Manche reagieren verunsichert, andere wütend, die meisten jedoch verständnislos, wenn sie von der langen Reparaturzeit hören. Seit Dienstag haben Telekom-Handykunden im Raum Ebern ein gemeinsames Dilemma: Das Netz ist tot. Laut Störungsstelle gibt es ein "schwerwiegendes Problem an einem Sendemast".

Techniker arbeiten laut Mitteilung fieberhaft daran, die Behebung dürfte sich aber unterschiedlichen Angaben zufolge bis Sonntag, 27., oder gar Montag, 28. Mai, hinziehen. Immer wieder kann man in den letzten beiden Tagen verfolgen, wie sich Techniker am Umsetzermast auf dem Steinberg per Riesenkran und Hebebühne in luftige Höhe emporhieven und wieder absenken lassen. Es geht um die Beseitigung der Störung.
Proteste via Internet

Jede Menge Ausfallmeldungen hat das Störungsportal der Telekom im Internet seit Dienstag registriert. Im Internet wird eifrig über den Netzausfall debattiert und gewettert. Wie gut, dass es für derartige Diskussionen noch WLan gibt! "Es nervt einfach", kommentiert eine Facebook-Nutzerin aus der Stadt, nach deren Ansicht derartige Ausfälle viel zu oft vorkommen, "dabei ist es der größte und teuerste Netzwerkbetreiber".

"Ein Riesenärger" bestätigt Günter Dietz, der in Ebern ein Elektronikgeschäft betreibt und Fachberatung für Verträge mit er Deutschen Telekom anbietet. Immer wieder schneien ihm Kunden ins Geschäft, die den Ausfall monieren oder um Überprüfung ihrer vermeintlich defekten Mobiltelefone bitten. "Das ist doch klar", meint Dietz, "zuerst geht man immer davon aus, dass die eigenen Geräte kaputt sind."

Kurzeitige Ausfälle kämen immer wieder mal vor, berichtet der Elektriker, auch bei anderen Anbietern. Doch die meisten Ursachen seien meist in ein, zwei Stunden wieder behoben. Wenn eine Störung aber derart lange dauere, dann müsse es sich um einen gravierenderen Schaden handeln, meint er, ohne die Hintergründe im konkreten Fall nennen zu können.


Mehr als ein Luxusproblem

Für sein Geschäft beispielsweise bedeute solch ein Ausfall viele verärgerte Kunden, andererseits aber auch Verdienstausfälle oder zumindest Komplikationen. So funktioniere das Aufladen von Prepaid-Karten nicht und im UPS-Shop sei es ohne Mobilverbindung nur per manueller Eingabe möglich, Pakete aus- oder an die Fahrer zurückzugeben.

Richtig dramatisch sei solch ein Ausfall, wenn man auf das Smartphone dienstlich angewiesen ist. Oder aber in Notfällen. Dietz berichtet beispielsweise vom aktuellen Fall eines Behinderten, der mit dem Rollstuhl auf Hilfe angewiesen war, und von Ebern aus mit dem Handy niemanden erreichen konnte.

Für die meisten Menschen jedoch sei der Ausfall zwar ärgerlich, aber eher ein Luxusproblem. "Da merkt man mal, was alles an der Technik hängt und dass auch moderne Geräte mal ausfallen können", sagt der Geschäftsmann.

Mancher Kunde nimmt's nach erster Aufregung mit Humor. "Der Telekom-Service hat uns gestern einen "ruhigen Abend" gewünscht", amüsiert sich eine Userin: "Dieser Sarkasmus immer!"


Wie ist's mit Schadensersatz?

Firmenschef Günter Dietz empfiehlt den Kunden, nach einem längerfristigen Ausfall den Anbieter zu kontaktieren und wegen einer finanziellen Vergütung nachzuhaken.
Wer beispielsweise 50 Euro pro Monat für seinen Vertrag zahle, habe doch Anspruch darauf, einen mehrtägigen Ausfall erstattet zu bekommen, meint der Technikfachmann.
Deshalb sein Tipp: Sobald das Netz wieder funktioniert, die Kundenhotline kontaktieren und eine Entschädigung bzw. Gutschrift anfordern.