Von der Klängen des Posaunenchors der Bayreuther Stadtkirche wurden die zahlreichen Gäste willkommen geheißen. Pfarrer Albrecht Bischoff war erst mit seinen Präparanden von der Übernachtung zurückgekommen und bat um Verständnis, dass es "oben" einfach zu nass ist.

Der ehrenamtliche Hüttenwart Heinrich Zschach feierte sein 55-jähriges Tippach-Jubiläum Familie Zschach betreute mit viel Liebe und Einsatz über Jahrzehnte hinweg das Jugendheim im Tippach für die Evangelische Kirchengemeinde Ludwigsstadt und wer wie Enrico Wäcker mal sein Herz im Tippach verloren hat, der soll in seinem allgegenwärtigen Kampf gegen das Gras vor Ort mit der Kollekte zugunsten eines Rasentraktors belohnt werden, so Pfarrer Albrecht Bischoff.

Der Himmelfahrtsgottesdienst und das Jubiläum stellte Pfarrer Albrecht Bischoff unter den Tagesspruch aus Joh. 12,32: "Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.". Musikalisch wurde der Festgottesdienst von der Stadtkapelle Ludwigsstadt und dem Posaunenchor der Stadtkirche Bayreuth umrahmt, der seit Jahren immer wieder zu Gast im Tippach ist.

In seiner Festpredigt beschrieb Volkmar Gregori die Einzigartigkeit des "Tippachs", die herrliche Lage, die einfache und schlichte Unterkunft, fließendes Quellwasser, Gasfunzeln, Plumpsklo und Selbstversorgung mit einem Kreisverkehr und der Überholspur für Wildschweine, die die Menschen zurück zu Erfahrungen mit der Gemeinschaft in der Natur brächten.

Auch der vorbildliche Einsatz der Menschen rund um ihr "Tippach" mit dem neugebauten Tipi sei eine einzigartige Gesamtleistung und Heinrich Zschach sollte eigentlich "Häuptling Heinrich" heißen und dort oben die Friedenspfeife rauchen, so Volkmar Gregori.

Im zweiten Teil seiner Predigt ging Gregori nochmal auf die Himmelfahrt selbst ein und erzählte die Geschichte eines Pfarrers, der mit einer Trauerfamilie seine Erfahrungen zu diesem Fest macht.

Anschließend lud Pfarrer Albrecht Bischoff alle Gäste zum Gemeindefest in den Schafstall St. Michael ein, um dort gemeinsam zu feiern und des Ausführungen des dem Hüttenwarts Heinrich Zschach zu seinem Lebenswerk zu lauschen.

Stadtrat Hermann Feuerpfeil überbrachte die Glückwünsche der Stadt Ludwigsstadt und gratulierte zu einer "einmaligen, vorbildlichen Jugendarbeit", die von der Stadt gerne unterstützt werde.

Tippach und das Gemeindezentrum, das unter der Regie Volkmar Gregoris entstanden sei, seien Leuchttürme, die heute noch weit hinaus strahlten und Gemeinschaft in der Heimat verdeutlichten.

Pfarrer Albrecht Bischoff hatte für Heinrich Zschach zum Jubiläum eine großen Präsentkorb als Anerkennung seiner Lebensleistung und überreichte diesen zusammen mit einem Brotzeitbrettchen, auf dem zusammen mit einem Bibelvers das Jugendheim abgebildet ist.

Heinrich Zschach wehrte sich gegen den Dank und den "Weihrauch" und verteilte an fleißige Unterstützer gleich vor Ort den Inhalt des Präsentkorbs.

Das Gemeindezentrum hatte sich gefüllt und Heinrich Zschach erzählte nochmal in kleinen Anekdoten von der Entstehung des Jugendheims im Tippach, das ohne bürokratische Maßnahmen und einfache Entscheidungen entstanden ist. Die Finanzierungen ließ manchen Stadtrat in Ludwigsstadt grinsen, denn vielen war nicht bewusst "was die Buben 1952 überhaupt erreichen wollen", so Heinrich Zschach.

An die Witwe von Regionalbischof Walter Schieder übergab Heinrich Zschach den Gästebuchauszug mit dem Eintrag ihres verstorbenen Mannes von 1954, da die Familie über Jahrzehnte immer treue Gäste im Tippach war und ist.

Lehrer Manfred Nerlich aus Kronach berichtete, dass er seit 1962 das erste Mal mit einer Jugendgruppe im Jugendheim Tippach war und gab allen Zuhörern eine anschauliche Ablaufbeschreibung eines Freizeitwochenendes fernab der Zivilisation.

"Es gab damals nie keinen Schnee im Winter, so dass wir immer alles von der Straße aus rauf tragen mussten", so Manfred Nerlich. Er berichtet auch von Schlittenrennen und außergewöhnlichen Nachtwanderungen und brachte alle im Saal zum Lachen.

Zum gemütlichen Beisammensein gab es einen Film von der letzten Teeniefreizeit im Tippach, so dass der Wald, das Jugendheim und die Erlebnisse auf der Leinwand im Schafstall lebendig wurden, nachdem die Besucher aufgrund des Wetters nicht an Ort und Stelle sein konnten.