Dieser Appell ist eindringlich: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. So kann es nicht weitergehen", bringt es Volkmar Greb auf den Punkt. Der Untersteinbacher Friseurmeister und sein Haßfurter Kollege Oliver Merkl haben sich am Donnerstagmorgen (14. Januar) mit einem eindringlichen Video an die Redaktion des Fränkischen Tags gewandt. Mit einer klaren Nachricht: Sollte die Regierung nicht baldmöglichst Unterstützung leisten, droht vielen Friseuren der finanzielle Ruin.

Seit 27 Jahren ist Oliver Merkl selbstständiger Friseurmeister in Haßfurt und zudem Obermeister der Friseurinnung Haßberge. Nun steht er - getrennt durch eine Plexiglasscheibe - neben seinem Kollegen und stellvertretenden Innungsmeister Volkmar Greb in einem leergefegten Friseursalon - denn seit Beginn des zweiten Lockdowns Anfang Dezember mussten auch Friseure ihre Läden wieder schließen.

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"Wir wenden uns heute an euch, weil wir auf die prekäre finanzielle Situation der Friseure aufmerksam machen wollen", erklärt Merkl im Video. Fast alle Friseure seien bei der Verteilung der Hilfspakete durch die Bundesregierung durchs Raster gefallen. Im Gegensatz zu anderen Gewerbetreibenden, die 75 Prozent ihres Umsatzes aus den Monaten November und Dezember 2019 erhalten, bekommen die Friseure keine oder nur eine geringe finanzielle Unterstützung. So gering, dass sie nicht zum Leben ausreiche, macht Merkl deutlich. "Wir Friseure gehen leer aus."

Mindestens 20 Prozent der bundesweit 80.000 Friseure und Friseursalons könnte durch die erneuten Schließungen die Insolvenz drohen, vermutet Greb. "Weil das Geld nicht mehr reicht." Die meisten Friseure leiden bereits jetzt unter finanziellen Engpässen, fügt Merkl hinzu. "Wir kämpfen für eine gerechte Verteilung der Unterstützungshilfe. Und ich bin mir sicher, dass ich da im Namen aller meiner Kollegen, aller Friseure und aller Mitarbeiter spreche."

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Die beiden Friseurmeister haben daher eine dringende Bitte: Ihr Video in den Sozialen Medien mit Freunden und Bekannten zu teilen, um mehr Menschen über ihre derzeitige Situation zu informieren. "Dann bekommen wir vielleicht ein bisschen Gehör bei der Politik und können auf diese Missstände ein bisschen aufmerksam machen", hofft Merkl.

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