Aus einem "Schandfleck" in Zeil wird ein Stadtstrand. Die Jugendzünder haben zusammen mit der Stadt einen neuen Veranstaltungsort errichtet.

"Die Idee gibt es wegen der 1000-Jahr-Feier in Zeil", erklärt der Verantwortliche der Jugendzünder Bastian Rößner. Der Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) fragte Rößner vor eineinhalb Jahren: "Was könnt ihr für die Jugend bei der 1000-Jahr-Feier machen?"

Die Jugendzünder sind eine Organisation, die aus jungen Zeilern besteht. "Wir sind alle zwischen 20 und 25 Jahre", sagt Rößner. Sie bieten Veranstaltungen für die jüngeren Generationen an.

Zuerst haben die Jugendzünder eine Plattenparty ausgerichtet. Doch das reichte den jungen Zeilern nicht. Sie wollten "ein breiteres Publikum ansprechen", sagt Rößner. Dann kam ein Mitglied der Jugendgruppe auf die Idee, einen Stadtstrand zu bauen.

Zweiter Bürgermeister, Dieter Köpf (CSU), war von Beginn an mit den Planungen vertraut. "Wir waren froh, als wir von dieser Idee hörten", erinnert sich Köpf. Denn er sieht den Trend der Stadtstrände in ganz Bayern aufkommen.


Passender Ort für den Zeiler Stadtstrand

Gesagt getan. Die Jugendzünder haben den Verantwortlichen der Stadt die Pläne vorgelegt. Zuerst sollte der Strand an den Caritasgarten, aber der Bürgermeister fand eine passendere Stelle. Ein verwucherter Platz neben dem Sportgelände des FC Zeil, der dem TV Zeil gehört.

Aus diesem Feld ist nun ein Stadtstrand entstanden. "Der Bauhof von der Stadt hat das alles gemacht", sagt Rößner. Sie haben den Wildwuchs und das wuchernde Unkraut entfernt und den Platz mit Sand und Rindenmulch aufgefüllt. Das Highlight ist ein kleiner Teich in der Mitte des Geländes. Neue Hecken und Bäume spenden dem Stadtstrand Schatten und eine natürliche Atmosphäre.

Dieser Umbau wird von der Stadt finanziert, sagt Köpf. Das sei in den Finanzen der 1000-Jahr-Feier eingeplant. "Allerdings gibt es da keine Riesenbeträge", die Sand oder Rindenmulch verursachen, erklärt er weiter. Und die Arbeitsstunden des Bauhofes werden ohnehin von der Stadt gezahlt.

Und dieser Stadtstrand ist für alle gedacht. Für Kinder gibt es einen Kinderspaßtag mit Hüpfburg, für ältere gibt es einen Chor-Abend, für die ganze Familie einen Kinoabend und für die Jugend Live-Musik.


Zeiler Stadtstrand: Exklusive Speisen und Getränke

250 Sitzplätze gibt es am Strand. An denen kann man selbst gemachte Limonade trinken oder einen Burger essen. Die Bewirtung übernehmen die Jugendzünder. Jeden Öffnungstag gibt es andere Speisen.

Die Arbeiter haben sich dafür sogar Urlaub genommen, sagt Rößner. Das war vor allem während des Aufbaus notwendig. Lichterketten anbringen, Stühle stellen, Buden oder Musikanlagen aufbauen. Alles wurde von den Freiwilligen ehrenamtlich geleistet.

Mindesten zehn Stunden seien die Helfer in dieser Woche beim Aufbau gewesen. Schon davor haben sie sich immer wieder mit der Stadt und dem Grünflächenamt getroffen, um die nächsten Bauschritte zu besprechen. "Der gesamte Plan kommt nämlich von uns", sagt Rößner.

Das Geld, das bei dem Stadtstrand verdient wird, "wird in den nächsten Jahren wieder für solche Projekte investiert", erklärt Rößner.

Aus solchen Einnahmen konnte der Stadtstrand erst entstehen. "Über 10  000 Euro hat uns das gekostet", sagt Rößner. Dazu kommen noch die Ausgaben der Stadt für die Gestaltung des gesamten Areals.

Ob der Stadtstrand nach den Veranstaltungen in diesem Jahr bestehen bleibt, steht noch in den Sternen. Es gebe momentan mehrere Möglichkeiten. Köpf geht davon aus, dass der Stadtstrand zuerst geräumt werden muss, da "dieser im Winter nicht genutzt wird und niemand das Gelände pflegen kann".

Ob es im nächsten Jahr einen Zeiler Stadtstrand gibt hängt auch davon ab, "wie er angenommen wird und ob es nochmals so viele Ehrenamtskapazitäten gibt", sagt Köpf. Der Traum von Rößner ist allerdings folgender: "Ich hoffe, wir können das Gelände vermieten wie einen Festplatz. Dann können Leute dort beispielsweise ihren Geburtstag feiern."