Mit ihrem neuen Posten als Staatsministerin für Digitales hat die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär aus Ebelsbach einen Platz im Kanzleramt. Am Rande des Neumitgliederempfangs der CSU in Wonfurt sprach sie mit unserer Zeitung über ihre neue Aufgabe in Berlin und wie sich diese auf ihre Heimatregion und ihre privaten Verhältnisse auswirkt. Die Fragen stellte unser freier Mitarbeiter Christian Licha.

Wie wirkt sich Ihre Arbeit in Berlin in den Haßbergen aus? Welche Entwicklungen werden auf die Menschen vor Ort zukommen?
Dorothee Bär: Leben und Digitalisierung auf dem Land ist für mich ein sehr wichtiges Thema. Ich bin der Überzeugung, dass wir in ein paar Jahren eine Rückkehr haben, aus den Städten in den ländlichen Raum. Die Lebensqualität ist hier wesentlich besser, und deshalb ist auch mein Ansatz Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Das wird sich dann insgesamt im ländlichen Raum und insbesondere auch im Landkreis Haßberge auswirken.

Behalten Sie Ihren Sitz im Kreistag, und wie viel Zeit bleibt dafür?
Ich wurde für sechs Jahre gewählt und behalte meinen Sitz im Kreistag mindestens für diese Legislaturperiode. Bislang war es so, wenn die Sitzungen im Kreistag rechtzeitig bekannt gegeben wurden, konnte ich auch teilnehmen, wenn nicht gerade Sitzungswoche im Bundestag war. Mir macht das sehr viel Spaß, weil das auch eine Rückkopplung ist, um zu wissen, wie die Gesetze in den Landkreisen ankommen.

Wie war die Reaktion in der Familie auf die Ernennung zur Staatsministerin?
Meine Familie steht bei allem, was ich tue, zu 100 Prozent hinter mir. Allerdings möchte mein Mann nicht, dass ich mich zusätzlich in den Elternbeirat an der Schule unserer Kinder wählen lasse. Aber das verbietet er mir schon seit zehn Jahren. Alles andere unterstützt er sehr.

Kommt für Sie irgendwann ein Umzug nach Berlin in Betracht?
Nein, niemals! Unsere Kinder sollen in Franken in die Schule gehen und auf dem Land und nicht in der Großstadt groß werden. Im September ist die Kindergartenzeit vorbei, dann kommt auch der Jüngste in die Schule. Emilia (11), Charlotte (7) und Julius (5) fühlen sich in Ebelsbach sehr wohl. In unserem Haus sind vier Generationen unter einem Dach: Oma, Opa, Uroma und Tante - alle sind dabei. Das Familienleben klappt hervorragend.

Wie oft kommen Sie heim nach Ebelsbach?
Ich komme schon noch jede Woche regelmäßig heim nach Ebelsbach, aber die Beanspruchung in Berlin ist eine größere geworden. Alleine schon deswegen, weil jeden Mittwoch Kabinettssitzung und jeden Dienstag die Vorbesprechung dazu ist.

Auf Instagram haben sich einige Nutzer darüber entrüstet, dass
Sie jetzt als Staatsministerin
auch Sachen über Ihre Familie
posten.
Meine Umfrage dazu hat ergeben, dass ich es so weitermachen soll, und das werde ich auch tun. Denn ich finde es wichtig, dass man authentisch und sich selber treu bleibt. Das wollen auch die Menschen so.