Schick, schick, schick! Die alten Fahrzeuge, die am Freitagnachmittag durch Königsberg rollten, waren echte Hingucker. Was Oldtimer nun mal so an sich haben. Man sieht sie halt nicht allzu häufig "in freier Wildbahn", schon gar nicht gleich über 100 Stück davon, bestens gepflegt und herausgeputzt.
Da schnurrt zum Beispiel ein Jaguar MK II ganz friedlich, als ihn Rainer Pabst behutsam aus der Parklücke vor der Rudolf-Mett-Halle bewegt, aber fauchen kann die Katze auch: 210 PS bringt die sportliche Limousine von 1967 zustande, sie holt sie aus den sechs Zylindern des 3,4-Liter-Motors. Wenn sein Jaguar losrennt, erreicht er eine Geschwindigkeit von 180 Stundenkilometern, wie Rainer Pabst erklärt. Zu der Zeit, als der Wagen gebaut wurde, ein Spitzenwert. Damit zu fahren, mache Spaß, sagt der Düsseldorfer, der mit seiner Frau Doris Koep zur "ADAC Deutschland Klassik" gereist ist. Gekauft habe er den Wagen, weil er ihn schon immer schön fand, gerne hätte er das auch früher getan, aber"1967 war ich 20 Jahre alt, da kann man sich so ein Auto nicht leisten".


Die "Blechliesl" aus Amerika

Weiter oben auf dem Königsberger Marktplatz rollen derweil weitere Oldtimer an und drehen eine kleine Runde. Unter anderem fahren Wilfried und Elisabeth Roth aus Krefeld im Ford Model T Tourabout (20 PS) von 1911 vor: Das "Tin Lizzie" (zu deutsch "Blechliesl") genannte Fahrzeug wurde insgesamt 15 Millionen Mal gebaut (die Produktion lief von 1908 bis 1927) und war "das meistverkaufte Automobil der Welt", wie Wilfried Roth erklärt. Im Jahr 1972 ging dieser Titel dann an den VW Käfer.


Restauriert und ab auf die Piste

Thomas und Kerstin Pierer treffen kurz darauf im Austin-Healey 3000 MK II (150 PS) in der Innenstadt ein. Der Sportwagen von 1963 ist ein Schmuckstück, war es aber nicht immer, denn zunächst musste er wieder in Schuss gebracht werden, wie Thomas Pierer erzählt: "Von 2006 bis 2010 habe ich ihn selbst restauriert, seitdem ist er wieder auf den Straßen unterwegs." Möge das noch lange so bleiben.