20*C+M+B+18: Wenn die Sternsinger am Samstag in Kitzingen mit diesen Buchstaben Häuser und Wohnungen segnen, profitieren auch Menschen in mehr als 9000 Kilometer Entfernung davon. Die Spenden, die sie sammeln, kommen der Arbeit von Schwester Christl Link in Kolumbien zugute.

Dass sie bei der Sternsingeraktion dabei sind, ist für Luisa Moser, Gabriela Moser und Johanna Günzel seit vielen Jahren selbstverständlich. Schon als Grundschüler waren sie bei der Katholischen jungen Gemeinde Kitzingen aktiv, zogen Königskleider an, trugen den Stern und die Kreide durch die Straßen, klingelten an den Häusern, baten um Spenden und segneten die Häuser. „Mitmachen kann jeder“, sagt Luisa Moser. Egal, ob in der KjG oder nicht, egal ob katholisch oder evangelisch. „Es geht um Spenden für Schwester Christl Link“, machen die drei jungen Frauen deutlich. Die Arbeit der Dominikanerinnen in Bogotá wird seit vielen Jahren von der Sternsingeraktion und der Nikolausaktion der Pfarrei St. Johannes unterstützt, in diesem Jahr zudem auch von den Sternsingeraktionen der umliegenden Pfarreien.

Vianney lautet der Ordensname von Christl Link, die in Kitzingen geboren wurde und in all den Jahren ihres Engagements für die Ärmsten der Armen – zunächst in Afrika und seit mehr als vier Jahrzehnten in Kolumbien – nie den Kontakt zu ihrer Heimatstadt verloren. In regelmäßigen Rundbriefen berichtet sie über ihre Arbeit, immer wieder kommt sie zu Besuch und gibt Einblicke in das Leben in der Missionsstation in Bogotá. 1973 hat Schwester Christl die Station mit aufgebaut. Damals hatte dort niemand die Grundschule abgeschlossen, wie sie im Rundbrief zum Advent 2017 berichtete. „Fast alle Erwachsenen waren Analphabeten. Jetzt werden alle Abteilungen von voll ausgebildeten Mitarbeiterinnen geleitet.“ Heute beschäftigt die Missionsstation 112 Personen.

Rund 3000 Personen profitieren in verschiedenen Projekten der Station wie dem Gesundheitszentrum, der Kindertagesstätte, der Grundschule, einer Ausbildungsstätte und einer Seniorenbegegnungsstätte von der Arbeit der Dominikanerschwestern. Ende 2016 erhielten Schwester Christl Link und Regina Häufele für ihren Einsatz in Kolumbien das Bundesverdienstkreuz am Band des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Als Schwester Christl vor einigen Jahren bei einem Besuch in Kitzingen von ihrer Arbeit berichtete, waren Gabriela Moser und Johanna Günzel dabei und hörten aufmerksam zu. Luisa Moser war zwar nicht da, doch sie hat sogar schon überlegt, einen freiwilligen Dienst in der Station zu absolvieren. Derzeit aber sei das dort nicht möglich, bedauert sie. Die drei jungen Frauen finden es optimal, zu wissen, wohin das Spendengeld der KjG-Aktionen geht und wer damit unterstützt wird. „Es ist gut, wenn man eine Bezugsperson hat und da helfen kann“, sagt Gabriela Moser.

„Es ist egal, ob man in der KjG ist oder nicht. Man muss auch nicht katholisch sein. Mitmachen kann jeder.“
Luisa Moser über die Sternsingeraktion

Die Spenden gehen über das Kindermissionswerk direkt an Schwester Christl Link. Dieses Jahr wird das Förderprogramm der alleinerziehenden und/oder minderjährigen Mütter unterstützt, der Schwerpunkt liegt auf dem heilpädagogischen Einstieg. Für musikalische, rhythmische und tänzerische Aktivitäten für die jungen Mütter und ihre Kinder müssen Räumlichkeiten eingerichtet, einfache rhythmische Instrumente angeschafft und das bereits vorhandene Personal geschult werden, informiert Luisa Moser.

Für die Umsetzung dieses Vorhabens sind Spenden wichtig – und dazu tragen die Kitzinger Sternsinger seit Jahren bei. Seit langem ist der 6. Januar für Luisa Moser, Gabriela Moser und Johanna Günzel fest mit der Sternsingeraktion der Katholischen jungen Gemeinde Kitzingen verbunden. An unzähligen Türen haben sie in Königskleidern geklingelt, um Spenden gebeten und die Häuser gesegnet. Häufig mussten sie den Leuten erst erklären, was die Buchstaben bedeuten, die sie an die Türen schreiben, und dass eine Spendenaktion hinter den drei „Heiligen“ steckt.

Etwa zehn Sternsinger-Gruppen der Pfarrei St. Johannes werden sich am Samstag nach dem Gottesdienst auf den Weg durch Kitzingen machen, ausgerüstet mit Königskleidern, Stern, Kreide und einem Sternsingerausweis. In einigen Straßen werden alle Häuser abgedeckt, doch für alle Anwesen in Kitzingen sind es zu wenig Sternsinger. Deshalb konnte und kann sich jeder, der den Besuch der Sternsinger wünscht, in St. Johannes in eine Liste eintragen, die auch am Samstag im Gottesdienst noch einmal ausliegt. Dann geht man sicher, dass die Abkürzung für den Spruch auch dieses Jahr wieder über der Tür prangt: Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus.

Sternsingeraktion

Der Segen: Bei ihren Hausbesuchen schreiben die Sternsinger den Segen mit gesegneter Kreide über die Türen: 20*C+M+B+18. Das aktuelle Jahr, in dem Fall 2018, steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Info: www.sternsinger.de)

Spenden: Die Missionsstation der Missionsdominikanerinnen vom Hl. Herzen Jesu umfasst Kindergarten, Schulen, Ausbildungswerkstätten und Krankenstation. Wer Schwester Christl Link unterstützen möchte, kann das tun über das Spendenkonto St. Johannes Kitzingen, Aktion Bogota, IBAN DE 64 7902 0076 0378 5054 29. Infos über die Station gibt es unter www.dominicasmisioneras-fisdeco.org