21 Personen haben sich bei einer Fragebogenaktion bereiterklärt, bei der Gründung einer Bürgernetzgemeinschaft (BNG) in verschiedenen Bereichen Hilfe zu leisten, wie bei der Versammlung am Freitagabend, zu der Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Hauptinitiator Norbert Barth in das Cafe Wagner eingeladen hatten, deutlich wurde. Die Fragebogenaktion war, wie Hennemann eingangs sagte, über das Mitteilungsblatt der VG Ebern alle Haushalte im Stadtgebiet gerichtet worden.
Barth erläuterte das Ziel der BNG: "Wir wollen, dass sich Menschen melden, die gerne Mitbürgern helfen, denen es alleine, aufgrund welcher Umstände auch immer, nicht mehr möglich ist, Dinge des täglichen Lebens selbst zu erledigen." Dazu sagte Hennemann, dies solle ein weiterer Schritt in Richtung einer sozial eingestellten Stadt sein.
Norbert Barth, der in der Seniorengemeinschaft Kronach zwei Jahre mitgearbeitet hat, weiß aus Erfahrung, dass sich viele Menschen scheuen, andere um Hilfe zu bitten: "Dagegen wollen wir angehen und deutlich machen, dass Mitbürger, die sich auf diesem Gebiet engagieren, auch gerne bereit sind, zu helfen."


Unter dem Dach der Allianz?

Wie Hennemann und Barth aufzeigten, wurde das Projekt bereits bei den Seniorengruppenleitern der Stadt Ebern vorgestellt und bei der großen Seniorenweihnachtsfeier und bei den evangelischen Senioren erläutert. Bürgermeister Hennemann, auch Vorsitzender der Baunach-Allianz, kann sich vorstellen, dass die BNG unter dem Dach der Allianz laufen könnte. Fördermittel wolle man beim bayerischen Familienministerium ausloten. Hennemann: "Wir werden dieses Projekt bei weiteren Seniorengruppen vorstellen, um die Hemmschwellen zu brechen, die mitunter bestehen, sich helfen zu lassen."
Die Versammlung am Freitagabend diente vor allem dazu, zu ermitteln, was an Bedarf und Angeboten zum Helfen besteht. Anhand der Fragebogenaktion war ermittelt worden, dass Menschen Hilfen über 16 Angebote zur Verfügung stellen. Das betrifft die Versorgung von Haus und Eigentum bei Krankheit oder Urlaub, die Beaufsichtigung von Tieren, Begleitung zum Arzt, zu Behörden oder zum Einkaufen, Einkaufsdienste, Fahrdienste, Hilfe bei technischen Problemen oder beim Ausfüllen von Formularen, Hilfe bei der Gartenarbeit, bei der Verrichtung von kleinen handwerklichen Tätigkeiten und einiges mehr. Bedarf wurde für jede Tätigkeit angemeldet. Auch für den zu wählenden Vorstand haben sich mehrere Personen bereiterklärt, mitzuwirken.
"Wir beabsichtigen auch, die Rummelsberger Wohngruppen in Ebern mit ins Boot zu nehmen", sagte Hennemann. Er sieht darin auch einen sozialen Aspekt und die Integration von behinderten Menschen in das Projekt und glaubt, dass die Rummelsberger bei einigen Dienstleistungen unterstützen können.
Es soll ein Flyer erstellt werden, dem jeder die Angebote entnehmen kann. Weitere Fragebogen sollen in Kirchen, Rathäusern, Arztpraxen, Apotheken, im Krankenhaus, in Seniorenheimen, bei Pflegdiensten oder Vereinen ausgelegt werden.
Nach dem Pfingstwochenende wird die BNG erste Hilfen leisten. Dafür werden noch Helfer gesucht, die sich bei Norbert Barth unter der Telefonnummer 09531/9431501 oder per E-Mail an bndata@web.de melden können. In Facebook existiert für die BNG schon eine Gruppe "Bürger Netz Gemeinschaft Ebern und Umgebung"; hier können auch aktuelle Informationen abgerufen werden.