Zeil am Main
Suchaktion

Entwischte Schlange sorgt für Feuerwehreinsatz in Zeil

Die Zeiler Feuerwehr wurde am Freitagabend zu einer außergewöhnlichen Aktion gerufen. Eine eineinhalb Meter lange Natter war ausgebüxt und hatte sich in einem Holzschuppen verkrochen.
Für einige Stunden in Freiheit: die ausgebüxte Indigonatter am Holzschuppen im Zeiler Siedlungsgebiet. Feuerwehr Zeil

Über tierische Einsätze kann sich der Kommandant der Zeiler Feuerwehr, Tobias Hetterich, nicht beklagen. Seien es aus dem Nest gefallene Vögel oder Papageien, die sich auf einen Baum geflüchtet haben und wieder zu ihrem Besitzer zurückgebracht werden sollen - es kommt nicht selten vor, dass die Feuerwehr wegen Tieren in Not ausrücken muss. Diese Einsätze veranlassen Hetterich zu der Aussage: "Wir sind mehr Tierfeuerwehr als Feuerwehr."

Aber der Einsatz, zu dem die Zeiler Truppe am Freitagabend alarmiert wurde, fällt aus dem Rahmen. Sie musste eine Schlange suchen. "Schlangen haben wir noch nicht gehabt", erzählt der Kommandant, während er seine Kollegen bei der Suchaktion im Zeiler Siedlungsgebiet im Westen der Stadt anführt.

Schlange ausgebüxt: Zeiler Feuerwehr findet eineinhalb Meter langes Reptil

Was war passiert? Eine Schlange war aus einer Haltung in einem privaten Wohnhaus ausgebüxt. Wie sich später laut Polizeiangaben herausstellte, hatte ein geöffnetes Fenster offenbar dem Tier die Freiheit ermöglicht. Anwohner sahen das Reptil, als es über eine Straße zu einem Holzschuppen auf einem Privatgrundstück huschte. Die Anwohner alarmierten die Einsatzkräfte. Zu diesem Zeitpunkt stand die Frage im Raum: Ist da vielleicht eine Giftschlange unterwegs?

Ein Trupp der Zeiler Feuerwehr rückte in dem Wohngebiet an und begann gegen 19.30 Uhr mit der Suche. Sie sahen die rund eineinhalb Meter lange, schwarz glänzende Schlange an dem Holzschuppen und konnten sie sogar fotografieren, aber dann verschwand das Tier in dem Schuppen.

Über das Bild und eine Fachstelle in München konnte die Schlange identifiziert werden. Es handelte sich um eine Indigonatter, deren ursprüngliche Heimat die USA ist. Das Wichtigste: Das Tier ist nicht giftig.

Feuerwehr sucht nach Schlange: "Man muss nur langsam machen"

Die Suche nach dem Reptil war gar nicht so einfach. In dem Schuppen lagerte jede Menge Brennholz. Die Feuerwehrleute schafften Holzscheite und Bretter ins Freie. Um den Holzschuppen lagen und standen Feuerwehrleute auf der Lauer und beobachteten die Außenwände, damit das Tier nicht entwischen konnte.

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"Da war gerade der Schwanz", rief plötzlich ein Feuerwehrmann. Dann war die Schlange wieder verschwunden. Es dauerte bis kurz vor 22 Uhr, ehe Entwarnung gegeben werden konnte; in der Zwischenzeit war auch der Besitzer der Indigonatter eingetroffen. Das Tier wurde schließlich gefunden, und der Besitzer fing es ein.

Hat man als Feuerwehrmann Angst bei einer solchen Suche? Mit einer Schlange wird man schließlich nicht jeden Tag konfrontiert? Nein, sagt der Feuerwehrmann Johannes Arneth und schüttelt den Kopf. "Man muss nur langsam machen. Schnell-schnell geht gar nicht", sagt er.

Bleiben zwei Fragen: Muss jemand für den Feuerwehreinsatz bezahlen? Das entscheide die Stadt, erklärt Kommandant Tobias Hetterich. Die Stadt hat eine eigene Satzung, in der der eventuelle Kostenersatz geregelt ist. Und die zweite Frage: Wer räumt das Holz wieder in den Schuppen?