Für Martina Marsmann ist es ein Abschied mit vielen Emotionen. 1997 gründete sie gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Johann den Tee- und Gewürzladen in Schauenstein. "Es ist mein Lebenswerk", fasst sie ihre Haltung gegenüber inFranken.de zusammen. Ursprünglich schlug sie einen ganz anderen Weg ein: Sie war Justizvollzugsbeamtin, bevor sie ihre Leidenschaft für Gewürze und Tee zum Beruf machte. Doch nun ist Schluss. "Ich bin jetzt Rentnerin", sagt Marsmann. Der letzte Verkaufstag sei der 1. August, der Ausverkauf laufe bereits.

"Ich bin nicht ganz fit, da ist manche körperliche Arbeit schon anstrengend. Das wird nun einfacher", erklärt sie. Zugleich spürt sie, dass sich die Rahmenbedingungen verändert haben: "Man merkt schon ein wenig, dass sich das Kaufverhalten geändert hat. Vor allem die jungen Leute bestellen mehr im Internet." Trotzdem fällt der Schritt nicht leicht. "Ich vermisse meinen Laden bereits, vor allem den Umgang mit den Leuten", sagt sie. Gleichzeitig sieht sie auch positive Seiten: "Ich freue mich, nun unabhängiger zu sein."

Wie es weitergeht: Mehr Zeit für Familie und Hund Lotta

Wie beliebt der kleine Laden war, zeigt sich auch online: Die Google-Rezensionen fallen durchweg hervorragend aus - ausschließlich 5‑Sterne-Bewertungen (Stand 11. Juni 2026). Ein Kunde schreibt: "Sehr schöner kleiner Laden und sehr nette Inhaberin, die uns gleich super weiter half..." Auch die Auswahl und Preise werden gelobt: "Hier bekommt man alles, was man an Tees, Gewürzen usw. sich wünscht. Gut und preiswert, Frau Martina Marsmann berät einen auch sehr kompetent." 

Für die Zeit nach der Schließung hat Marsmann klare Vorstellungen - hauptsächlich möchte sie zur Ruhe kommen. "Ich habe mein Leben lang am Wochenende gearbeitet. Ich denke, ich genieße mal die Wochenenden." Außerdem will sie sich verstärkt ihrer Familie widmen. Sie plant, "häufiger ihre Schwester in Bamberg zu besuchen" und mehr Zeit mit ihrem Golden-Retriever-Labrador-Mischling Lotta zu verbringen. Ihre beiden Kinder werden das Geschäft nicht weiterführen. Sie hätten "eigene, gute Jobs", erklärt Marsmann.

Ganz abrupt endet die Tätigkeit jedoch nicht: Ihren Großhandel wird sie noch länger betreiben als das Ladengeschäft. Damit wolle sie ihren Großkunden bewusst Zeit geben, "sich nach Alternativen umzusehen". Kindergärten, Schulen und Gastronomiebetriebe zählen seit Jahren zu ihren Abnehmern - primär im Bereich Tee.