Ein früher Platzverweis, zwei Gegentore bis zur Halbzeitpause und kaum gute Aktionen nach vorne. Der Fußball-Bayernligist FC Sand hatte im Relegationshinspiel zu Hause gegen den FC Schweinfurt 05 II über weite Strecken einen gebrauchten Tag erwischt. In der Schlussphase machte die Bayer-Elf dann vieles wett.


Relegation

FC Sand -
FC Schweinfurt 05 II 2:2

Nach nicht einmal 120 Sekunden war der Einsatz des Sanders Dominik Schmitt beendet. Ein Ball in die Schnittstelle zwischen die beiden Innenverteidiger zwang Schmitt zu einer Notbremse, Schiedsrichter Hanslbauer zückte zum Entsetzen der 550 Zuschauer im Seestadion den roten Karton und brummte den Sandern somit 88 Minuten in Unterzahl auf. "Dominik war heute der einsamste Mensch der Welt", sagte Trainer Matthias Bayer und fühlte nach Abpfiff mit seinem Akteur mit, "das tut mir Leid für ihn. Nach dieser diskussionswürdigen Entscheidung mussten wir alles umwerfen."


Lehmann trifft doppelt

Das Gegentor war dann nur noch eine Frage der Zeit. Nach einer ersten Annäherung der Sander ans gegnerische Tor - ein Kopfball nach einem Wagner-Freistoß landete neben dem Pfosten - zwangen die Gäste die Bayer-Elf tief in die eigene Hälfte. Marcel Ruft hatte die erste Möglichkeit, sein Distanzschuss ging aber knapp am Tor der Gastgeber vorbei (7.). Anders Christopher Lehmann: Markus Thomann legte den Ball zurück, Lehmann zog ab und markierte die Gästeführung (13.). Die Partie verflachte, bis Lehmann nach einem Spitzenzuspiel alleine vor Mai auftauchte, die Nerven behielt und cool links unten einnetzte (29.). "Nach dem 2:0 ging es nur noch darum, uns ohne weiteres Gegentor in die Pause zu retten", sagte Bayer.


Die Partie verflacht

Nach der Halbzeitpause kam das Spiel nicht wirklich in Gang. Die Schweinfurter mussten nicht, die Sander konnten nicht. "Die Jungs waren platt", kommentierte Bayer diese Phase. Zu diesem Zeitpunkt konnte man sich nur wenig Hoffnung auf eine Aufholjagd der Gastgeber machen, obwohl der FC Sand die Spielgestaltung übernahm, während sich die Gäste zurückzogen. Die Pässe im Spielaufbau waren schlampig, Abschläge landeten direkt beim Gegner, gefährliche Torabschlüsse gab es nicht. "Wir haben Druck aufgebaut, ohne zwingend zu werden", sagte Bayer.


Karmann weckt seine Jungs auf

75. Minute: Kevin Steinmann flankte von der Strafraumkante, Andre Karmann setzte sich gegen zwei Verteidiger durch und köpfte den Ball in die Maschen, Anschlusstreffer. Ein Raunen ging durch das Seestadion, auch die Zuschauer wachten wieder auf. Die Sander hatten jetzt Blut geleckt, entwickelten trotz kräftezehrender Unterzahl noch mehr Druck nach vorne - blieben dabei aber wie so häufig in dieser Saison absolut ungefährlich. Bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit, als Sebastian Wagner von der rechten Seite flankte, der erste Schuss von Thorsten Schlereth in der Verteidigung hängen blieb. Der Routinier schaltete am schnellsten und drosch den Abpraller an Torwart Saballus vorbei ins kurze Eck zum 2:2-Ausgleich. Kurz nach dieser Aktion pfiff der Unparteiische ab. "Vielleicht hat Schweinfurt für das Rückspiel die bessere Ausgangslage, aber wir gehen als moralischer Sieger aus dem Spiel. Das darfst du nicht unterschätzen. Es ist alles drin."

FC Sand: Mai - Gundelsheimer, D. Schlereth, Karmann, Nöthling, Wagner, C. Gonnert, Krüger (21. A. Schmitt), Reith (57. T. Schlereth), Steinmann, D. Schmitt / Schweinfurt 05 II: Saballus, Ruft, Hillenbrand (78. Albert), Thomann (90. Alawami), Lehmann, Behr, Heusinger, Schmidt, Volkmuth, Fleischer (68. Feidel), Waigand / SR: Hanslbauer / Zuschauer: 550 / Tore: 0:1, 0:2 Lehmann (13., 29.), 1:2 Karmann (75.), 2:2 T. Schlereth (90. +2) / Rote Karte: D. Schmitt (2.) / -