Auch an diesem Schwedensonntag haben wieder zahlreiche Frauen, Männer und Kinder das uralte Gelübde ihrer Vorfahren eingelöst und sind der Schwedenprozession gefolgt. Während des Gottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Johannes ließ Pfarrer Thomas Teuchgräber an seinen Gedanken zu diesem Kulturerbe teilhaben. "Es ist eine Friedens- und Dankprozession, die mir genau drei Dinge sagt: Erstens gehen wir voll motiviert aus der Kirche, singen und beten und suchen das Weite, ohne Angst und kleinliches Denken. Zweitens machen wir Fortschritte, das heißt, wir schreiten fort, denn man muss beweglich bleiben." Denn wenn man nur auf der Stelle trete, könne man genau so gut auch Sauerkraut stampfen. "Und drittens halten wir Christus hoch, denn er ist uns heilig und wichtig wie unser täglich Brot", so Teuchgräber.


Sieben Sinnsprüche

Am ersten Altar, den die Katholische Jugend festlich geschmückt hatte, drehte sich dann alles um den Sinn des Lebens. Sechs Jugendliche hatten sich dazu so ihre Gedanken gemacht. Der 19-jährige Felix zum Beispiel sieht Sinn darin, eine Familie zu gründen und Katharina (ebenfalls 19) würde gerne ihre Zukunft mit den Menschen verbringen, die sie liebt. Der 22-jährige Fabian möchte einfach nur im Kopf glücklich sein. Sieben Sinnsprüche regten zum Mitdenken und Mitmachen an.

Um den Altar am Salzturm auf der Festung Rosenberg hatte sich die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) gekümmert. Auf die Frage: "Was ist ein Leben wert?" konnte hier zwar keine eindeutige Antwort gegeben werden, aber der reine Materialwert des Menschen sei wohl kaum der Rede wert, so der Sprecher. Und weiter: "Der Körper ist doch nicht nur ein Baukasten atomarer Bestandteile und aus einem menschlichen Leben kann man auch keine Kosten-Nutzen-Analyse ziehen. Es gibt auch keine Minderleister, und wir sollten nicht das Glaubensbekenntnis des Kapitals beten."


Teuchgräber: "Der Herr is eh a Kroniche"

Flüchtlinge und Außenseiter hatte sich die Kolping-Familie zum Thema gemacht, die am dritten Altar auf der Bastion von aufwühlenden Schicksalen berichtete. "Wir geben euch Lebenszeugnisse von Flüchtlingen aus Afrika. Unser Wohlstand ist auf Elend aufgebaut, dabei ist Integration der Schlüssel zur Menschlichkeit. Wir sollten eine Welt anstreben, in der niemand gezwungen ist, seine Heimat zu verlassen", war die Empfehlung des Sprechers.

Auf dem Weg vom dritten zum vierten Altar beteten die Teilnehmer für ihre Stadt. Passend dazu die Aussage von Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber: "Der Herr is eh a Kroniche."

Bevor er in der Stadtpfarrkirche die Teilnehmer zum sonntäglichen Mittagessen entließ, regte das Kinderabenteuerland-Team noch einmal zum Nachdenken an. Am vierten Altar an der Ehrensäule am Melchior-Otto-Platz verteilten sie nicht nur Trauben, sondern fragten auch: "Wie bleibt ihr mit Gott verbunden?" Die Antwort darauf finde sich in jedem selbst, so die Sprecherin, denn: "Christus ist in uns."