Update: Durchbruch im Mordfall Peggy Knobloch: Mann legt Geständnis ab

Nach dem Fund von Kinderknochen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von der seit 15 Jahren vermissten Peggy stammen, haben sich bei den Ermittlern noch keine neuen Zeugen gemeldet. Bisher habe sich niemand mit Hinweisen an die Ermittler gewandt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel am Dienstag.

Mit Spannung werden unterdessen die Ergebnisse der DNA-Analyse der in einem Waldstück in Thüringen entdeckten Skelettteile erwartet. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen der Skelettknochen dauern an. Dies teilte das Institut für Rechtsmedizin am Dienstag der Staatsanwaltschaft Bayreuth und der SOKO Peggy mit. Die Identifizierung nimmt wegen der langen Liegephase noch einige Zeit in Anspruch. Am Dienstag soll noch kein Ergebnis zu erwarten sein.

Genauso gut könnte es sein, dass die Untersuchungsergebnisse der Kinderknochen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit der seit 15 Jahren vermissten Peggy zugeordnet werden, erst im Laufe der Woche vorgelegt werden könnten. "Das lässt sich bei DNA-Ergebnissen nicht so leicht voraussagen", sagte auch Dominik Salosnig, Sprecher der Polizei in Oberfranken.

Oberstaatsanwalt Potzel wollte sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äußern. "Denn alle möglichen Täter lesen Zeitung, schauen Fernsehen." Deshalb machen Polizei und Staatsanwaltschaft auch keine Angaben dazu, welche Gegenstände im Bereich des Fundortes gefunden worden waren. "Ein eventueller Täter wüsste ja, was er getan hat, wo er Gegenstände abgelegt hat", sagte Potzel. Die seit 2012 agierende Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth war am Montag personell und organisatorisch zur "Soko Peggy" erweitert worden.

Die Nachricht über den Knochenfund bringt den Fall wieder ins Rollen. Die Ermittler könnten schon bald einen entscheidenden Schritt weiter sein. Doch sie müssen noch viele Fragen beantworten.

Wie sicher sind sich die Ermittler, dass es sich bei den gefundenen Skelettresten um Knochen der neunjährigen Peggy handelt?
Das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth gehen davon "höchstwahrscheinlich" aus. "Dies ergaben die ersten rechtsmedizinischen Untersuchungen und Erkenntnisse am Fundort", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Gegenstände seien gefunden worden, die ebenfalls zur neunjährigen Peggy passten. Was genau, das sagen die Ermittler nicht. Für eine definitive Aussage darüber, ob die Knochen Teile von Peggys Leiche sind, wollen sie den DNA-Abgleich am Rechtsmedizinischen Institut der Universität Jena abwarten. Ein Ergebnis soll frühestens am Dienstagnachmittag vorliegen.

Welche Informationen haben die Ermittler zur Todesursache?
Nach offiziellen Angaben noch gar keine. Allerdings sprachen die Ermittler am Montag von einem möglichen "Tatort" - es scheint also viel gegen einen natürlichen Tod zu sprechen. Auch hier könnten die rechtsmedizinischen Untersuchungen gegebenenfalls weiterhelfen, ob es sich um einen Unfalltod oder zum Beispiel Mord handelt.

Inwiefern könnten die Knochenfunde bei der Suche nach dem mutmaßlichen Täter helfen?
Um Rückschlüsse auf einen möglichen Täter ziehen zu können, seien vor allem andere mögliche Probenträger in der Nähe des Ortes wichtig, wo die Knochen gefunden wurden, sagte der Vize-Direktor des Instituts für forensische Genetik in Münster, Carsten Hohoff. "Möglicherweise lassen sich an Knochen weitere Spuren, Werkzeugspuren, finden, die die Polizei in ihren Ermittlungen weiter verfolgen kann."

Lässt sich die DNA denn einwandfrei entschlüsseln?
"Die Knochen sind als Hartgewebe ideal geeignet, um auch bei längerer Liegezeit noch ein DNA-Profil feststellen zu lassen", sagte Hohoff. "Von daher sind sie besser als andere forensische Probenträger - zum Beispiel ein Blutfleck oder ein Haar." Sie könnten aber auch durch widrige Umwelteinflüsse so schwer geschädigt sein, dass es schwierig ist, ein DNA-Profil aus diesen Hartgeweben festzustellen.