Mit einem ausgefeilten humorvollen Programm sind die "Elf weisen Hasen" in Haßfurt in die Faschingssession gestartet. Unter dem Motto "Carneval Oriental" haben sie ihr Publikum schon bei der Premierensitzung auf der fantasievoll gestalteten Bühne in der Stadthalle bestens unterhalten. Dabei galt der begeisterte Applaus sowohl den unzähligen Akteuren auf der Bühne als auch den vielen Helfern "hinter" der Bühne und den Sponsoren. Respekt gebührt ihnen allen auch deshalb, weil sie mit ihrem Engagement die Pfarrei Sankt Kilian und die Kindergärten unterstützen.


Appell zum Auftakt

Mit den Worten "Salam alaikum, der Friede sei mit euch" und einem Appell, den Frieden im Kleinen zu beginnen, hieß Sitzungspräsident Martin Eck die Besucher auf dem "persischen Marktplatz" willkommen, auf dem die Büttenredner, Komiker, Tänzerinnen und Tänzer ihre zauberhaften Darbietungen in Szene setzten. Bestens begleitet wurden sie von der "Hauskapelle", dem "Duo con brio" mit Birgit und Martin Rudolph.

Zunächst aber eroberten "Ali Baba und die 40 Räuber" alias die "Bugs Bunnys" die Herzen der Zuschauer mit ihrem Spiel. Sie öffneten den Vorhang auf der Bühne mit dem bekannten Zauberspruch "Sesam öffne dich!"
Dort wirbelten anschließend die grazilen jungen Damen der Hasengarde bei ihrem Gardetanz mit einem hohen Maß an Perfektion. Zum ersten Mal stand das Funkenmariechen Emma Kitzinger als Solistin im Mittelpunkt des Geschehens.

Seit etlichen Jahren nimmt der "Hasenbär", Vizepräsident Sebastian Sahlender, mit viel Humor das örtliche Geschehen aufs Korn. Auch heuer legte er mit seiner faszinierenden Multimediashow den Finger in einige Wunden und offenbarte angesichts der prekären Situation der Geburtshilfe am Krankenhaus ein neues Marketingkonzept: "Zum Sterben in die Greisstadt Haßfurt". Außerdem war er der Meinung: "Nachdem das letzte Stückle Kultur uns jetzt endgültig verlassen hat, kann der Kämmerer endlich wieder mal weng Geld anderweitig sinnlos anlegen. Zum Beispiel in ein Museum in Haßfurt oder - angesichts des Geldes, das er da reinstecken will - in ein Museumsviertel!"


Seelsorger auf der Bühne

Großen Anklang fanden erneut die Auftritte des Seelsorgeteams und der Ministranten. So spielten Diakon Manfred Griebel, Kaplan Michael Schmitt und Pastoralassistentin Sandra Lohs einen lustigen Sketch auf dem "Haßfurter Säulesmarkt". Nicht nur dass sie Früchte und Eis auf dem Markt verkauften. Sie hatten auch ganz spezielle Biersorten für die drei Bürgermeister Günther Werner, Michael Schlegelmilch und Stephan Schneider kreiert, die sie mit folgenden Worten anpriesen: "Zwei Euro für des de-Vries-Museum - des is ganz neu - spenden Sie beim Kauf eines Kastens Werner Bräu! Bist du kein Technikfreak, sondern darin ein vollverpeilter Knilch, dann hilft kein Bier und Wein, da hilft nur Schlegel-Milch. Bist du wütend, siehst nur rot und hast den Eindruck, jeder hat ne Meise, setz dich hin, werd ruhig und trink erst mal ne Schneider-Weisse!" Wobei es sich Pfarrer Stephan Eschenbacher, Schirmherr der "Elf weisen Hasen", nicht verkneifen konnte, als "Säula" ebenfalls einen Part zu übernehmen. Spitze war auch der Auftritt des Kaplans mit den schauspielerisch äußerst talentierten Ministranten auf einem persischen Markt.

Einen der vielen Höhepunkte bestritten die mehrstimmig singenden "Rabbit Harmonists" im 15. Jahr ihres Bestehens. Sie brachten "Hirn in kleinen Dosen" in die Welt: zu den Machern des Privatfernsehens, zu Donald Trump, Erdogan, Pegida, zum Haßfurter Stadtrat und zum Schluss auch zu den Zuhörern mit der Aufforderung: "Setz doch dein Hirn ein, um die Welt besser zu machen. Denn mit Hirn kann man getrost nach vorne schaun und ganz toll auf die Zukunft baun."

Eine Augenweide für die Zuschauer sind heuer neben den Damen der Hasengarde die Tänzerinnen der Häschengarde, die selbstbewusst, schwungvoll und gekonnt auftraten. Die Breakdancegruppe "Red Squad Crew" von der Ballettschule "On Point" und das Männerballett "Spitzbuam" zogen die Blicke auf sich.

Doch auch die klassische politische Rede kam heuer nicht zu kurz: Benedikt Wolf fuhr als spitzzüngiger fränkischer Flaschengeist Dschinni aus dem Bocksbeutel und ließ kein gutes Haar an denen, die die Welt mit Krieg und Terror überziehen oder auch nur wegsehen und dem Egoismus huldigen. Langanhaltender Beifall lohnte ihm die Mühen für seine geschliffene Rede, die in der Tradition des "Till Eulenspiegel" stand.
Humorvoll gestaltete Rudi Eck, Bürgermeister a.D. und Ehrenpräsident der "Elf weisen Hasen", sein Comeback als "Pensionär". Mit Ausführungen über das "anstrengende" Rentnerleben, das aus Rasenmähen, Reparaturen und der Herstellung von Vogelhäuschen - "jetzt sind es 28 Stück" - besteht, unterhielt er bestens.


Rasender Reporter

Für Stimmung sorgten auch Armin Poeschl mit seinem Bauchtanzkurs und der Bauchredner Thomas Werb, der sich als rasender Reporter Heiner Hasenbelz einen Spaß mit seinen Gästen machte, während Philipp Heller als "König der Schattenspieler" große Bewunderung für seine Darbietung "nur mit einer Lampe, einer Wand und zwei Händen" fand.


Auf der Bühne


Hasengarde: Sandra Suckfüll, Julia Stapf, Sabine Saar, Lisa-Marie Schmitt, Christina Czernek, Tina Schittig, Lisa Hümpfner, Nadine Prill (auch Trainerin).
Funkenmariechen: Emma Kitzinger, Trainerin: Babara Maruschke.
"Bugs Bunnys": Hannes Grümpel, Till Amthor, Jakob Eck, Johanna Rinner, Emma Kaufmann und Lena Muck, Trainerinnen: Anna-Maria Eck und Franziska Reitz.
Hasenbär: Vizepräsident Sebastian Sahlender.
Pensionär: Ehrenpräsident Rudi Eck.
"Fränkischer Dschinni" Benedikt Wolf.
Bauchtanzkurs: Armin Poeschl.
Bauchredner Heiner Hasenbelz: Thomas Werb.
"Red Squad Crew": Patrick Werb, Lucas Rausch, Laura Schiller, Robin Full und Jan Moschnitschka, Trainer: Martin Rusinowski.
Ministranten der Pfarrei St. Kilian Haßfurt: Fabian Vollert, Sandra Lohs, Benedikt Wolf, Ludwig Wolf, Jürgen Bauer, Hannah Vollert mit Kaplan Michael Schmitt.
Rabbit Harmonists: Martin Eck, Jürgen Bätz, Markus und Ludwig Wolf und Markus Lenhardt.
Häschengarde: Sophia Lenhardt, Franziska Eck, Jule Büchner, Anna Ullrich, Maja Mühlfeld, Louisa Schilling, Samira Müller und Lea Schramm, Trainerin: Claudia Krapf.
König der Schattenspieler: Philipp Heller und sein Musiker Tobias Zettel.
Männerballett: Vizepräsident Sebastian Sahlender, Guido Blenk, Klaus Grümpel, Michael Schleicher, Freddy Rumpel, Christian Stühler, Willi Geuppert und Richard Gläser, Trainerinnen: Martina Grümpel und Jessica Gössler.
Marktplatzschweinchen: Pfarrer Stephan Eschenbacher, Kaplan Michael Schmitt, Diakon Manfred Griebel und Pastoralassistentin Sandra Lohs.
Hauskapelle: "Duo Con Brio": Birgit und Martin Rudolph.