Diesen Erfolg hätte sich Werner Strätz aus Kirchlauter nicht träumen lassen. Auf der Internetplattform Youtube wurde sein Lied "In your eyes", das 2020 auf dem aktuellen Album "The mystery of waterfalls" der Band Nautilus erschienen ist, über 10 000 Mal angeklickt. "So ein Erfolg ist für unsere Musikrichtung, eine Mischung aus Hardrock und Elektronik, eher ungewöhnlich", freut sich der 56-Jährige.

Rockradio-Sender stellt das Album vor

Doch damit nicht genug: Das Album wurde unlängst eine Stunde lang auf einem Rockradio-Sender vorgestellt. In den führenden Rockmagazinen "Eclipsed" und "Rocktimes" wurde "The mystery of waterfalls" mit 8,5 von 10 Sternen bewertet. "Ich freue mich, aber ich bleibe auf dem Boden", versichert Werner Strätz. Die Band hat unter anderem Fans in Israel.

Nautilus ist ein reines Studioprojekt, die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Bundesländern – und haben sich teilweise noch nie getroffen. Nur Bandkollege Martin Ludwig kommt aus Ebern. Zusammen mit dem Kirchlauterer Gitarrist Strätz und seinen Bandkollegen macht er elektronischen Sound aus Synthesizern, Keyboard Samples und Gitarrenriffs.

Der Titel "In your eyes" ist eine Liebeserklärung an die zwei wichtigsten Frauen in Werner Strätz' Leben: seine Freundin Sybille und seine Mutter Hedwig. "Meine Freundin Sybillle sagte zu mir: ,Du hast noch nie ein Lied für mich geschrieben.' Da dachte ich mir: Oh weh, jetzt schnell!" Noch am selben Abend griff Werner Strätz zur Gitarre und komponierte den Song "In your eyes". "Das hat vielleicht fünf Minuten gedauert", kommentiert der Musiker trocken. Egal - Sybille war begeistert.

Aber noch eine Frau war von dem Lied berührt: Werner Strätz´ Mutter Hedwig. Die 86-Jährige ist im November letzten Jahres an Covid 19 erkrankt und lag im Bamberger Krankenhaus im Sterben. "Sie lag bewegungslos im Krankenbett, atmete flach und war leichenblass. Ich habe auf dem Smartphone "In your eyes" angemacht, als sie das Lied hörte, hat sie reagiert und sich bewegt. Dasselbe ist am folgenden Tag passiert", erinnert sich Strätz. Bald darauf ist seine Mutter verstorben.

Neues Album geplant

Die Musik wird Werner Strätz auch durch die Zeit der Trauer helfen. Er arbeitet mit der Crew von Nautilus, das sind Martin Ludwig, Jürgen Dürbeck und Ralf Obel, bereits an einem neuen Album.

Bandmitglied Meiko Reichert wird dieses Mal vermutlich auch zwei oder drei Lieder einsingen. Das ist eine Besonderheit für die Band Nautilus, die bisher fast ausschließlich instrumental arbeitete.

Beim Einspielen und Aufnehmen der Musik verwendet Nautilus übrigens kein computergestütztes System, das Fehler beim Einspielen herausrechnen könnte. Das bedeutet für den Gitarristen bei einem Fehler: Neu ansetzen und wieder in die Saiten langen, wenn er die Akkorde zuhause in sein Acht-Spur-Aufnahmegerät einspielt. "Ich spiele täglich zwei bis drei Stunden lang", erzählt Strätz. Er möchte auch wieder ein selbstkomponiertes Stück beisteuern. "Es wird vermutlich ,Mother' heißen", schließt er.