Eine Pizza-Lieferung in Eltmann endete für einen 53-jährigen Pizza-Fahrer am 27. März dieses Jahres im Krankenhaus. Nachdem er die Pizza gegen 19.15 Uhr abends ausgeliefert hatte, unterhielt er sich noch mit einem Bekannten vor einem Mehrfamilienwohnhaus. Die Unterhaltung war einem 19-Jährigen Anwohner jedoch zu laut. Es kam zur Diskussion mit dem Pizza-Boten. Die Diskussion eskalierte und der Ellenbogen des 19-Jährigen landete auf dem Auge des Pizza-Fahrers, der eine Platzwunde erlitt, die im Krankenhaus genäht werden musste. Er hatte nach eigener Aussage 14 Tage Schmerzen und sein Auge war vier Wochen lang blau.

Wie der Ellenbogen auf dem Auge des 53-Jährigen landen konnte, sollte am Montag in einer Verhandlung des Jugendgerichts am Amtsgericht Haßfurt geklärt werden. Dort machten die beiden Streithähne unterschiedliche Angaben.

Nach Aussage des Angeklagten hat der Pizza-Bote die Aufforderung, leiser zu sein, mit den Worten "Verpiss dich" beantwortet. Zudem soll er den Angeklagten als Ausländer beschimpft und geduzt haben. Anschließend habe der Pizza-Fahrer ihn gepackt und beide seien zu Boden gegangen. Als er sich befreien wollte, habe er den Pizza-Boten mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen, gab der Angeklagte zu Protokoll.

Eine andere Tatversion lieferte der Geschädigte im Zeugenstand. Danach sei der Angeklagte wutentbrannt die Treppe hinunter gestürmt und habe sich drohend vor ihm aufgebaut. Um einen drohenden Schlag zu vermeiden, habe er den Angeklagten an den Armen festgehalten. Beide seien dabei gestolpert und zu Boden gegangen. Im Stolpern sei der Ellenbogen in seinem Gesicht gelandet. Außerdem habe er vom Angeklagten einen Fußtritt in den Bauch erhalten, schilderte der Zeuge. Dies sei jedoch nicht Inhalt der Anklage, informierte ihn der Richter.

Ein Unbekannter ist der Angeklagte vor Gericht nicht. Eine Körperverletzung sowie ein Drogendelikt stehen im Sündenregister des 19-Jährigen. Für eine Verurteilung reichte es Richter Martin Kober jedoch nicht. Zu unterschiedlich seien beide Aussagen, sagte er. Eine vorsätzliche Körperverletzung sei dem Angeklagte nicht nachzuweisen. Dies sah auch der Staatsanwalt so. Das Gericht stellte das Verfahren daher ohne Auflagen ein.