Für Großbardorfs Maximilian Zang war es ein Unterfranken-Derby vor der Haustür: Der Vizekapitän mit der Nummer 6 wohnt nur wenige Meter vom Sander Seestadion entfernt und erlebte somit ein Heimspiel der besonderen Art. Den kurzen Hinweg versüßte ihm sein TSV Großbardorf durch einen 3:1-Auswärtssieg gegen den FC Sand, bei dem Toptorjäger Björn Schönwiesner zweimal traf. FC Sand - TSV Großbardorf 1:3

Während der Partie stand Zang unter Strom, nach dem Abpfiff wich die Anspannung der Freude. "Eine lange Anreise hatte ich heute nicht, das war sehr erholsam", sagt Zang, der wegen seiner Frau vor drei Jahren nach Sand zog. Es ist natürlich etwas besonderes, wenn man gegen den Verein aus dem eigenen Dorf spielt. Richtig Spaß hatte ich freilich, weil wir gewonnen haben." Die große Entfernung zwischen Sand und Großbardorf sei halb so schlimm: "Da ich in der Nähe von Großbardorf arbeite, gehe ich nach der Arbeit zum Training."

Sand setzt auf Konter

Doch der FC Sand verkaufte sich teuer gegen den klaren Favoriten aus Rhön-Grabfeld. Die Grabfeld-Gallier aus Großbardorf hatten von Anfang an mehr Ballbesitz, ohne allzu viele zwingende Torchancen herauszuspielen. Die Sander setzten auf ihre bewährte Taktik: Den Gegner kommen lassen, tief stehen und im richtigen Moment einen brandschnellen Konter setzen. Dies gelang den Gastgebern aber überhaupt nicht. Auf sehenswerte Torraumszenen warteten die Zuschauer bis zur 28.Minute: Björn Schönwiesner zeigte einen Wahnsinnsantritt, zog an der linken Kante des Sechszehners ab und traf zum 1:0 unter die Latte.

Kurz danach fing Marcel Höldere einen schlecht gespielten Sander Pass ab und versuchte sein Glück aus 18 Metern, der Schussversuch ging nur einen Meter am rechten Pfosten vorbei. Sebastian Wagner setzte einen der wenigen Offensivhöhepunkte der Korbmacher, indem er einen direkten Freistoß abfeuerte, den der TSV-Keeper Julian Schneider nur mühsam parierte. Der FCS strahlte in erster Linie nach Standards Gefahr aus, gerade nach Ecken gelang der ein oder andere gefährliche Abschluss.

Eine kurz ausgeführte Ecke wurde nach Zuspiel von Sebastian Wagner kreativ durch Sven Wieczorek zu einem Distanzversuch verwertet. Sekunden vor der Pause hatte Großbardorfs Toptorjäger Björn Schönwiesner die 2:0-Führung der Gallier auf dem Fuß: Mutterseelenallein versuchte er den Ball an Markus Geier vorbeizuschieben und verfehlte die linke Ecke um einen Meter.

Schönwiesner trifft erneut

In der zweiten Hälfte dauerte es nicht lange, bis die Großbardorfer wieder zuschlugen: In der 51. Minute legte Stefan Piecha auf Björn Schönwiesner ab, der die Kugel zum 2:0 ins rechte Eck verwandelte. Die Antwort der Gastgeber folgte prompt: Sebastian Wagner lief an und platzierte einen direkten Freistoß aus 18 Metern ins rechte Eck zum 1:2-Anschlusstreffer - ausgerechnet in das Torwarteck, Keeper Schneider sah nicht gut aus.

Der FC Sand stand in der Defensive weitestgehend stabil, bloß nach vorne ließen die Korbmacher jegliche Durchschlagskraft vermissen. Thorsten Schlereth stellte immer wieder seinen unglaublichen Antritt unter Beweis, im Abschluss verließ ihn allerdings das Glück. Die Gäste wollten den Sieg klarmachen. Dauerbrenner Schönwiesner kam fünf Meter vor dem Tor zum Kopfball, den Sands Markus Geier souverän abwehrte.

Den Sandern blieb nichts anderes übrig, als mehr Risiko zu gehen und hinten aufzumachen. Dies bestraften die Gäste und markierten zum Schlusspfiff das 3:1 durch Dominik Zehe.

FC Sand: Geier - D. Schlereth, Karmann, Witchen, Gonnert, Wieczorek (80. Moser), T. Schlereth, Wagner, Rippstein, Kevin Steinmann, D. Schmitt / TSV Großbardorf: Schneider - Mangold, Hölderle, Zang, Piecha, Zehe, Schönwiesner (90. +3 Lijesnic), Heusinger, Dietz (90.+1 Poznic), Müller, Snaschel (64. Fleischer) / SR: Demlehner (Nürnberg) / Zuschauer: 200 / Tore: 0:1, 0:2 Schönwiesner (28., 51.), 1:2 Wagner (55.), 1:3 Zehe (90. + 4)