Hof an der Saale
Corona

Mehr als 6000 Tote: Tschechien verschärft Coronamaßnahmen - was heißt das für die Einreise?

Seit diesem Montag verschärft Tschechien die Einreisebedingungen erheblich. Das Land hat mittlerweile 6000 Tote, die in Zusammenhang mit Corona verstorben sind. Reisende müssen nun einen Test vorzeigen.
Bei einer Einreise nach Tschechien ist ab Montag (16. November 2020) ein Corona-Test für Deutsche verpflichtend. NEWS5/Merzbach (NEWS5)
  • Tschechien verzeichnet 6058 Corona-Tote (Stand: 15. November 2020)
  • Einreise nach Tschechien: Ab Montag (16. November 2020) negativer Corona-PCR-Test sowie Online-Anmeldung für Deutsche verpflichtend
  • Tschechien stuft Deutschland im europäischen Ampelsystem auf Stufe Rot ein
  • Einreisende sowie Reiserückkehrer müssen aktuellen Corona-Test vorlegen
  • Es gelten Ausnahmen für Berufspendler und Transitreisende
  • Touristen dürfen schon länger nicht mehr einreisen
  • Seit dem 28. Oktober 2020 gilt eine nächtliche Ausgangssperre (21 Uhr bis 4.59 Uhr) in Tschechien
  • Lockdown: Nur noch Geschäfte der Grundversorgung sind geöffnet 

6058 Corona-Todesopfer in Tschechien: Seit Sonntag (15. November 2020) gibt es offiziell mehr als 6000 Corona-Tote in Tschechien, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Corona-Test für Deutsche ab Montag verpflichtend

In mehreren Regionen in Tschechien sind die Krematorien stark ausgelastet, berichtete die Nachrichtenagentur CTK. Die meisten Menschen des Landes wählen seit jeher die Feuerbestattung.

Bei den Neuinfizierungen ist indes eine Abflachung der Kurve zu beobachten. Innerhalb von 24 Stunden wurden 4199 neue Fälle verzeichnet. Das waren rund 3500 weniger als am gleichen Tag vor einer Woche.

Von Montag (16. November 2020) an gelten verschärfte Einreisebestimmungen für Deutsche. Sie müssen ab morgen einen Corona-Test vorlegen. Das tschechische Gesundheitsministerium hat Deutschland am Freitag (13. November 2020) im Europäischen Ampelsystem auf der Warnstufe Rot kategorisiert. Das ist die höchste Stufe auf der "Reise-Ampel". 

Deutschland gilt als Risikogebiet: Änderungen bei Einreisen nach Tschechien

Ab Montag (16. November 2020) gelten verschärfte Einreisebedingungen für Deutsche nach Tschechien. Konkret bedeutet das: Reiserückkehrer und Einreisende aus Deutschland müssen einen aktuellen Testnachweis vorlegen oder einen Corona-PCR-Test machen. Zudem muss vor der Ankunft online ein Einreiseformular ausgefüllt werden. Ausgenommen sind unter anderem grenzüberschreitende Berufspendler und Transitreisende.

Touristische Reisen nach Tschechien sind derzeit ohnehin nicht erlaubt. Aufgrund des geltenden Corona-Notstands dürfen Hotels nur Geschäftsreisende beherbergen. Die deutsche Bundesregierung hat Tschechien bereits seit dem 25. September als Risikogebiet eingestuft und eine Reisewarnung ausgesprochen.

Auf die Bevölkerungszahl umgerechnet steht Tschechien bei der Corona-Entwicklung derzeit deutlich schlechter da als Deutschland: Nach den jüngsten Zahlen der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es dort statistisch 1282,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. In Deutschland lag dieser Wert bei 302,8. Die Grenze nach Tschechien soll aber weiterhin geöffnet bleiben. Das haben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowie Premierminister Andrej Babiš nach einer Videoschalte am 4. November 2020 verkündet.

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Söder: "Grenzschließung kein großer Gewinn"

"Ein Schließen der Grenzen würde keinen großen Gewinn bringen zur Bekämpfung der Pandemie, würde aber erhebliche andere negative Folgen haben", erläuterte Söder zuvor.

Beidseits der Grenze gälten inzwischen die gleichen Schutzmaßnahmen wie Alltagsmasken und Mindestabstände, so dass Grenzschließungen vor allem den Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Warenverkehr behindern würden.

Auch die medizinische Versorgung wäre dadurch beeinträchtigt, argumentierte Söder - in Bayern arbeiten gerade im Pflegebereich zahlreiche tschechische Berufspendler

In Tschechien gilt eine nächtliche Ausgangssperre

Seit dem 28. Oktober 2020 gelten in Tschechien härtere Maßnahmen, unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre. Menschen müssen zwischen 21 Uhr und 4.59 Uhr zu Hause bleiben und dürfen nicht mehr raus. Grund dafür sind die hohen Corona-Zahlen. Die bisherigen Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte Minister Prymula. 

Eine weitere Maßnahme sieht vor, dass die Geschäfte wie Supermärkte sonntags schließen müssen. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen wie den Weg zur Arbeit, Sport und Einkaufen.

In Tschechien gilt seit Anfang Oktober der Notstand. Er ermöglicht es der Regierung, die Bürgerrechte einzuschränken. 

Reise nach Tschechien: Darauf müssen Sie achten

Tschechien verhängt Einreisebeschränkungen wegen Corona: Seit dem 22. Oktober 2020 sind touristische Reisen nach Tschechien nicht mehr gestattet. Vorerst ist die Einreise in unser Nachbarland wegen der geltenden Ausgangsbeschränkungen nur noch aus bestimmten Gründen möglich. 

Wie die deutsche Botschaft mitteilt, darf man nur noch aus den folgenden Gründen nach Tschechien einreisen: 

  • Dienstreisen (Arbeit, Geschäft)
  • Reisen zur Familie oder zu nahestehenden Personen
  • Eigene Wege oder Wege im Rahmen der Nachbarschaftshilfe oder des Freiwilligendienstes zur Absicherung der Grundbedürfnisse
  • Arztbesuche (einschl. Tierarzt)
  • Behörden- und Amtsangelegenheiten
  • verschiedene besondere Dienste (z. B. Lieferdienste, individueller geistlicher Beistand, Polizei)
  • Spaziergänge in die Natur und Parks sowie in eigene Erholungsobjekte
  • Ausreisen aus Tschechien
  • Teilnahme an Hochzeiten und Bestattungen mit höchstens 10 Personen, sowie Friedhofsbesuche
  • Reisen zurück zum Wohnort
  • Touristische Reisen verboten

Grundsätzlich ist die Einreise nach Tschechien aus genannten Gründen weiterhin gestattet. Auch die Durchreise durch Tschechien ist weiterhin unproblematisch. Touristische Reisen sind jedoch vorerst verboten.

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Lockdown: Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen in Tschechien

Vorerst bleiben alle Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe geschlossen, die nicht zur Grundversorgung gehören. Neben Lebensmittelgeschäften, Apotheken, Drogerien und Reparaturen sind außerdem Großhandelsgeschäfte geöffnet. Hotelübernachtungen sind nur noch für Dienstreisende erlaubt. 

Außerdem besteht eine Ausgangssperre: Außer für Wege zur Arbeit, zur Familie, zum Arzt oder zum Einkaufen darf man das Haus nur noch für Spaziergänge und Sport im Freien verlassen. Es dürfen sich maximal zwei Personen treffen – Ausnahmen gibt es bei Angehörigen desselben Haushalts, Familienangehörigen oder Arbeitskollegen. 

Weiterhin gilt in Tschechien die generelle Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen, im Freien, wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, in Autos bei Fahrgemeinschaften und in allen Innenräumen. 

Corona grassiert im Land: Epidemiologe hat Erklärung

Epidemiologe Petr Smejkal vom Prager Forschungskrankenhaus IKEM hat eine Erklärung für die hohen Fallzahlen. "Der Fehler ist wahrscheinlich im Sommer geschehen, als die Maßnahmen schnell gelockert wurden", sagt er.

Die Menschen hätten vergessen, dass das Virus immer noch unter uns ist. Auch die Regierung und verschiedene Experten hätten widersprüchliche Botschaften ausgesendet. Immerhin sei die Kommunikation inzwischen besser geworden.

Was die Akzeptanz der Regeln angehe, habe sich die Haltung der Menschen seit dem Frühjahr geändert. Das Vertrauen zwischen Regierung und Bevölkerung sei längst nicht so weit entwickelt wie in Deutschland oder Schweden.

Protest in Prag eskaliert: Hooligans gegen Sicherheitskräfte

So kam es am Sonntag (18. Oktober 2020) zu Ausschreitungen, als 2000 Fußball- und Eishockey-Fans gegen die Einschränkungen im Sport protestierten. Dabei sei die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bei Demonstrationen von 500 Menschen überschritten worden, teilte die Polizei am Sonntag (18. Oktober 2020) mit.

Die Veranstalter beendeten die Versammlung im Stadtzentrum nach rund einer Stunde. Anschließend kam es zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Hooligans und den Sicherheitskräften.

Rauchbomben und Feuerwerkskörper wurden gezündet. Bei Personenkontrollen wurden nach Angaben der Polizei unter anderem Schlagstöcke und Schusswaffen sichergestellt. Mehr als ein Dutzend Personen wurden festgenommen.

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