Insgesamt 65 Bewohner und 45 Mitarbeiter des Hans-Weinberger-Hauses in Zeil am Main waren mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahlen gab die Arbeiterwohlfahrt als Träger des Seniorenheims in Zeil am Freitag (15. Januar 2021) bekannt.

In dem Haus hatte es vor Wochen einen Corona-Ausbruch gegeben. Mittlerweile ist das Seniorenheim wieder coronafrei. 26 der infizierten Bewohner starben. Noch zum Jahresende 2020 wurden alle Bewohner und Mitarbeiter negativ auf das Virus getestet, und die Senioreneinrichtung konnte coronafrei ins neue Jahr starten. Freilich bleibt dabei die Trauer über die Gestorbenen.

Besuche wieder möglich

Gleichwohl sind nun ab sofort wieder Besuche jeweils von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr möglich, jedoch weiterhin nur nach Anmeldung und mit negativem Testergebnis. Es besteht die Möglichkeit, im Hans-Weinberger-Haus einen Antigen-Schnelltest zu absolvieren. Zudem können neue Bewohner aufgenommen werden.

Aufgrund des Corona-Ausbruchs mussten viele Mitarbeiter in Quarantäne, wodurch das verbliebene Personal des Seniorenzentrums noch stärker gefordert wurde. Es organisierte sich in Zwölf-Stunden-Schichten, um die vom Gesundheitsamt angeordneten Maßnahmen umzusetzen und alle Bewohner bestmöglich zu versorgen.

Die Senioreneinrichtung erhielt personelle Unterstützung aus anderen Einrichtungen des Bezirksverbandes Unterfranken der Arbeiterwohlfahrt. "Ohne den unermüdlichen Einsatz, das Engagement und den Zusammenhalt unserer Mitarbeiter hätten wir das nicht gemeistert," berichtet Hilde Hückmann, Einrichtungsleiterin des Hans-Weinberger-Hauses.

Positive Nachrichten - drei über 100-Jährige wieder genesen

Große Freude herrschte im Haus, als bekannt wurde, dass drei über hundertjährige Frauen, die zum Teil an Covid-19 schwer erkrankten, mittlerweile vollständig genesen sind.

Auch Angehörige und viele Zeiler nahmen Anteil an der Situation und unterstützen das Haus. "Leberkäsbrötchen vom Bürgermeister und seiner Frau, Weihnachtspost von der vierten Klasse der Johann-Peter-Wagner-Schule in Theres, Nervennahrung, Plätzchen, Getränke und selbst genähte Wärmekissen von ansässigen Firmen und Angehörigen haben uns diese schwere Zeit durchstehen lassen," erzählt Hückmann.

Nach dem ersten Impfdurchgang steht am 20. Januar nun die zweite Impfung von Bewohnern und Mitarbeitern an. "Wir alle hoffen, dass wir nach der Impfung wieder zu einer entspannteren Normalität zurückkehren können", erklärt die sichtlich erleichterte Einrichtungsleiterin.