Es ist nicht zu übersehen: Jeder Zentimeter wird ausgenutzt. Wenn die Bauarbeiten im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein werden, wird neben der Grundschule St. Hedwig ein Schmuckstück stehen.

Die alte Einfeldturnhalle war in die Jahre gekommen. Die Sanitäranlagen entsprachen nicht mehr dem Standard, bei Starkregen stand Wasser in der Halle. Der Stadtrat einigte sich nach längeren Diskussionen auf einen Neubau. Und der hat es in sich. Statt einer Einfeldhalle entsteht eine Zweifeldhalle inklusive Mittagsbetreuung und Mensa. Unter dem Gebäude – vom Hindenburgring Nord erreichbar – werden 28 Stellplätze in einer Tiefgarage errichtet. Das Außengelände soll auch weiterhin einen Allwetterplatz mit Weitsprunggrube beherbergen. Die Ausmaße: 15 auf 30 Meter. Das ganze Gelände wird – gemäß den aktuellen Anforderungen – barrierefrei zu erreichen sein. In einen der beiden „Eingangstürme“ wird ein Aufzug eingebaut. Außerdem werden künftig auch Rollstuhlfahrer beziehungsweise Eltern mit Kinderwagen problemlos zum Sekretariat der Grundschule gelangen. Der Eingang wird ebenfalls über den Hindenburgring Nord erfolgen. Zu Fuß geht es dann am Sportplatz vorbei in Richtung Schulgebäude.

„Die Arbeiten schreiten gut voran“, sagt Klaus Rützel, Leiter des städtischen Hochbauamtes, und zeigt auf den riesigen, blau-weißen Kran, der die Szenerie seit ein paar Monaten beherrscht. Die Abmessungen der Zweifeldturnhalle, in der neben dem Schulsport auch Trainingseinheiten von Handballvereinen stattfinden können, subd gut erkennbar (42 auf 22 Meter). Ein Konditionsraum, vier Umkleiden für Schüler und zwei für Lehrer, Geräteräume und ein Sanitätsraum schließen den Trakt ab. Die Mensa, die von der Schulleitung dringend gewünscht worden war, soll einmal Platz für rund 130 Schüler haben. 170 Quadratmeter sind dafür vorgesehen. Die Küche umfasst noch einmal 40 Quadratmeter. Architektonisches Schmuckstück ist eine Galerie, die nach der Fertigstellung die Turnhalle vom Speiseraum trennen wird. Wer sich auf der Galerie bewegt, wird dank großflächiger Fenster einen Blick in die Halle werfen können.

Am 15. September 2017 fand der Spatenstich statt. Seither leben Lehrer und Schüler neben einer Großbaustelle. „Die Arbeiten gehen gut voran“, versichert Klaus Rützel, auch wenn – oder gerade weil – rund 15 Fachplaner für die Maßnahme verantwortlich zeichnen. 40 bis 50 Gewerke gilt es fachgerecht zu organisieren. Im Moment laufen wieder einige Ausschreibungen – mit den erwartbaren Ergebnissen. Die gute Baukonjunktur macht sich halt auch in Kitzingen bemerkbar. Statt 15 Abgaben interessierter Firmen kommen im Schnitt lediglich drei bis fünf herein. „Es kann auch vorkommen, dass uns nur ein Angebot erreicht“, sagt Rützel. Während es bei Beton-, Holz- oder Maurerarbeiten noch genug interessierte Firmen gibt, wird es beispielsweise bei der Vergabe der Aufzugsarbeiten eng. „Wir erleben gerade einen Riesenboom in der Baubranche“, gibt Rützel zu bedenken.

Dennoch ist er guter Dinge, dass die veranschlagten Gesamtkosten von 7,2 Millionen Euro eingehalten werden. Die notwendigen Untersuchungen des Untergrunds sind darin schon enthalten. Das gesamte Gelände ist schließlich unterkellert – oder steht auf geschichtlich bedeutsamem Boden.

Der Keller unter dem Allwetterplatz bleibt beispielsweise für die Nachwelt erhalten. Die alten Mauerreste des Deuster-Schlosses, die sich unter der Zweifeldturnhalle befinden, sind in einem Plan für die Nachwelt verewigt worden. Und die Interessensgemeinschaft Deusterkeller e.V. darf sich dank der Bauarbeiten über einen dringend notwendigen zweiten Rettungsweg freuen. „Die Deusterkeller ziehen sich bis zur Baustelle am Hindenburgring Nord hin“, erklärt Klaus Rützel. „Ein Rettungsweg wird deshalb direkt in der künftigen Tiefgarage enden.“ Jeder Zentimeter ist bei dieser Baustelle eben ausgenutzt – ober- wie unterirdisch.

Daten und Fakten

Technische Daten: Gebäudegröße: 45 auf 36,50 auf 11,50 Meter. Sporthalle: Zirka 935 Quadratmeter. Mensa: Zirka 170 Quadratmeter (130 Personen). Fassade: Profilblechvariante (Trapezblech).

Nutzung/Funktion: Der dreigeschossige Baukörper gliedert sich in drei Bereiche. a. Die Garage mit Technikraum im Erdgeschoss. b. Der offene Ganztagesbereich mit Speisesaal, Küche und Differenzierungsraum im Erdgeschoss. c. Die Sporthalle mit Geräteräumen, Konditionsraum, Umkleiden und Nassbereichen in den beiden Obergeschossen.