Die Augen sind konzentriert auf den Teller gerichtet, die Finger umfassen vorsichtig den Teigfladen. Millimeter um Millimeter rollt Moritz seinen Wrap zusammen – gefüllt mit einem Kräuterdip, Salat, Schnittlauch und Radieschen. Die hat er selbst angebaut – ebenso wie seine Klassenkameraden der 3a aus der Grundschule Siedlung.

„Wissen wie's wächst und schmeckt“ heißt ein Grundschulprojekt, das Fachoberlehrerin Ruth Halbritter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit den vier dritten Klassen der Grundschule Kitzingen Siedlung durchgeführt hat.

Wo kommen Lebensmittel her? Wie kann man sie verarbeiten? Das sind die zwei Fragen, die bei dem Projekt, initiiert vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, im Mittelpunkt stehen. Das Konzept dafür wurde vom Kompetenzzentrum für Ernährung in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau entwickelt.

Wer da was warum entwickelt hat, das dürfte die Schüler wenig interessiert haben. Viel spannender war es, in der Schulküche des Amtes für Landwirtschaft in Kitzingen Wraps zuzubereiten. Die Füllung der Teigfladen hatten die Kinder selbst geliefert: Vor etwa fünf Wochen hatten sie gemeinsam mit dem Hüttenheimer Gärtner Frank Schunke Salat, Radieschen und Schnittlauch in großen Kisten angesät und gepflanzt. Die Drittklässler übernahmen auch die Pflege, gossen und schauten regelmäßig nach dem Rechten. In einem Pflanztagebuch hielten sie ihre Beobachtungen fest.

Vergangene Woche wurden die Produkte geerntet und unter Anleitung von Fachoberlehrerin Ruth Halbritter verarbeitet. Doch bevor es losging, war erst mal die oberste Regel zu befolgen: Hände waschen! Nach einer genauen Erklärung, was zu tun war, ging es dann ans Werk: Blätter und Wurzel der Radieschen entfernen, die rote Knolle in feine Scheiben schneiden. Schnittlauch bündeln und vorsichtig auf einem Brett in kleine Röllchen schneiden. Tricks für die Arbeit in der Küche bekamen die Kinder gleich mitgeliefert: Ruth Halbritter zeigte ihnen, wie sie die Finger richtig halten, damit sich keiner schneidet und wie sich die geschnittenen Produkte dann mit Hilfe zweier Teigkarten sicher in eine Schüssel transportieren lassen. Auch den Salat verarbeiteten die Mädchen und Jungen fachmännisch.

Bald stand alles mundgerecht zerkleinert auf der großen Tafel bereit, außerdem selbst zubereiteter Kräuterdip und Schinkenstückchen, so dass es ans Rollen der Wraps ging. Und obwohl das gar nicht so einfach war, hatten die Kinder den Dreh dank eines Tipps von Jasmin Jörg schnell raus: Bevor man rollt, wird erst mal eine Seite des Fladens ein bisschen eingeklappt. Dann kann später unten nichts vom Inhalt herausfallen. Neben all der Arbeit hatten die Kinder sogar noch Zeit, über das Projekt zu plaudern. „Das hat echt Spaß gemacht“, erzählte Arthur vom Pflanzen, Gießen, Pflegen und Ernten. Er kannte sich bereits ein bisschen mit der Materie aus, schließlich hat er daheim schon Tomaten gepflanzt. Auch Jonas hat zuhause einen Garten und freute sich schon sehr auf die leckeren Wraps. Ihm schmeckte es ebenso gut wie Nele und Tia, die sich gleich vornahmen haben, das Rezept daheim nachzukochen. Dort können sie dann auch die Urkunde aufhängen, die ihnen Ruth Halbritter mitgab und auf der es groß verkündet wird: Die Drittklässler aus der Siedlung, die wissen, wie's wächst und schmeckt.