Die Volleyballer des TSV Grafing haben die Oshino Volleys des VC Eltmann (3.) als Meister der 2. Liga Süd abgelöst. So weit, so gut. Am Samstagabend waren die Oberbayern zu Gast in der Georg-Schäfer-Halle. Zeit für die Mannschaft von Trainer Milan Maric, in ihrem letzten Heimspiel in dieser Saison wahre Stärke zu zeigen und sich für die 0:3-Niederlage Mitte Dezember in der Vorrunde zu revanchieren. Das gelang eindrucksvoll: Mit 3:1 (25:16, 25:19, 23:25, 25:18) gewannen die Eltmanner in 96 Minuten vor rund 720 Zuschauern im "Hangar".

VC Oshino Volleys Eltmann -
TSV Grafing 3:1

(25:16, 25:19, 23:25, 25:18)
Bis auf zwei kurze Schwächephasen im Mittelteil der letzten beiden Sätze spielten die Eltmanner wie aus einem Guss. Trainer Maric bemerkte, dass er "diesmal richtig zufrieden" sei. Er beglückwünschte sein Grafinger Gegenüber Alexander Hezareh, und der revanchierte sich damit, Maric zur starken Leistung der Oshinos an diesem Abend zu gratulieren. Maric sagte: "Glückwunsch an die Grafinger. Sie haben sich insbesondere mit ihrer starken Rückrunde ohne große Rückschläge den Titel redlich verdient."
Im Hinspiel hatte das Oshino-Team nach einem spannenden ersten Satz absolut den Faden verloren, um dann mit 0:3 zu verlieren. Diesmal war es anders. Besonders spielfreudig bei den Eltmannern war neben dem zusammen mit Merten Krüger als Regisseur agierende Kapitän Sebastian Richter vor allem Johnny Engel, der Glanzpunkte schon im ersten Satz beisteuerte, der nach nur 17 Minuten mit 25:16 an den VCE ging. Der Satzball war ein Engel-Ass.


Den Gegner im Griff

Bevor sich die Grafinger richtig besannen, lagen sie erneut mit 3:8 zurück. Und als Basti Richter das 9:4 und 10:4 markiert hatte, herrschte Ruhe auf der Spielerbank der Oberbayern. Nach dem 17:11 kämpften sich die Gäste auf 18:15 heran, doch Richter, Engel und der Eltmanner Block verhinderten Schlimmeres. Auch Satz 2 ging an die Oshinos, diesmal mit 25:19.
Nach der 1:3-Niederlage in Schwaig Anfang Dezember hatte es für die Grafinger keine Niederlage mehr gegeben, eine Eltmanner Schwächephase ließ sie erneut hoffen. Zwar ging der VCE mit 8:7 in die erste technische Auszeit, doch Hofers 8:8 deutete schon an, so einfach geben sich die Gäste nicht geschlagen. Aus einer Eltmanner 14:12-Führung war plötzlich eine 16:14-Führung der Oberbayern geworden. Eltmann kam nochmals heran, Hansi Nürnberger steuerte ein schönes Ass bei, Krüger glich zum 20:20 aus, Engel und Späth sorgten wieder für eine kleine Führung zum 22:21. Nach dem 23:23 waren die Grafinger jedoch hellwach und hatten den dritten Satz mit 25:23 im Sack.


Wieder gefangen

In Durchgang 4 ging das Maric-Team gleich wieder konzentrierter zu Werke, führte mit 10:6 vor allem durch Engel-Punkte. Zu sehen war ein Ballwechsel vom Feinsten mit Akrobatik und Szenenbeifall garniert, doch den Punkt nach diesem Glanzlicht heimste der TSV Grafing ein. Auf das 11:7 durch Krüger folgte ein leicht verunglückter Brachialangriff der Oberbayern, der Ball schoss raketenhaft in drei Metern Höhe eine Sponsorentafel an der Hallenwand fast ab. Nach einem Peta-Hammer, der das 14:9 brachte, kam plötzlich nochmals Sand in das Getriebe des Maric-Teams. Die Grafinger verkürzten schnell auf 15:12, doch Sven Kellermann löste den Knoten mit einem blitzartigen Aufsteiger zum 16:12. Ein wichtiger Punkt und einer der Gründe, warum er dank mehrerer ähnlicher Aktionen in den Sätzen 2 bis 4 seine zweite "MVP"-Goldmedaille der Saison aus der Hand des Oshino-Chefs entgegennehmen durfte, die wohl auch Engel und Richter verdient gehabt hätten.
Nach dem 19:14 durch Johnny Engel, der sich mit seinen 1,86 m fast auf Höhen hinaufschraubte, die einst seinem Vater als international erfolgreichem Stabhochspringer vorbehalten waren, und nachdem der Grafinger Zierhut seinen Angriffsschlag ins Aus gesetzt hatte, war mit dem 21:15 die Vorentscheidung gefallen. Dann war Engel bis zum Ende dran. Was den Sieg noch schöner machte: Timon Schippmann, der zum Erstligisten Rottenburg gewechselt ist und sich vor Wochen verletzt hatte, und Nicola Poluga feierten den Eltmanner Erfolg gegen die Grafinger freudig in der Halle mit und mussten viele Hände schütteln.
Gelingt es den Eltmanner Volleyballern, ihre letzten beiden Partien in dieser Saison beim SV Fellbach (8.) und bei der FT 1844 Freiburg (7.) zu gewinnen, können sie den fränkischen Konkurrenten SV Schwaig (nur noch ein Spiel beim Ranglistensechsten TGM Mainz-Gonsenheim) möglicherweise noch vom zweiten Tabellenplatz verdrängen.
VC Eltmann: Engel, Peta, Richter, Krüger, Späth, Werner; Nürnberger, Kellermann, Kessel, Knauer, Schmitt, Strobel