Der Bau- und Umweltausschuss des Marktes Pressig gab in der Sitzung am Dienstag grünes Licht für die Umsetzung des Baugebietes "Metzgersberg" und machte damit den Weg frei für den baldigen Beginn von Baumaßnahmen.

Lediglich Marktgemeinderat Bertram Glatzer von der Bürgergemeinschaf(f)t stimmte gegen das Vorhaben, weil das dort geplante Mehrfamilienhaus mit einer Höhe von 14 Metern mit einem Pultdach nicht in das Gesamtbild des Wohngebietes "Anger" passe. Dorthin gehöre kein solch großes Mehrfamilienhaus, war die Meinung von Glatzer. Dritter Bürgermeister Klaus Dressel (CSU) hielt dem entgegen, dass man schon seit September 2019 mehrmals über diesen Bebauungsplan im Gremium diskutiert habe und auch einige Änderungen vorgenommen wurden. Nun dürfe es kein Nachhaken mehr geben, schließlich wollten Bauwillige irgendwann eine verbindliche Zusage.

Zufahrt über die Bergstraße

Mit 8:1 Stimmen wurde die Satzung für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan des Marktes Pressig für das Allgemeine Wohngebiet "Metzgersberg" beschlossen. Dabei wurde auch die Zufahrt über die Thüringer Straße herausgenommen, das Baugebiet ist nur über die Bergstraße anzufahren. Die Satzung tritt mit der öffentlichen Bekanntgabe in Kraft.

Auf dem 7000 Quadratmeter großen Baugebiet sind vorerst ein Mehrfamilienhaus mit circa 1000 Quadratmeter Wohnfläche für acht Wohneinheiten mit Garagen geplant und eventuell noch ein Einfamilienhaus.

Bauamtsleiter Andreas Schorn informierte im Gremium, dass folgende Bauanträge von der Verwaltung an das Landratsamt weitergeleitet wurden. Es handelt sich um eine Nutzungsänderung zu Wohnzwecken mit Garage und Balkonanbau eines Anwesens in Welitsch. Am Hausarztzentrum Frankenwald in Pressig werden zehn neue Garagen gebaut. In Größau wurde die Erweiterung eines Nebengebäudes mit Überdachung und Dachgaube beantragt und konnte ebenfalls von der Verwaltung weitergeitet werden.

Zwei weitere dem Bauausschuss vorgelegte Bauanträge fanden einstimmig das gemeindliche Einvernehmen mit einigen Befreiungen vom festgesetzten Bebauungsplan. Das betrifft ein Einfamilienhaus mit drei Stellplätzen im neu erschlossenen Martin-Luther-Ring in Pressig und die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Carport und Garage in Friedersdorf.

Die Marktgemeinderäte Bertram Glatzer und Thomas Günther (beide Bürgergemeinschaf(f)t) stellten die Frage, wieso man verbindliche Bebauungspläne aufstellt und dann aber trotzdem immer wieder Befreiungen für Abweichungen erteilt werden. Dritter Bürgermeister Klaus Dressel (CSU) informierte als langjähriges Gremiumsmitglied dazu, dass die Festsetzungen von Bebauungsplänen manchmal schon Jahrzehnte zurückliegen und sich der Baustil und die Wünsche der Häuslebauer im Laufe der Jahre verändert haben. Würde man keine Befreiung erteilen, so müsste der Bebauungsplan geändert werden und das verursache Zeit und Kosten, die nicht vertretbar wären.

Einstimmig und ohne Debatte wurde der Errichtung eines Schleuderbetonmastes von circa 46 Meter Gesamthöhe zwischen Rothenkirchen und Förtschendorf mit Erschließung der Zufahrt von der Bundesstraße 85 aus, das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Das Bauvorhaben ist nach Baugesetzbuch privilegiert, da es der öffentlichen Versorgung mit Telekommunikationsdienstleistungen dient. Weitere Voraussetzungen für das gemeindliche Einvernehmen sind, dass keine öffentlichen Belange entgegenstehen und eine gesicherte Erschließung gegeben ist.

Lob für den Winterdienst

Unter Sonstiges lobte Bürgermeister Stefan Heinlein (CSU) den guten Einsatz des Winterdienstes des Marktes Pressig. Er selbst sei in den vergangenen schneereichen Tagen mitgefahren und konnte sich ein Bild von den Schwierigkeiten machen, die Schneepflugfahrer in manchen Straßen antreffen. Der Bürgermeister appellierte an die Vernunft der Autofahrer, ihre Fahrzeuge möglichst auf ihrem Grundstück oder in einer Einfahrt abzustellen und die ausgeschilderten Halteverbote zu beachten, sonst führe dies zu großen Verzögerungen bei der Schneeräumung.

Gute Arbeit wurde vom Bauhof auch bei einigen Wasserrohrbrüchen geleistet und es wurde vor allem schnell reagiert und richtig gehandelt, um große Wasserverluste zu vermeiden. Dietmar Kirchner (FW) konnte dem Lob für die Schneepflugfahrer, aus eigener Erfahrung, nur zustimmen.

Heizen mit Hackschnitzeln

Thomas Günther von der Bürgergemeinschaf(f)t fragte nach, wie weit die Planung einer Holzhackschnitzel-Heizungsanlage für Schule und Kindergarten in Rothenkirchen sei. Hierzu informierte der Rathauschef. Es sei Ende vergangenen Jahres zu einigen Verzögerungen wegen Förderantragsstellungen gekommen. Schule und Kindergarten sollen nachhaltig gemeinsam von einer Hackschnitzelanlage versorgt werden. Die geplante Wärmeversorgungsanlage (Holzhackschnitzel) der Schule Rothenkirchen als Hackgutkessel wird an die Wärmeleistung für zusätzliche Gebäude angepasst. Die Anlage wird so geplant, dass vorerst der Kindergarten Rothenkirchen über eine Nahwärmeleitung an die Schule angeschlossen wird. Im jeweiligen Grundstück kann die Nahwärmeleitung bei einer eventuellen späteren Großvariante umgelegt werden. Von der Schule aus wird die Nahwärmeleitung in der Dimension der Heizlast von Schule mit Turnhalle verlegt, um eventuell eine spätere Versorgung über die Großvariante zu schaffen.

Die Planungen zwischen den beiden Architekten für Schule und Kindergarten Rothenkirchen laufen jedenfalls auf Hochtouren, so Heinlein.