Die Vorfreude ist groß. Das merkt man schon bei der Vorbesprechung im Nebenzimmer des Stadtmarketingvereins. Am Samstag werden Kultbands aus Kitzingen beim Open-Air-Sommer auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände auftreten. Die Veranstalter rechnen mit 3000 Gästen.

Am Donnerstag kommen die bayerischen Spaßmusiker von LaBrassBanda, einen Tag später wird Johannes Oerding auf der Bühne am Etwashäuser Mainufer stehen. Und dann kommt der Samstag. Und mit ihm Bands wie „The Hemlocks“, Cloud 7“, X-Rays“ und „The Illegals“. Bands, die in Kitzingen und Umgebung seit Jahrzehnten einen guten Namen haben. Musiker, die schon vieles erlebt haben und sich auf eine große Kulisse freuen.

„Wir haben uns noch mal speziell auf diesen Auftritt vorbereitet“, sagt Hermann Grimm von „The Hemlocks“. Zum eh schon großen Repertoire kommen neue Lieder von „The Animals“ oder John Denver. „Wir decken die 60er Jahre komplett ab“, meint Grimm und freut sich auf eine runde Sache. „Wir feiern heuer unser 50-jähriges Bühnenjubiläum.“

„Wir haben uns noch mal speziell auf diesen Auftritt vorbereitet.“
Hermann Grimm, „The Hemlocks“

Eine viel größere Bühne hätte es für ihn und alle anderen Musiker kaum geben können. 14 mal 12 Meter misst die Bühne, die für drei Tage Festivalstimmung in Kitzingen aufgebaut wird. „Ohne LaBrassBanda und Johannes Oerding hätte es wohl auch nicht das „Kitzingen-kanns-Festival“ am Samstag gegeben“, meint Mit-Organisator Walter Vierrether. Die Zeiten der Wild-Times-Festivals seien jedenfalls vorbei. Dennoch sollen die Kitzinger auch in Zukunft Konzerte und Festivals erleben können. Wenn die Veranstaltung in diesem Jahr erfolgreich über die Bühne geht, können sich Vierrether und Gimperlein eine Fortsetzung durchaus vorstellen. Für 2019 hat Walter Vierrether sogar schon ganz konkrete Pläne. „Da jährt sich Woodstock zum 50. Mal“, erinnert er. Seine Idee: Möglichst viele Tribute-Bands nach Kitzingen locken. „Ich bin schon an einigen dran“, sagt er und grinst vor sich hin.

Für Frank Gimperlein ist es durchaus vorstellbar, ein Festival in Kitzingen zu etablieren. „Jedes Jahr unter einem anderen Motto. Warum nicht?“, fragt er. Mit den Anliegern gebe es erfreulicherweise keine Probleme – weil pünktlich Schluss gemacht wird. Und an ambitionierten Bands aus dem Umfeld herrscht kein Mangel. „Wir wollen künftig auch den Jüngeren eine Chance geben“, kündigt Gimperlein an. In diesem Jahr werden schon einmal DJs aus Kitzingen am Etwashäuser Mainufer zu sehen und zu hören sein. Der Hauptfokus wird aber auf der großen Bühne liegen.

Dort treten neben den „Hemlocks“ Bands wie die „X-Rays“ auf, die den Auftakt um 17 Uhr bestreiten. Party-Rock aus den 80er und 90er Jahren wird dann am Bleichwasen erklingen. Wie so viele andere ist „X-Ray“ als Schülerband am AKG entstanden. Nach einer längeren Pause spielen die fünf Musiker seit zehn Jahren wieder zusammen. „All zu oft können wir aber nicht proben“, sagt Günther Kunz und muss schmunzeln. Zwei Bandmitglieder wohnen schließlich hoch oben im Norden, in Hamburg.

„Jedes Jahr unter einem anderen Motto. Warum nicht?“
Frank Gimperlein, Organisator

Da haben es die Musiker von „Cloud 7“ deutlich einfacher. Karl-Heinz Thiergärtner spielt mit seinen zwei Söhnen und zwei guten Kumpels in der Band, die sich dem Deutsch-Rock der 70er und 80er Jahre sowie Soul und Funk verschrieben hat. Lieder von Udo Lindenberg, Jan Delay, Falco und anderen Musikgrößen dieser Epoche werden am Samstag zu hören sein.

Den Abschluss bilden „The Illegals“ eine Reggae-Band die sich bereits Anfang der 80er Jahre gründete und damit zu den ältesten Reggae-Bands in Deutschland gehören dürfte. Nach dem Tod von Sänger Helmut Röder im letzten Jahr steht nun dessen Sohn Stefan am Mikro und interpretiert nicht nur Bob-Marley-Klassiker, sondern auch eigene Songs. Zwei bis dreimal pro Jahr tritt die Formation um Siggi Frank, Andi Leins, Roland Richter, Peter Hemmerlein und Saxophonist KIT auf. Wer die Band erleben will, ist am späten Samstagabend auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände genau an der richtigen Stelle. Walter Vierrether empfiehlt jedoch allen, den gesamten Samstagnachmittag und -abend einzuplanen, um möglichst alle Stilrichtungen mitzuerleben. „Die große Bandbreite an Bands in Kitzingen ist schon genial“, meint er nicht zu Unrecht.

Open-Air-Sommer 2018: Donnerstag, 12. Juli, ab 20 Uhr: LaBrassBanda; Freitag, 13. Juli, ab 20 Uhr: Johannes Oerding, als Support ist im Vorfeld Adesse zu hören. Samstag, 14. Juli: Kitzingen-Kanns-Festival: 16.30 Uhr: Einlass ab 16.30 Uhr; von 17 bis 18.30 Uhr spielen die „X-Rays“, von 19 bis 20.30 Uhr „The Hemlocks“, von 21 bis 22.30 Uhr „Cloud 7“ und von 23 bis 1 Uhr „The Illegals“. Am Stadtbalkon werden DJs der Kitzinger Partyszene wie Mike Moore und Rouven Deluxe zu sehen und zu hören sein.

Der Eintritt am Samstag ist frei, Spenden sind willkommen.

Die letzten Wild-Times-Bücher von Klaus Christof und Renate Haass werden an einem Stand verkauft.