Ebern/Eyrichshof Während überall sonst das Leben zu erlahmen scheint, geht es zurzeit im Eberner Stadtteil Eyrichshof, genauer gesagt, zwischen dem einstigen "Heinerle-Werk" und der Specke, richtig rund. Nein, nicht wegen des umstrittenen Hochregallagers. Damit hat der Unternehmer Manfred Lang absolut nichts zu tun. Und bis die Baumaschinen dafür anrücken, wird es auch noch einige Zeit dauern. Ganz anders dagegen auf dem Grundstück in der Juliusallee, direkt gegenüber dem Sportplatz des ASC Eyrichshof.

Auf einer 10 000 Quadratmeter großen Fläche wächst dort das neue Firmengebäude des Metallverarbeiters Lang GmbH in die Höhe. Selbst der 55-jährige Unternehmer Lang staunt über die "Macht, mit der das jetzt losgeht". Er sagt das erst recht, weil der bürokratische Weg bis dahin uferlos schien.

Alles zehn Mal so groß

3000 Kubikmeter Erdmaterial wurden seit Mitte Februar für die Fundamente bewegt, inzwischen ist der Betonboden für die Werkshalle (72 mal 28 Meter) gegossen. Eine rund 200 Tonnen schwere Brandschutzwand aus Beton, 28 Meter breit und neun Meter hoch, wurde als Fertigteil angeliefert und in die Senkrechte gewuchtet. Sie wird später das 600 Quadratmeter große zweistöckige Bürogebäude von der Halle trennen, in der vier durchgehende Kranbahnen zu finden sein werden.

An der Südseite der Halle wiederum entsteht ein überdachter Anbau für die Entladung von Lkw.

Der Unternehmer folgt der Entwicklung mit der Faszination des Bauherren, für den sich ein Traum erfüllt. "Das ist wie bei einem Eigenheim, nur alles zehn Mal größer", sagt er, "die Auflagen, die Erdbewegungen, die Ausmaße, die Kosten - alles zehn Mal größer". Wenn es rund läuft, hofft der Betriebsleiter, geht der Umzug Anfang kommenden Jahres über die Bühne.

Respekt vor eigenem Mut

Seit Wochenbeginn ist der Durchgangsverkehr an der Kreisstraße ausgesperrt. Das ist erforderlich, um den Kanalanschluss für das neue Firmengebäude zu bauen. Allein die Erschließung kostet rund 150 000 Euro. Das gesamte Bauprojekt ist laut Manfred Lang auf drei Millionen Euro veranschlagt.

Die Probleme in der Automobilbranche und die Corona-Krise beeinflussen auch Langs Gefühlslage: "Im letzten Jahr war's euphorisch, heute eher etwas gedämpft." Manchmal, gesteht der gelernte Werkzeugmacher und Maschinenbautechniker, bewundere er selbst seinen Mut. Aber zum Glück seien seine Vertragspartner weniger in der Automobilbranche als im Maschinenbau angesiedelt. Größte Kunden sind die Coburger Werkzeugmaschinenhersteller Kapp, Dietze + Schell und Waldrich. Andere Kunden kommen beispielsweise aus den Bereichen Sanitär, Spindelfertigung, Photovoltaik oder Robotertechnik.

Standort mit Perspektiven

Manfred Lang hatte 2003 den "Fertigungsservice Ebern" gegründet, der anfangs Verpackungslösungen für Maschinenbauteile bot. Die heutige Lang GmbH hat sich zum gefragten Dienstleister für Materialveredelung, CNC-Fertigung in Fräs- und Drehtechnik, Baugruppen- und Montageservice entwickelt. 2011 bezog das Werk frühere Instandhaltungshallen der Bundeswehr im Gewerbegebiet "Alte Kaserne". Dort wurde es zu eng. In Eyrichshof findet die aufstrebende Firma mit aktuell 26 Mitarbeitern hinreichend Platz - auch für denkbare künftige Erweiterungen.