Am Donnerstag fand die offizielle Gebäudeübernahme statt. Voller Stolz halten ASB-Kreisvorsitzende Christa Steiger, ASB-Geschäftsführer Rainer Schreier sowie der stellvertretende Geschäftsführer, Roland Funk, den symbolischen goldenen Schlüssel für das Gebäude der ehemaligen Firma Eisenträger in Händen. Auf dem Gelände in der Siechenangerstraße soll in den kommenden Monaten die neue Unterkunft des ASB Kronach entstehen.
Der Stolz über diesen Meilenstein in der Geschichte des Wohlfahrtsverbands stand den Verantwortlichen bei der offiziellen Gebäudeübernahme ins Gesicht geschrieben. Insgesamt 1,7 Millionen Euro investiert der ASB in den Erwerb und Umbau des Objekts. Hauptgrund war insbesondere die durch das stetige Wachstum des ASB im Landkreis bedingte Platznot. "Hilfe zur Selbsthilfe" - Dieses Selbstverständnis habe für den 1888 - also vor 130 Jahren - ins Leben gerufenen ASB in Deutschland schon immer gegolten, betonte Christa Steiger in ihrer Ansprache. "Wir sind entstanden als eine reine Selbsthilfeorganisation und beabsichtigen, diese Motivation in unseren Unternehmungen zu verwirklichen", betonte sie. Um den Vereinszweck leben zu können, benötige man eine ordentliche Infrastruktur - so auch ein entsprechendes Gebäude. Hier in Kronach beabsichtige man, ein neues Angebot für Freiwillige zu schaffen. "Wir haben nicht die Absicht, mit irgendeiner anderen Organisation oder Verein um Freiwillige zu buhlen", betonte sie. Vielmehr halte man nach neuen Möglichkeiten Ausschau, um gesellschaftliche Defizite in der gesundheitlichen und sozialen Infrastruktur auszugleichen. Um diese Ziele weiter verfolgen zu können, sei man gut zwei Jahre auf der Suche nach einem geeigneten Stützpunkt in Kronach gewesen. Der Standort an der Siechenanger Straße sei ein Glücksfall besonders hinsichtlich der Großzügigkeit und Zentralität des Grundstücks. "Der barrierefreie Zugang mit Busanbindung, die ausreichenden Parkflächen, die optimale wirtschaftliche Größe der Gebäudestruktur mit der angrenzenden Garage wird nur noch getoppt durch die Lage in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus, der Feuerwehr und der Bundesstraße", schwärmte sie.
Im Obergeschoss des Gebäudes entsteht die Geschäftsstelle und damit die Schaltzentrale der künftigen Unternehmungen sowie im Erdgeschoss die Fahrdienstzentrale, der Katastrophenstützpunkt mit Lager- und Ausbildungsmöglichkeiten. Die Halle wird als Abstellmöglichkeit für die Fahrzeuge der Schnelleinsatzgruppe, der Rettungshundestaffel sowie aller Fahrzeuge des Fahrdienstes hergerichtet.
Im Anschluss sollen auch die Außenanlagen ansehnlich hergestellt werden. In Kronach wolle man Blutspende-Termine in Zusammenarbeit mit dem Institut für Transfusionsmedizin aus Suhl anbieten und Angebote in der Erste-Hilfe-Ausbildung schaffen. "Auch wenn der ASB sich im Landkreis Kronach erst seit 1994 langsam etabliert, ist er - meiner Meinung nach - schon zu einem ausgewachsenen Wohlfahrtsverband gereift, der sich nicht ausruhen möchte, sondern nach mehr sozialer Gleichzeit strebt und den Menschen im Landkreis ein verlässlicher Partner sein möchte", stellte Steiger heraus.

ASB-Geschäftsführer Rainer Schreier war es ein großes Bedürfnis, sich bei einigen Unterstützern und Partnern, von denen ein Großteil bei der kleinen Feier anwesend war, persönlich zu bedanken. Dank sagte er dem bisherigen Eigentümer Oliver Eisenträger, der Sparkasse Kulmbach-Kronach für die Finanzierung, dem Architektenbüro AIG Fischer Kronach sowie Bürgermeister Beiergrößlein als auch Landrat Klaus Löffler - jeweils mit ihrer Verwaltung. Besonders aber dankte er allen Samariterinnen und Samaritern. Sie alle hätten ihren Beitrag geleistet, dass man an dem heutigen Tage die Gebäudeübernahme feiern könne. Von einer klassischen Win-win-Situation sprach Bürgermeister Beiergrößlein auch in seiner Funktion als stellvertretender Landrat. Nachdem man auch noch andere Alternativen im Visier gehabt habe, habe sich dieses Areal als "Filet-Standort" herauskristallisiert. Dass das die letzten Jahre leerstehende Gebäude nun eine solch sinnvolle Nutzung durch einen solch starken Sozialverband wie den ASB finde, erfülle ihn mit großer Freude und Respekt.
Alle Beteiligten hofften auf ein zügiges Voranschreiten der umfangreichen Baumaßnahmen, die zunächst einmal in die Ausschreibung gehen. Gänzlich fertiggestellt werde der Umbau, so Ingo Holzmann, Leiter Ambulante Dienste , wohl heuer nicht mehr. Man hofft aber, dass die Baumaßnahmen soweit fortgeschritten sind, um über den Winter die Fahrzeuge unterstellen zu können. Die Einweihung erfolgt 2019.

Hintergrund-Infos:
Steiger ging auch auf die Geschichte, Entwicklung sowie die weiteren Zielsetzungen des ASB im Landkreis Kronach ein. Den ASB gibt es im Landkreis seit 1996. Begonnen hat alles mit der Sozialstation in Rothenkirchen. Es folgte 1998 das Seniorenzentrum mit 24 Betten, ebenfalls in Rothenkirchen.
2008 wurde das Seniorenzentrum Rodachtal (bereits mit 57 vollstationären Pflegeplätzen) eröffnet, so dass man heuer zehnjähriges Jubiläum feiern kann. 2014 konnte man in Rothenkirchen das Seniorenzentrum mit 61 Pflegeplätzen eröffnen.
Als nächster Schritt erfolgt nun die Verlagerung der Geschäftsstelle nach Kronach mit einer Investition von 1,7 Millionen Euro. Geschaffen wird ein Standort für das sich im stetigen Wachstum befindliche Ehrenamt. Aktuell zählt man 36 aktiv tätige Ehrenamtliche, 16 Rettungshundeteams und eine Schnelleinsatzgruppe (SEG). Ein Einsatzwagen bleibt weiter in Rothenkirchen stationiert. Ein Einsatzwagen und der Kommandowagen der Rettungshundestaffel werden nach Kronach verlegt. 2017 konnten bereits 16 Sanitätsdienste durchgeführt werden. Auch die Breitenausbildung wird ein Angebot in Kronach sein. So wird man hier Erste-Hilfe-Ausbildungen für die Bevölkerung und Unternehmen anbieten. Zudem wird der ASB in Kronach künftig auch zur Blutspende einladen. Der Fahrdienst mit den aktuell sieben Fahrzeugen und 14 Mitarbeitern hat nun ausreichend Platz. Zusätzlich findet man hier auch den Fachberater für den Bereich ASB-Hausnotruf im Landkreis Kronach. Die Verwaltung des ASB mit seinen 176 Mitarbeitern in den Pflegeheimen, der Sozialstation und dem Fahrdienst wird künftig zentral in Kronach gesteuert.