Der Sprengstofffund in Oberkotzau (Landkreis Hof) von Anfang Oktober hat eine kuriose Wendung genommen: Der Mann, der die Polizei damals wegen eines vor seiner Haustür liegenden Sprengstoff-Pakets verständigt hatte, gilt nun als Hauptverdächtiger.

Dies geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hof und des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) vom Freitag (30. Oktober 2020) hervor.

Durchsuchungen nach Fund von Sprengstoff vor Haustür: Hausbewohner in Haft

Nach dem Fund eines Pakets mit Sprengstoff vor einer Haustür in Oberkotzau am 2. Oktober 2020 haben Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts nunmehr den Bewohner des Hauses vorläufig festgenommen, heißt es. Er stehe im Verdacht, das Paket mit Sprengstoff selbst dort abgestellt zu haben.

Einsatzkräfte durchsuchten am Freitag (30. Oktober 2020) vier Häuser und Wohnungen in Oberkotzau und Hof und nahmen den Beschuldigten vorläufig fest. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei das Motiv des 40-Jährigen im privaten Bereich zu suchen. Entschärfer
der Technischen Sondergruppe des BLKA hatten das Paket am 2. Oktober kontrolliert gesprengt. DerTatverdächtige hatte die Polizei zuvor selbst alarmiert.

Die Beamten des BLKA übernahmen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Hof und in enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizeiinspektion Hof die Ermittlungen. Dabei ergab sich jetzt ein dringender Tatverdacht gegen den 40-Jährigen. "Details können aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben werden", heißt es in der Pressemitteilung. Der 40-Jährige wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Vortäuschens einer Straftat dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Erstberichterstattung:

Explosion in Oberkotzau: Im Landkreis Hof fand ein Mann am Freitag (2. Oktober 2020) ein Paket mit Sprengstoff. Daraufhin rief er die Polizei. Entschärfer der technischen Sondergruppe des bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) mussten ausrücken. Das berichtet das BLKA.

Ein 40-Jähriger fand am Freitag vor seinem Einfamilienhaus ein Paket mit explosivem Inhalt. Ermittler des BLKA untersuchten die "Post" und stellten Sprengstoff fest. 

Sprengstoff in Oberkotzau: Häuser müssen geräumt werden

Daraufhin wurden das Einfamilienhaus und das nähere Umfeld geräumt. Die Expertengruppe des BLKA sprengte das Paket kontrolliert. Schaden entstand dabei keiner, verletzt wurde auch niemand.

Die Reste des Sprengstoffs werden im kriminaltechnischen Institut des BLKA in München untersucht. Auch nach weiteren Spuren wird gesucht, um den Täter und dessen Intention herauszufinden. Ermittelt wird wegen eines versuchten Tötungsdelikts, derzeit ist der Schuldige noch unbekannt. Hinweise auf Extremismus oder eine politische Motivation gebe es keine, so das BLKA.

Erst vor kurzem hatte ein Mann im Landkreis Kronach Sprengstoff an einem ungewöhnlichen Ort entdeckt: in seinem Gemüsebeet. Die ganze Geschichte dahinter auf inFranken.de.