Bei der Sitzung des Abwasserverbandes Kronach-Süd am Mittwoch im Rathaus in Küps standen die Jahresrechnung 2019 und der Haushaltsplan mit Satzung für das Jahr 2020 im Mittelpunkt. Der Bürgermeister von Weißenbrunn, Egon Herrmann, wurde nach 18-jähriger Dienstzeit als stellvertretender Verbandsvorsitzender und Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses aus dem Abwasserverband verabschiedet.

Eingangs der Haushaltsberatung hatte Verbandsvorsitzender Bernd Rebhan auf Beschlüsse des Gremiums über den "Masterplan" für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Bereich Kläranlage und Sammler beziehungsweise die Ertüchtigung der Außenstationen (Pumpwerke und Regenüberlaufbecken) sowie auf Einzelbeschlüsse in weiteren Sitzungen verwiesen.

Kreditaufnahme notwendig

Der Gesamthaushalt 2020 schließt mit rund 2,7 Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben ab. Das bedeutet eine Verringerung gegenüber dem Vorjahr um 107 700 Euro, die auf Kostenreduzierungen in Höhe von 288 000 Euro im Vermögenshaushalt zurückzuführen ist. Die Kostensteigerung im Verwaltungshaushalt beträgt 181 000 Euro. Aufgrund der erheblichen Investitionen für Sammler und Sonderbauwerke sowie für die Kläranlage ist die Aufnahme eines Kredits von 1 012 800 Euro notwendig.

Der durch Gebühren, Beiträge, Zuschüsse und sonstige Einnahmen nicht gedeckte laufende Finanzbedarf zur Finanzierung von Ausgaben im Verwaltungshaushalt wird auf rund 1,18 Millionen Euro festgesetzt. Dieser Betrag wird durch eine Betriebskostenumlage (BKU) auf die Verbandsmitglieder umgelegt. Die Investitionskostenumlage (IKU) beträgt 29 000 Euro.

Die Umlagen im Einzelnen

Das ergibt an BKU für den Markt Küps 677 985 Euro plus 15 854 Euro IKU, für die Gemeinde Weißenbrunn 316 847 Euro plus 8089 Euro IKU und für die Stadt Kronach 183 818 Euro plus 5057 Euro IKU.

Die größte Investitionssumme ergibt sich aus der Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Kläranlage für 500 000 Euro. Die Schulden des Verbandes erhöhen sich von rund 2,5 Millionen Euro am Anfang des Jahres auf circa 4,08 Millionen Euro zum Jahresende.

Der Haushaltsplan 2020 mit Satzung und der Finanzplan für die Jahre 2020 bis 2023 erhielten einstimmig das Votum des Gremiums, wie auch der Jahresrechnung 2019 mit den überplanmäßigen Ausgaben und den neuen Haushaltsresten zugestimmt wurde.

Für den Neuaufbau der Fernwirkstation zur Hochwasserpumpe wurde der Auftrag der Firma K + S Richter in Kasendorf zum Preis von 27 370 Euro erteilt. Aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 18. Dezember gab der Vorsitzende bekannt, dass der Auftrag für eine Erneuerung der Schaltzentrale ebenfalls an die Firma K + S Richter vergeben wurde, die mit 663 000 Euro auch hier das wirtschaftlich günstigste Angebot vorgelegt hatte. In gleicher Sitzung war der Auftrag für die Sanierung und den Umbau der Schlammentwässerungstechnik (Maschinen und Elektrotechnik) an die Firma W.E.T. Kasendorf zum Preis von 454 000 Euro vergeben worden. Der Auftrag für Bautechnik bei der Sanierung des Bestandsgebäudes Schlammpresse ging an die Firma Franz Hofmann, Sonnefeld, zum Preis von 532 807 Euro. Mit diesen Arbeiten soll im Mai begonnen und im August sollen sie abgeschlossen werden. Aktuell hat bereits der Aushub des Untergrundes begonnen. In zwei Wochen soll das Betonfundament fertiggestellt sein.

Dank an Egon Herrmann

Am Schluss der Versammlung dankte Vorsitzender Rebhan dem zum 30. April aus dem Gremium ausscheidenden stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Egon Herrmann für die gute Zusammenarbeit. Herrmann war am 26. Juni 2002 in sein Amt gewählt und 2008 sowie 2014 jeweils einstimmig darin bestätigt worden. Rebhan dankte Herrmann für seine 18 Jahre im Dienste des Abwasserverbandes und für sein Engagement im gleichen Zeitraum als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Egon Herrmann habe mit seiner Erfahrung auch seine Gemeinde Weißenbrunn stets würdig vertreten und sein Wissen und seine Kenntnisse aus seiner Funktion als Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags im Kreis Kronach in den Verband eingebracht.

Egon Herrmann wünschte Rebhan und dem Gremium viel Erfolg bei ihrer schweren Aufgabe. Angesichts der Fülle von Investitionen hoffe er, dass sich die momentane Krise nicht auf die Vergabe von Fördermitteln auswirken werde, denn der AWV sei auf größtmögliche Förderung angewiesen. Er wünschte, dass das verantwortungsvolle Engagement des Gremiums die Unterstützung von Regierung und Freistaat erhalte.