Für die Haßfurter Hawks startet am Freitag nach weitgehend guten Vorbereitungs- und Testwochen mit dem Spiel gegen die Icedogs des EV Pegnitz (19.30 Uhr) die Eishockey-Landesligasaison. Ob in den nächsten Monaten der Sport oder Corona im Mittelpunkt steht, bleibt abzuwarten.

Tatsache ist, dass sich die Mannschaft gegenüber den letzten Partien in der Aufstiegsrunde im Frühjahr stark verändert hat. Zehn Spieler sind weg, sechs Neuzugänge sind zu verzeichnen (siehe Infokasten). Für Vorstandsmitglied Martin Reichert kein Problem. "Wir haben die Mannschaft in diesem Jahr extrem verjüngt. Ich glaube, dass wir spielerisch keine Einbußen haben", ist er überzeugt von der Qualität innerhalb der Truppe.

Erst Aufstiegsrunde, dann Aufstieg

Deshalb hat sich für ihn - ebenso wie  für alle ESC-Vorstandsmitglieder - das Saisonziel im Vergleich zu den Vorjahren nicht geändert: Erst soll die Aufstiegsrunde - also mindestens Platz 4 - und am Ende ein Aufstiegsplatz zur Bayernliga erreicht werden. Und auch mit dem Trainer hätten die Hawks einen guten Fang gemacht. "Wir sind sehr zufrieden mit Zdenek Vanc. Er macht eine tolle Arbeit und bringt sich sowohl bei der ersten Mannschaft als auch im Nachwuchs hervorragend ein", lautet die erste Zwischenbilanz über den Ex-Schweinfurter nach einigen Monaten beim "Erzrivalen" inklusive der drei Siege in den fünf Vorbereitungspartien.

Der stärkste Gegner heißt Corona

Nach der Einschätzung von Reichert werden sich die Unterfranken wohl "mit den üblichen Verdächtigen", Pegnitz, Moosburg und Dingolfing, um eine möglichst gute Platzierung streiten. Insgesamt aber seien alle zehn Teams in der Landesliga 1 nicht zu unterschätzen. Doch der stärkste Gegner heißt für ihn in dieser Spielzeit "Corona", was auch sein Vorstandskollege Andreas Kurz untermauert.

Für den 51-Jährigen wäre beispielsweise ein vorzeitiger Abbruch eine "Katastrophe. Im Eishockey ist es nun mal so, dass ein großer Teil der Kosten vor Beginn der Saison anfällt", verweist er beispielhaft auf die Ausrüstung der Spieler. Neben der ersten Mannschaft dürften beim ESC Haßfurt aber auch sechs Nachwuchsmannschaften sowie die "Entgleisung" (1b) und der Eiskunstlauf nicht vergessen werden. Einnahmen bei Heimspielen und Veranstaltungen inklusive der Zuschauereinnahmen "machen 40 Prozent unserer gesamten Einnahmen aus", macht Kurz deutlich.

Hawks müssen abwarten

Er wisse noch nicht, wie sich diese finanziellen Verluste auf die zusätzlichen Einnahmen wie etwa den Verkauf am Kiosk, Sponsorengelder und Fanartikel auswirken. "Momentan müssen wir abwarten. Wenn es zum ‚Worst Case' kommt, müssen wir alle Hebel in Bewegung setzen, um die Lücken auszugleichen", sagt er deutlich und fügt hinzu: "Wir sind mit den jetzt 200 zugelassenen Zuschauern nicht sicher, die Saison ohne größeren Schaden zu überstehen." Dabei rechnet Kurz "mit einer kompletten Saison ohne Unterbrechung und weitere Einschränkungen."

Ob eventuell in einigen Stadien Partien mit weniger, oder sogar ganz ohne Zuschauer ausgetragen werden, oder ein Spiel verschoben werden muss, bleibt abzuwarten. "Unserer Meinung nach haben wir gar keine andere Option, als die Saison normal zu beenden. Die jetzige Situation stellt uns schon vor wahnsinnige Schwierigkeiten, was die Organisation angeht", sagt Kurz.

Der ESC Haßfurt in der Spielzeit 2020/2021

Abgänge Michal Babkovic (Rimaska Sobota/Slowenien), David Franek, Martin Hildenbrand , Adrian Persch (alle ESV Würzburg), David Hornak (EHC Bayreuth), Matthias Kohl (ESC Würzburg), Michael Breyer (EV Pegnitz), Domantas Cypas (Höchstadter EC), Maurice Köder (ERV Schweinfurt), Bastian Schubert (HC Landsberg)

Neuzugänge Eugen Nold (ERV Schweinfurt), Jakub Sramek, Nicolas Hetzel (beide EHC Königsbrunn), Dominik Tobola (TSV Trostberg), Paul Hartmann (Höchstadter EC), Tomas Pribyl (EHC Kreuzlingen-Konstanz/Schweiz), Nils Düsel, Tobias Hertwich, Philipp Müller, Clemens Müller, Peter Finger, Dominik Finzel, Emil Krein (eigene U20).

Kader Jung, Hetzel, Dietz (alle Torhüter), Hora, Hartmann, Pribyl, Stahl, Marx, Thebus, Faust, Finzel, Finger, C. Müller, P. Müller, Hertwich (alle Verteidiger), Trübenekr, Sramek, Masel, Zürcher, Kratschmer, Nold, Stach, Dietrich, Lang, Tobola, Düsel, Krein, Finger (alle Angreifer).