Die Veranstalter konnten 1978 einen wahren Schatz heben. In einer Scheune wurden rund 250 alte Glasplatten gefunden. Es handelte sich dabei um Negative früher Fotokunst des Nordhalbeners Johann Köstner. Nach einem längeren Amerika-Aufenthalt kehrte dieser in seine Heimat zurück, ausgestattet mit - für die damalige Zeit - modernster Fototechnik. Er arbeitete anschließend etwa 30 Jahre als Künstler im Ort.

Dass dieser Fund nicht, wie ursprünglich geplant, auf den Sperrmüll gehört, sondern zu neuem Leben erweckt werden musste, entdeckte der ambitionierte Hobbyfotograf Otmar Adler. Etwa 200 dieser Negative wurden in stundenlanger Arbeit gereinigt und digital wiederbelebt. Häufig wurden daraus treffende Ausschnitte vergrößert, die die bildnerische Absicht jetzt in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Die Ergebnisse dieser Bemühungen können sich sehen lassen. Sie werden die Besucher nicht nur wegen ihrer exzellenten technischen Perfektion, sondern auch wegen ihrer hohen künstlerischen Qualität in Erstaunen versetzen.
Die kleinen Bildschätze reichen von anrührend schönen, ernsten Portraitfotos bis zu Orts- und Landschaftsaufnahmen. Sie umfassen Gruppenbilder von den damals mehr als zahlreichen Vereins- und Festtagsrunden, aber auch Schnappschüsse von historischem Wert.

So spiegelt die Sammlung das Leben der Zeit um die Jahrhundertwende bis etwa zum Jahr 1930 wider. Ehrlicher Nationalstolz und Heimatverbundenheit, aber auch ungeschönte Realitätsabbildung und unfreiwillige Situationskomik sprechen aus vielen dieser Bilder. Das alles zeigt die intuitive, künstlerische Kraft des Johann Köstner, "des Janny", wie die Nordhalbener ihren damals wohl verkannten Künstler liebevoll nannten. red