Ein 1:1 am 30. November 2019 war das bis dahin letzte Punktspiel des FC Sand in der Bayernliga Nord. Nun ist das Ende der monatelangen Corona-Pause in Sicht. Am Samstag (16.30 Uhr) geht es für die Korbmacher im heimischen Seestadion gegen den ATSV Erlangen wieder um Punkte.

Damit gibt der neue Sander Trainer Matthias Strätz sein Pflichtspieldebüt. Der 39-Jährige hat das Amt im Juli von Dieter Schlereth übernommen. Seine ersten Trainererfahrung sammelte Strätz zuvor beim TSV Knetzgau und der SG Eltmann.

Nun will er mit dem FC Sand den Klassenerhalt in der Bayernliga schaffen. Als 15. stehen die Sander auf einem Abstiegsrelegationsplatz. Mit einem Spiel weniger beträgt der Abstand zum rettenden Ufer vier Punkte.

Sie sind als Trainer von der Kreis- in die Bayernliga gewechselt. Wie groß ist die Umstellung?

Matthias Strätz: Da hatte ich jetzt keine Probleme, ich habe ja früher selbst Bayernliga gespielt. Natürlich ist ein Unterschied von der Kreis- zur Bayernliga vorhanden, es wäre ja schlimm, wenn nicht. Die größte Umstellung aber war für mich, nicht mehr auf dem Feld zu stehen und nur noch als Coach zu agieren.

Wie sieht der Fußball aus, den Sie in Sand spielen lassen wollen?

Die Mannschaft hat viel Potenzial, deshalb werden wir auch von Anfang an offensiv Druck machen und uns nicht verstecken. Ziel muss es sein, schnell den Ball zu erobern und dadurch gute Torchancen zu erspielen und zu nutzen. Wir wollen schnellen Fußball spielen und nicht nur mit langen Bällen agieren.

Dafür ist die Vorbereitung da. Sie sind seit fast sieben Wochen im Training. Was lief gut?

Jeder Trainer hat andere Vorstellungen. Die Mannschaft hat bisher alles gut umgesetzt. Wir sind auf einem guten Weg. Die Jungs reden jetzt viel mehr und das Verschieben klappt immer besser. Mit dem Pressing haben wir erst in der dritten Woche angefangen. Dafür machen wir es schon ganz gut.

Und wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?

Verbessern kann und muss man sich immer. Es gilt, sich nie auszuruhen und immer hart zu arbeiten. In den Testspielen hatten wir immer wieder mal Phasen, in denen es nicht so lief. Da brauchen wir Spieler, die Verantwortung übernehmen, damit wir den Hebel wieder umlegen können. Man merkt, dass in diesen Phasen weniger gesprochen wird, wodurch wir nicht mehr so kompakt agieren. Es ist schon wesentlich besser geworden als noch zu Beginn der Vorbereitung.

Lange Zeit war nicht klar, wann und ob wieder Pflichtspiele stattfinden. War es phasenweise schwierig, die Mannschaft zu motivieren?

Als wir am 1. August losgelegt haben, waren alle sehr motiviert. Da hieß es noch, dass wir Anfang September starten. Als die Verschiebung um zwei Wochen kam, war die Stimmung weiter gut, aber viel länger hätte die Pause nicht dauern dürfen. Als dann die Erlaubnis für Pflichtspiele mit Zuschauern bekannt wurde, hat man das sofort positiv im Training gemerkt. Wir haben eine sehr gute Stimmung in der Mannschaft, die müssen wir unbedingt beibehalten.

Neben der Liga gibt es den Toto-Pokal und den neu geschaffenen Liga Pokal. Wo liegen für den FC Sand die Prioritäten?

Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen, aber die Priorität mit dem FC Sand liegt ganz klar darauf, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen.

Mit Max Schebak kam ein Spieler mit Regionalliga-Erfahrung nach Sand. Wie wichtig kann er für die Mannschaft werden?

Max ist schon gut integriert, die Mannschaft hat ihn super aufgenommen. Er hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er wichtig für uns ist. Er redet viel, bringt seine Erfahrung ein und sein Wille ist vorbildlich. Dazu bringt er viel Geschwindigkeit mit, was uns enorm hilft.

Zum Re-Start kommt der ATSV Erlangen ins Seestadion. Was erwarten Sie sich von ihrem ersten Pflichtspiel?

Ich erwarte, dass wir das Spiel mit Selbstvertrauen angehen und nicht nur auf den Gegner schauen. Wir müssen uns vor niemandem verstecken, als Mannschaft auftreten, wo jeder für den anderen alles gibt. Leider fehlen mir am Samstag Maximilian Zang aus beruflichen Gründen und Danny Schlereth verletzungsbedingt.

Das müssen Fans für das Seestadion wissen

Zuschauer Im Seestadion können 200 Fans dabei sein. Die Maximalgrenze von 400 Zuschauern kann nur erreicht werden, wenn der Verein eine Tribüne mit Sitzplätzen vorweisen kann. Das ist in Sand nicht der Fall. Unabhängig von der Zuschauerzahl müssen alle Anwesenden registriert werden.

Wer also gegen den ATSV Erlangen dabei sein will, muss aus Hygieneschutzgründen am Eingang Name und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hinterlegen. Das Vorgehen ist ähnlich dem in Gaststätten. Die Besucher werden im Falle eines Covid-19-Falles unter den Fans vom Gesundheitsamt kontaktiert. Deshalb sollten alle Zuschauer vor dem Anpfiff etwas Zeit einplanen und rechtzeitig zum Spiel kommen.

FC Sand: Geier, Klemm - Bechmann, Steinmann, Moser, Thomann, Rippstein, Durst, Wagner, Gonnert, Karmann, Witchen, Rugovaj, Schebak, T. Schlereth, Lörzer, Zeiß