Es ist nicht so einfach mit der Anerkennung. Man kann so oft aus dem Fenster klatschen wie man will. Wenn sie nicht da ist, nicht von denjenigen wahrgenommen wird, die sie verdienen, ist es so wie das Wetter vor dem Fenster: ein graues Nichts.

Wenn BRK-Kreisgeschäftsführer Roland Beierwaltes von Anerkennung spricht, meint er keine kurzfristige Erscheinung, die so wechselhaft sein soll, wie das Wetter. Wenn im Frühjahr noch geklatscht wird, herrschen im Winter Vorbehalte gegenüber Pflege- und Krankenhauspersonal.

Immer dort, wo ein Infektionsherd ausbricht, haben die Angestellten in ihrer Freizeit mit bösen Blicken und Zurechtweisungen zu kämpfen. Er spricht viel mehr von andauernder Wertschätzung über die Pandemie hinaus.

Was also tun? Für den Staat bedeutet Anerkennung zeigen, Pflegeberufe finanziell aufzuwerten und den Personalmangel auf Dauer zu beseitigen. Für jeden Einzelnen heißt das, sich vor Augen zu führen, was in den sozialen Einrichtungen geleistet wird. In Ganzkörperschutz und mit trockener Kehle, unter Schweißausbrüchen und der permanenten Angst, sich zu infizieren und das Virus an Schwächere weiterzugeben.

Da ist das "Danke" unter flüchtig Bekannten und Nachbarn ein Anfang. Doch wichtiger ist es, sich selbst daran zu erinnern, was in der Pflege nicht nur in Corona-Zeiten geleistet wird.