Der ursprünglich geplante Veranstaltungsort auf dem Flugplatz Bamberg stand kurzfristig nicht mehr zur Verfügung, aber in einem Kraftakt schaffte es der AC Ebern, die komplette Veranstaltung auf das ADAC-Fahrsicherheitsgelände nach Schlüsselfeld zu verlegen.
Schon im Vorfeld rissen sich die Aktiven um die 120 verfügbaren Startplätze. Insgesamt 151 Nennungen lagen vor, so dass rund 30 Startwillige nicht dabei sein konnten.

Das letzte Jahr war geprägt vom Dreikampf von Daniel Dichter (BMW 318is), Lars Heisel (Opel Kadett C Coupe) und dem Burgebracher Robert Firsching (BMW 320is), den am Ende Daniel Dichter für sich entschied. Viele erwarteten auch beim ersten Lauf dieses Jahres in Stuttgart diese drei ganz vorne, doch als Tabellenführer kam Michael Götz vom MSC Scheßlitz auf Opel C Kadett nach Schlüsseleld. Und auch der zweite Lauf hatte einige Überraschungen parat.

Zunächst die seriennahen Autos

Die Gruppe G der seriennahen Fahrzeuge machte den Auftakt. In der Klasse G5, der leistungsschwächsten Klasse, gewann Routinier Richard Raß aus Rosenheim. Schon in der folgenden Klasse, der G3, trat Daniel Dichter an und ließ mit zwei fehlerfreien Läufen und neun hundertstel Sekunden Vorsprung alle Konkurrenten hinter sich. In der Klasse G2 (fünf Teilnehmer, alle mit nahezu baugleichen BMW 328i Coupe) lag Florian Bodin aus Heuchelheim vorn. Als Abschluss der Gruppe G kam dann die leistungsstärkste Klasse, beherrscht von BMW M3 der verschiedensten Baujahre, zum Zuge. Routinier Roland Wallrab im bärenstarken BMW M3 E46 CSL mit 360 PS siegte deutlich mit zwei Sekunden Vorsprung vor dem Schnaittacher Horst Scherzer im älteren E36 BMW M3. In 2:31,12 Minuten ging auch der Gruppensieg in der Gruppe G an Wallrab.

Nach kurzer Pause, in der die folgenden Teilnehmer die vom AC Ebern optimal vorbereitete und schnell gesteckte Strecke zu Fuß besichtigen konnten, rollte die Gruppe F der verbesserten Fahrzeuge an den Start. Die Gruppe F wird in vier Hubraumklassen unterteilt. Die Klasse F8 war sehr gut besetzt mit 16 Startern. Schon im ersten Wertungslauf entwickelte sich vorne ein Dreikampf zwischen Eric Hener, Karl-Ernst Bartel und Peter Magin (alle auf VW Polo). Während Hener beim zweiten Versuch seine erste Laufzeit nicht mehr erreichte, legten Bartel und Magin nochmals um einige Zehntel zu, Peter Magin siegte mit 2:38,69.

Schramm-Brüder vorne

In der Klasse F9 bis 1600 Kubikzentimeter wollten die Brüder Alexander und Marcel Schramm vom MSC Knetzgau den erfahrenen Fahrern Christian Laumann und Klaus Königsberg das Leben schwer machen. Und das schafften sie auch. Mit dem Vorteil der Streckenkenntnis aus Läufen des letzten Jahres fuhr Alexander vor seinem Bruder Marcel als Schnellster über die Ziellinie und errang damit für Unterfranken der erste Klassensieg des Tages.

In der Klasse F10 (bis 2000 Kubikzentimeter) warteten alle auf den Lokalmatador Robert Firsching vom AC Schweinfurt, der zwar auf der Nennliste stand, aber, wie schon in Stuttgart, wegen eines nicht funktionierenden Motors absagen musste. So ging der erste Platz mit 2:34,33 an Torsten Kanis aus Altleiningen.

Als stärkste Klasse der Gruppe F kamen zum Schluss die Fahrzeuge über 2000 Kubikzentimetern und die Turbo-geladenen Fahrzeuge. In der kleinen, aber leistungsstarken Klasse sahen die Zuschauern auch einige Fahrer aus der Region. So starteten neben Michael Lachner auf Porsche 911 Carrera und Thomas Weber auf Mitsubishi Evo 8 auch Jörg Kuhn auf Audi TTRS aus Neustadt an der Aisch und der 21-jährige Kevin Böhnlein aus Knetzgau, der auf die Leistung seines Mitsubishi Evo 9 vetraut.

Die Allradler sind schnell unterwegs

Diese Allradler brannten auch Zeiten in den Asphalt, die deutlich schneller waren als die bisher gesehenen. Mit hervorragenden 2:28,33 musste sich Thomas Weber mit dem dritten Platz zufrieden geben. Geschlagen wurde er von den beiden Slalomcracks aus Franken, die mit 2:27,28 für Kevin Böhnlein und 2:26,93 für Jörg Kuhn die Klasse wie auch die Gruppe F dominierten. Schon jetzt war die spannende Frage: Würden die Fahrer der Gruppe H dies noch unterbieten?
Wieder gingen hier die "Kleinen" bis 1300 Kubikzentimeter auf die Strecke. Von vorne herein erwartete man einen Dreikampf zwischen Stephan Abb auf dem frontgetriebenen VW Polo, Sven Koob auf dem exotischen Mittelmotor-Fiat X1/9 und dem Burgebracher Steffen Hofmann im NSU TT mit Heckmotor. Und alle drei wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Stephan Abb auf dem Schneider Polo 8v fuhr die besten Zeiten und gewann mit 2:32,84 gegen Steffen Hofmann (2:33,35).

Die H13 bis 1600 Zentimeter wurde dominiert von zwei Opel Kadett C Coupe. Stefan Faulhaber gewann vor Thomas Weißbeck. In der Klasse H14 fieberten alle dem Kampf zwischen Michael Götz vom MSC Scheßlitz, dem Führenden der Meisterschaftswertung, Lars Heisel, Robert Stangl und Dennis Zeug (alle auf Opel C Kadett) sowie Andre Scheer, Ralph Noelle und Reinhard Nuber auf BMW 320is entgegen.

Folgenschwerer Ausrutscher

Im ersten Lauf ließ Heisel die Konkurrenz in fantastischen 1:12,06 weit hinter sich. Doch im zweiten wollte er zu viel und rutschte quasi bei der Zielüberquerung von der Ideallinie. Er warf acht Pylonen der Zielgasse um, was ihm 15 Strafsekunden und damit nur noch Platz 16 in der Klasse einbrachte. Doch auch der Königsfelder Michael Götz traf einen Pylon und katapultierte sich damit aus dem Rennen um den Klassensieg. Dieser ging an den fehlerfrei fahrenden Andre Scheer mit dem BMW 320is, der mit seiner Gesamtlaufzeit von 2:29,18 zwar nicht den bislang an diesem Tag führenden Jörg Kuhn gefährden konnte, aber aufgrund der hohen Punkteausbeute die Führung in der deutschen Meisterschaft übernahm.

Die Veranstaltung wurde abgerundet von den Fahrzeugen der Gruppe H über 2000 Kubikzentimeter. Es gewann Martin Schäfer auf BMW M3 vor Hans-Martin Gass auf dem eigentlich für die Nürburgring-Nordschleife gebauten Audi A3 TFSI. Aber auch Martin Schäfer verfehlte mit einer Gesamtfahrzeit von 2:27,69 die bisherige Gesamtbestzeit. Der Gesamtsieg ging damit an Jörg Kuhn (Neustadt/Aisch, Audi TTRS) vor Kevin Böhnlein (Knetzgau, Mitsubishi Lancer Evo9) und Martin Schäfer (Stetten, BMW M3).

Ohne nennenswerte Zwischenfälle und mit einer top Organisation schaffte es der AC Ebern, die Veranstaltung innerhalb des gesetzten Zeitplans durchzuführen, und erntete dafür von allen Seiten größtes Lob. Die Aktiven bereiten sich nun auf den dritten Meisterschafts-Lauf am 18. Mai in Breisach vor.