Nun wurde bekannt, dass das kranke Tier auch auf dem Golfplatz in Steinbach war. Aus Vorsorgegründen ermittelt das Landratsamt Haßberge jetzt, ob Menschen oder andere Hunde dort mit dem Welpen direkt in Kontakt gekommen sind.

Am 25. Juli hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei einem importierten Hundewelpen aus dem Landkreis Bamberg die Tollwut nachgewiesen. Der fünf Monate alte Welpe stammte aus Marokko und war 14 Tage vor der Seuchenfeststellung eingeführt worden. Laut Impfpass erfolgte in Marokko die vorschriftsmäßige Tollwutimpfung. Allerdings unterblieb die für die Einfuhr ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Tollwut-Antikörper-Titerbestimmung, und die danach erforderliche Wartezeit von mindestens drei Monaten im Ursprungsland wurde ebenfalls nicht eingehalten.

Der junge Hund erkrankte

Wenige Tage nach der Einfuhr erkrankte der Junghund an Kieferlähmung, nahm keine Nahrung mehr auf und zeigte leicht aggressives Verhalten. Der behandelnde Tierarzt reagierte schnell und umsichtig und äußerte den Verdacht auf Tollwut.

Der kranke Welpe wurde eingeschläfert und zur Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim gebracht. Den Tollwutverdacht bestätigte das Labor am nächsten Tag. Es ist davon auszugehen, dass sich der Welpe bereits vor oder kurz nach der Impfung mit dem Virus infiziert hat. Ein Impfschutz besteht frühestens drei Wochen nach der Impfung.

Wie erst jetzt bekannt wurde, war der Hundewelpe am 10. und 11. Juli (Mittwoch und Donnerstag) auf dem Golfplatz in Steinbach. Aus Vorsorgegründen prüft das Landratsamt Haßberge jetzt, wer dort mit dem Hund direkt in Kontakt gekommen ist. Alle Personen mit oberflächlichen Kratzern oder Hautabschürfungen, die den Hundewelpen zum Beispiel gestreichelt haben, werden gebeten, sich mit ihrem Hausarzt in Verbindung zu setzen.

Ämter geben Auskunft

Bei weiteren Fragen gibt das Gesundheitsamt Haßberge Auskunft, Telefon 09521/27400. Auch Hundebesitzer werden gebeten, sich beim Veterinäramt zu melden, wenn ihr Vierbeiner Kontakt zu dem Welpen hatte, Telefonnummer 09521/27138.

Bei Ausbruch der Tollwut müssen laut Landratsamt unverzüglich strikte und umfassende Maßnahmen ergriffen werden, um eine Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern. In der Regel erfolgt die Übertragung auf den Menschen durch den Biss eines tollwutkranken oder infizierten Tieres. Des Weiteren ist die Viruserkrankung durch Krallenhieb oder bei verletzter Haut durch den Speichel während der Risikozeit übertragbar. Die Tollwutviren rufen eine Erkrankung des zentralen Nervensystems hervor, die durch Bewusstseinsstörungen, Wesensveränderungen und Lähmungen gekennzeichnet ist.