, der für einige Urlaub war, für andere sich nur so anfühlte. Wie für Klaus Schaumberg zum Beispiel.
"Wir schnüren touristische Erlebnispakete und suchen nun nach Partnern, die sie durchführen", sagt er und denkt dabei an Tourismusbetriebe und Reiseveranstalter. Die Teilnehmer haben nach dem Genuss der Fahrt daher noch eine wichtige Aufgabe: Sie müssen ein ehrliches Feedback zu Ablauf, Organisation und Inhalt geben. Sorgen wird sich der Organisator deshalb keine machen müssen. Auch nach zehn Stunden dichtgedrängtem Programm hieß es: "Wir könnten noch weitermachen. Die Zeit verging wie im Flug!"
"Grün mit Geschmack" heißt die nächste agrotouristische Erkundungsfahrt am Mittwoch, 27. Juni. Mit einem 20-Sitzer-Bus geht es ab Kronach zu landwirtschaftlichen, kulinarischen, naturräumlichen aber auch kulturhistorischen Kostbarkeiten in der Rennsteigregion. Anmeldung bis 22. Juni bei Klaus Schaumberg, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Tel. 09261/6044-600.