Rund um Kehlbach entstanden in Waldgebieten mehrere Kleinode an Bachläufen. Von der Bevölkerung wohl nahezu unbemerkt, wurden auf Initiative des Revierleiters Christian Goldammer mehrere Feuchtbiotope, insgesamt 15, angelegt. Bis 2014 wurden bereits im Bereich der Ölschnitzquelle in Richtung Windheim auf einer Länge von 800 Metern vier kleine Teichanlagen als Feuchtbiotope ausgehoben. Dazu wurde das Gebiet in Abstand von acht bis zehn Metern jeweils von Fichtenanflug befreit und auf der dadurch entstandenen Freifläche wurden Erlenbäume angepflanzt.


100 bis 200 Quadratmeter

Gleiches geschah im Bärenbachtal, wo bis in den diesjährigen Sommer hinein mehrere solcher Feuchtbiotope, einschließlich an den Zuläufen an Nebengewässern, angelegt wurden. Die Größe eines solchen Wasserkleinodes beläuft sich zwischen 100 bis 200 Quadratmeter. Vor Ort erklären Forstdirektor Michael Schneider als Leiter des Bereichs Forsten vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Kulmbach (AELF) und Stefan Hanna Bökkerink, Bayerische Forstverwaltung, mit Forstbetriebsleiter Peter Hagemann vom Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten sowie dem zuständigen Revierleiter Christian Goldammer Sinn und Zweck dieser außergewöhnlichen Maßnahmen.
Vor dem Hintergrund der intensiven gesellschaftlichen Diskussion soll das Aktionsjahr Waldnaturschutz das nachhaltige Nutzen des Rohstoffes Holz und den Schutz der Natur grundsätzlich auf gleicher Fläche herausstellen.
Die nachhaltige Wirtschaft und die Erfüllung der multifunktionalen Aufgaben des Waldes sind Ziel bayerischer Waldpolitik. Flächenweise Stilllegung im Wald einerseits und Holzplantage andererseits sind nicht die Konzepte der Waldbewirtschaftung.
Deshalb werden im Aktionsjahr Waldnaturschutz ergänzende Maßnahmen zur Förderung der biologischen Artenvielfalt gezielt vom Freistaat bezuschusst - im Staatswald über die besonderen Gemeinwohlleistungen, die im bayerischen Staatsforstengesetz begründet sind. Sie sollen über das normale Maß hinausgehende Maßnahmen zum Naturschutz unterstützen. Beide besichtigte Maßnahmen, Bärenbach- und Ölschnitz-Feuchtbiotope kosteten insgesamt circa 37 000 Euro, woran sich der Freistaat mit 90 Prozent Zuschuss beteiligt, zehn Prozent tragen die Bayerischen Staatsforsten.
Peter Hagemann erklärt dazu, der Waldnaturschutz bei den Bayerischen Staatsforsten lasse sich in drei Handlungsfelder einteilen: "Schutz und Erhaltung vorhandener Heimstätten tierischer und pflanzlicher Waldbewohner. Umbau einseitiger und instabiler Waldbestände in naturnahe, strukturreiche Mischwälder mit hohem Naturschutzwert auf ganzer Fläche. Und der dritte Bereich sind gezielte Maßnahmen und Projekte zur Schaffung oder Verbesserung von Biotopen im Staatswald als Rückzugsgebiete für seltene und bedrohte Arten." Und weiter: "Der Forstbetrieb Rothenkirchen hat eine besondere Verantwortung für die Pflege der ökologisch besonders wertvollen Bachtäler im Frankenwald", hebt Hagemann hervor. Ziel sei es, das Übermaß an natürlicher Verjüngung der Fichte zurückzudrängen und ein kleinräumiges Nebeneinander von Feuchtbiotopen, Offenlandflächen und natürlicher bachbegleitender Vegetation zu schaffen. Dazu zählen unter anderem die Bewahrung ungestörter Quellbereiche, das Freistellen von Uferbereichen, die Schaffung kleiner Tümpel und die Einbringung und Förderung von hier natürlich vorkommenden Baumarten wie Schwarzerle und Weide. Davon wiederum profitierten, Schwarzstorch, Eisvogel, Fischotter, Amphibien (wie Bergmolch und Erdkröte), Kleinfische (wie Elritze, Mühlkoppe und Bachneunauge) und zahlreiche Libellen- und Schmetterlingsarten.
Forstdirektor Michael Schneider dankte vor allem Christian Goldammer für seine beispielgebende Initiative, wodurch einmalig schöne, aber auch für Tier- und Pflanzenwelt sowie für Klima- und Umweltschutz und für die Verbesserung der Strukturvielfalt im Wald insgesamt, sehr nützliche Anlagen entstanden seien.