"Heute haben wir es von Anfang an über 60 Minuten gut runtergespielt. Alles gut, passt." Michael Breyer zeigte sich nach der Schlusssirene am Freitagabend im Haßfurter Eisstadion sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die gerade 5:2 in der Eishockey-Landesliga gewonnen hatte.

Problem nur: Seit dieser Saison trägt der 24-Jährige nicht mehr wie in den vier Jahren zuvor das Trikot der Hawks, sondern das des EV Pegnitz. Und somit ging der Pflichtspielstart der Kreisstädter buchstäblich in die Hose.

Landesliga 1

ESC Haßfurt - EV Pegnitz 2:5

(0:1, 0:2, 2:2)

Dementsprechend enttäuscht war Zdenek Vanc, der nach der haushohen 19:6-Generalprobe gegen die Lauterbacher "Luchse" eine Woche zuvor zwar nicht mit einem ähnlichen Schützenfest gerechnet, wohl aber auf die ersten drei Punkte gehofft hatte. Eines von mehreren Problemen aus seiner Sicht: "Die Emotionen. Wir müssen anderes Eishockey spielen, so wie in und gegen Schweinfurt. Das war genau so, wie wir spielen wollen. Aber diesmal war es von unserer Seite aus schlecht", sagte der Hawks-Trainer.

Zunächst agierten beide Kontrahenten auf Augenhöhe, doch allmählich gewannen die "Ice Dogs" um Vancs Gegenüber Markus Hausner ein optisches Übergewicht, was sie letztlich auch in Zählbares ummünzten: Patrik Dzemla (14.) nutze eine doppelte Überzahlsituation zur 1:0-Führung aus. Sehr zum Ärger von Vanc, der noch vor der Partie auf die Wichtigkeit des ersten Treffers hingewiesen hatte. "Das war unser Problem, das erste Tor. Verbunden mit vielen Individualfehlern und natürlich den Emotionen."

Zu viele Strafminuten bei Haßfurt

Und zu Beginn des Mitteldrittels legte der ehemalige Haßfurter nach (23.), ehe er auf Zuspiel seines tschechischen Landsmannes Roman Navarra sogar auf 3:0 erhöhte (25.). Spätestens nachdem Michael Breyer im Schlussabschnitt das 4:0 markiert hatte (46.), war unter den offiziell 174 Fans im Stadion, welche die Hawks zuvor nach Kräften unterstützten, vorerst Ruhe eingekehrt.

Wobei: Die Anfeuerung für die eigene Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt auch dem lautstarken Ärger über einige Entscheidungen der beiden Unparteiischen gewichen. Tatsache ist, dass mehrere umstrittene Pfiffe des Duos zu insgesamt 18 Strafminuten gegen die Hawks führten, wogegen Pegnitz sechs aufgebrummt bekam und somit wesentlich öfters in Überzahl agieren und Kraft sparen konnte.

Unbändiger Wille der Hawks

Immerhin steckten die Haßfurter angesichts des deutlichen Rückstandes eine Viertelstunde vor dem Ende nicht auf. Im Gegenteil: Mit unbändigen Willen wollten Kapitän Christian Dietrich und Co. zumindest Ergebniskosmetik betreiben. Nachdem erst Dominik Tobola (46.) nach toller Einzelleistung und kurz darauf Jan Trübenekr (48.) sehr zur Freude der wieder lautstarken ESC-Fans auf 2:4 verkürzt hatten, schien sogar eine erfolgreiche Aufholjagd noch im Bereich des Möglichen.

Eine Pegnitzer Auszeit hatte letztlich den gewünschten Effekt: So sehr sich die Hawks mühten, EVP-Torwart Maximilian Schmidt hielt seinen Kasten auch dank der unheimlich starken Verteidigung bis zum Ende sauber. Roman Navarra (56.) dagegen tütete mit fünften Pegnitzer Treffer den Sieg für seine Mannschaft ein. "Wir müssen in Zukunft schneller laufen und mehr Tore schießen. Das war eigentlich unser Ziel und das haben wir nicht geschafft", sagte Vanc.

Statistik des Spiels

ESC Haßfurt: Jung, Hetzel - Hora, Thebus, Stahl, Pribyl, Marx, Hertwich, Faust, C. Müller, P. Müller, Hartmann - Nold, Stach, Masel, Trübenekr, Lang, Tobola, Dietrich, Zürcher, Kratschmer / Schiedsrichter: Graf/Laudenbach / Zuschauer: 174 / Tore: 0:1 (14.) Dzemla (Navarra, Holomek) 3-5, 0:2 (23.) Dzemla (Wolf), 0:3 (25.) Dzemla (Navarra, Lindmeier), 0:4 (46.) Breyer (Navarra, Schuster), 4-5, 1:4 (46.) Tobola (Trübenekr, Hora), 2:4 (48.) Trübenekr (Tobola, Faust), 2:5 (56.) Navarra (Holomek) / Strafzeiten: Haßfurt 18 / Pegnitz 6.