Fünf Jahre, das ist eine lange Zeit. Halbe Dekade klingt gleich noch dramatischer. So lange soll es dauern, bis die Generalsanierung der Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt abgeschlossen ist. Vier Bauabschnitte sind vorgesehen, der erste läuft bereits. Bauherr ist der Landkreis Haßberge, die Kosten betragen voraussichtlich insgesamt 25 Millionen Euro.


"Hoffentlich nicht mehr", sagte Landrat Wilhelm Schneider am Dienstagabend in der Berufsschule. Dort stellte er mit Vertretern des Landratsamtes, der Schule sowie dem ausführenden Planungsbüro noch einmal das Sanierungskonzept vor und auch klar, dass seine Kreisbehörde für Anwohner, Lehrer und Schüler in dieser Zeit als Ansprechpartner immer zur Verfügung stehe.


Wenige Zuhörer, viele Infos

"Dass es natürlich nicht ausbleibt, dass es mal laut wird, ist klar. Wenn's Probleme gibt: Sprechen Sie uns an", sagte er zu den wenigen Zuhörern, die man an zwei Händen abzählen konnte. Unter ihnen befanden sich Anwohner und auch (unter anderem ehemalige) Lehrkräfte der Schule.


Was an der Schule für den Zeitraum 2018 bis 2023 geplant ist, hat es in sich: Laut Projektleiter Christian Götz vom Architektur- und Ingenieurbüro Baurconsult sind vier Bauabschnitte vorgesehen, von denen der erste bereits begonnen hat. Seit April dieses Jahres wird das Untergeschoss entkernt und saniert, insbesondere die Gebäudetechnik ist hier das Haupthandlungsfeld. Diese Bauphase im Sommer wurde bislang unter anderem dazu genutzt, die alte Heizungsanlage auszubauen - da derzeit kein Kälteeinbruch zu erwarten ist, sollte das kein Problem sein.


Bis Ende August soll die Bauphase I abgeschlossen sein, dann dürfte die neue Heizungsanlage (Gas und Pellet) bereits in Betrieb sein. Die alten Leitungen im Untergeschoss sind schon freigelegt, aber noch in Gebrauch und werden in den Ferien ausgetauscht.

Wie der stellvertretende Schulleiter Jochen Brüggemann - schulintern verantwortlich für die Betreuung der Sanierungsmaßnahmen - erklärte, seien die kommenden fünf Jahre mit großem logistischen Aufwand verbunden, da der Unterricht während der Bauphasen in allen Fachbereichen fortgesetzt, auf eine Containerlösung (mobile Klassenzimmer) aber verzichtet werden soll. Die Sanierung sieht der stellvertretende Schulleiter als große Chance, "die Gebäude neu zu strukturieren" und die bislang teils verstreuten "Abteilungen zusammenzuziehen, um die Laufwege zu verkürzen". Denn die Heinrich-Thein-Schule erstreckt sich über mehrere Gebäude im Bereich Hofheimer Straße (siehe Grafik). Weil die Gebäudesubstanz äußerst marode und nicht mehr zeitgemäß ist, sei die Sanierung unumgänglich gewesen.


Parkplätze: Soll übererfüllt

An der Heinrich-Thein-Schule werden im Schuljahr 2017/18 in 69 Klassen 1421 Schüler in verschiedenen Berufen unterrichtet. Diese Aufgabe übernehmen derzeit 85 Lehrkräfte. Weil es in der Siedlung immer wieder zu Parkplatzproblemen gekommen war, hat der Landkreis 20 zusätzliche Stellplätze geschaffen. Somit stehen insgesamt 137 Parkplätze zur Verfügung, gesetzlich vorgeschrieben sind entsprechend der Schüler- und Klassenzahl 113 Plätze.